Negatives Denken - mit zweierlei Maß messen

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Mit zweierlei Maß messen

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß Ihnen Ihr Kritiker Ihre Fehler sehr viel weniger verzeiht als die anderer Menschen? Ist es nicht so, daß er bei anderen eher über einen Fehler großzügig hinwegsieht, während er bei Ihnen bei ein und demselben Fehler ein großes Theater macht?

Wenn Sie beispielsweise eine Glatze haben, dann suggeriert Ihnen Ihr Kritiker vielleicht, Sie müßten sich schämen, Sie seien kein richtiger oder attraktiver Mann, usw. Fällt er dieses Urteil aber auch bei anderen Männern, die eine Glatze haben? Sehr wahrscheinlich nicht. Ihr Kritiker mißt offensichtlich mit zweierlei Maß. Was er anderen durchgehen läßt, bemängelt er bei Ihnen.

Ist das nicht eine schreiende Ungerechtigkeit! Wie können Sie damit nur leben? Oh, ich weiß. Wahrscheinlich wird Ihnen Ihr Kritiker, wenn Sie ihn auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen, sagen, daß die Glatze bei anderen etwas völlig anderes sei, daß denen die Glatze stehe, daß die anderen gar durch ihre Glatze interessant sind, - nur eben Sie nicht.

So ein Unfug! Das ist nur wieder so ein Trick Ihres Kritikers, Ihnen das Leben unnötig schwer zu machen. Also ich bin für Gerechtigkeit und ich hoffe Sie auch, oder? Gleiches Recht für alle. Entweder etwas ist schlecht, dann ist es auch schlecht und zwar unabhängig von der Person.

Wenn Sie einen Fehler bei Ihrer Arbeit machen, dann wiegt dieser Fehler genauso schwer, als würde ihn ein Kollege von Ihnen machen. Wie würden Sie denn reagieren, wenn Ihr Chef Sie für einen Fehler zur Sau machen würde und bei Ihrem Kollegen bei ein und demselben Fehler kein Wort verlieren würde? Das fänden Sie bestimmt nicht lustig, oder? Warum also lassen Sie Ihrem Kritiker diese Ungerechtigkeit durchgehen?

Was Sie gegen das mit zweierlei Maß messen unternehmen können

Wenn Sie sich für einen Fehler oder eine Schwäche "klein” machen, dann fragen Sie sich, ob andere Menschen diesen Fehler nicht auch haben, und ob diese Menschen aufgrund dieses Fehlers auch minderwertig sind. Ist Ihre Antwort nein, dann müssen Sie entscheiden, ob Sie mit dieser Ungerechtigkeit leben möchten oder nicht.

Möchten Sie gleiches Recht für alle, dann sagen Sie sich das. Sagen Sie sich: "Wenn ich bei Fehlern anderer nachsichtig bin, dann will ich auch bei meinen Fehlern Nachsicht üben. Ich sehe nicht ein, warum ich strengere Maßstäbe an mich legen sollte als an andere Menschen. Ich bin genausoviel wert wie andere und möchte genauso gerecht wie diese behandelt werden.”

Hier weitere Formen des negativen Denkens

Alles-oder-Nichts-Denken

Übertriebene Verallgemeinerung

Eingeengte Wahrnehmung

Leugnung des Positiven

Übertreibung von Fehlern

© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - mit zweierlei Maß messen
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