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Ergreifen und erkennen Sie Chancen?

mann ist ratlos, kann sich nicht entscheiden

Wenn wir vor einem Problem stehen, haben wir manchmal einen Tunnelblick: wir sehen nur die verschlossenen Türen.

Wir übersehen offene Türen oder nutzen diese nicht. So verpassen wir viele Chancen. Bild © GiZGRAPHICS - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Eine Geschichte zur Einstimmung

Ein gläubiger Mann hat sich während einer Überschwemmung auf das Dach seines Hauses gerettet.

Ein Rettungsboot kommt vorbei und will ihn retten, doch der Mann verweigert die Hilfe und antwortet: „Nein, ich glaube an Gott und er wird mich retten".

Das Wasser steigt weiter an und als ihm das Wasser bereits bis zum Kinn steht, kreist ein Hubschrauber über dem Dach. Die Hubschrauberbesatzung lässt eine Leiter herunter, um ihn zu retten. Wieder antwortet er, dass Gott ein Wunder vollbringen wird.

Der Mann ertrinkt und steht verzweifelt und in seinem Glauben erschüttert vor der Himmelspforte.

Er sagt zu Petrus: „Ich habe geglaubt, Gott würde ein Wunder vollbringen und mich retten, aber er hat mich im Stich gelassen".

Petrus lächelt und antwortet: „Ich weiß gar nicht, warum Du Dich beklagst. Wir haben Dir ein Boot und einen Hubschrauber geschickt".


Ähnlich wie dieser Mann verhalten wir uns manchmal im Alltag. Wir warten darauf, dass sich unser Problem von selbst löst und wir die Lösung auf einem Silbertablett präsentiert bekommen.

Ja, manchmal warten wir auf ein deutliches Signal von außen, um unser Ziel überhaupt in Angriff zu nehmen.

Dabei ergeht es uns ähnlich wie dem Mann in der Geschichte: Wir bleiben passiv und nehmen Chancen, die uns unserem Ziel näher bringen, überhaupt nicht wahr oder ergreifen sie nicht.

Schließlich beklagen wir uns, dass das Schicksal es nicht gut mit uns meint und sind verbittert.

Was müssen wir anders machen? Was benötigen wir, um Chancen zu ergreifen?

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So nehmen Sie Chancen wahr, die sich Ihnen bieten

1. Formulieren Sie Ihr Ziel ganz konkret und positiv.

Was genau möchten Sie erreichen? Wie sieht Ihr Ziel aus?

Wenn Sie wissen, was Ihr Ziel ist, können Sie die Wegweiser erkennen und ihnen folgen.

Unser Mann aus der Geschichte könnte sein Ziel z.B. so formuliert haben: "Ich möchte die Flut überleben und möglichst schnell auf trockenen, sicheren Boden gelangen."

2. Überlegen Sie, welche konkreten Schritte notwendig sind, um Ihr Ziel zu erreichen.

Wenn Sie wissen, was Sie tun müssen, können Sie ganz gezielt auf Ihr Ziel hinarbeiten und Ihre Fortschritte und Erfolge erkennen.

Unser Mann hätte folgende Lösung für sein Problem finden können:

"Ich klettere an den sichersten Punkt auf das Dach. Ich mache mich für die Retter bemerkbar, indem ich ein Stück Stoff schwenke und um Hilfe rufe.

Ich ergreife jede Möglichkeit, die sich mir bietet, zu einem sicheren Ort zu gelangen. Dies könnte ein vorbeischwimmendes Brett, ein Boot oder ein Rettungshubschrauber sein."

3. Ziehen Sie auf Ihrem Weg immer wieder Bilanz und prüfen Sie:

Welche Schritte habe ich erfolgreich unternommen?

Dies ist der erfreulichste Teil der Bilanz: sich bewusst die bereits zurückgelegten Schritte und Erfolge in Erinnerung rufen, und wirkt gleichzeitig wie eine Energiespritze. Sparen Sie nicht mit Lob für sich.

Welche Schritte, die ich mir vorgenommen habe, habe ich bisher vermieden?

Weshalb habe ich diese Schritte nicht ergriffen? Z.B.:

Seien Sie an dieser Stelle ehrlich mit sich, auch wenn die Erkenntnis vielleicht unangenehm ist.

Es geht nicht darum, dass Sie sich Vorwürfe machen und sich tadeln. Vorwürfe helfen ohnehin nicht weiter.

Sie müssen analysieren, was dahinter steckt, wenn Sie etwas nicht tun, obwohl Sie wissen, dass es für Sie notwendig, richtig und wichtig ist!

Sie geben sich immer einen Grund für Ihr Verhalten. Nur wenn Sie wissen, weshalb Sie etwas nicht tun, können Sie etwas dafür tun, diese Ursache zu beseitigen.

Überlegen Sie sich, wie Sie sich die bisher vermiedenen Schritte erleichtern und die Hürden überwinden können.

Welche Schritte haben nicht den Erfolg gebracht, den ich mir vorgestellt hatte?

Welche Ursachen haben dazu geführt? Z.B.:

Auch wenn es nicht der Erfolg ist, den Sie haben möchten, sind Sie dennoch einen Schritt weiter. Sie wissen jetzt mehr darüber, was nicht funktioniert.

Welche Schritte möchte ich stattdessen wählen?

Nutzen Sie all Ihre Kreativität, um nun neue konkrete Schritte zu formulieren. Informieren Sie sich in der Literatur oder suchen Sie Hilfe.

Lassen Sie sich von einem Experten beraten, wenn Sie keine anderen Lösungswege als die bereits in Angriff genommenen erkennen können.

Bin ich noch auf dem richtigen Weg oder muss ich mein Ziel umformulieren?

Manchmal zeigt sich erst auf dem Weg zum Ziel, dass dieser Zielort doch nicht der Bestimmungsort ist, der uns wirklich am Herzen liegt.

Manchmal erscheinen uns auch die Hürden zu hoch, dass wir den persönlichen Einsatz nicht bringen möchten, um an dieses Ziel zu gelangen.

Dann haben wir das Recht, unsere Pläne umzuformulieren oder ganz aufzugeben.

Wenn Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass Sie ein neues Ziel benötigen, dann überlegen Sie sich, wie es aussehen könnte, und beginnen wieder mit Punkt 1.

Wenden wir die einzelnen Punkte auf unseren Mann aus der kleinen Geschichte an, so ist er an vielem gescheitert:

Wählen und verfolgen Sie Ihre Pläne. Bleiben Sie am Ball. Ergreifen Sie jede Chance, die sich Ihnen bietet. Ziehen Sie Bilanz.

Überprüfen und korrigieren Sie Ihre Schritte. Dann wird sich der Erfolg einstellen und dieser wird sich manchmal sogar wie ein Wunder anfühlen.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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