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Warum wir uns mit dem Nein sagen schwertun

Ja oder nein sagen?

© Autor: Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Die ersten Neins hören wir von unseren Eltern. Diese sagten Nein, wenn wir etwas taten, was Sie für gefährlich oder unanständig hielten, wenn wir uns daneben benahmen, wenn wir Ihnen mit unserem Geschrei auf die Nerven gingen, usw.

Später - in unserer Trotzphase - erprobten wir selbst die Wirkung des Wortes Nein. Wir sammelten dabei erste Erfahrungen, wie die Umwelt auf ein Nein reagiert.

Häufig waren die Reaktionen der Eltern auf unser Nein Unverständnis, Ablehnung, Kritik, Tadel, Zurückweisung, Gekränktsein, ja vielleicht sogar Schläge.

Wir lernten: Nein sagen bringt Stress, Disharmonien, Streit, Nachteile, ja sogar Strafen. Es war bequemer, ein liebes und gehorsames Kind zu sein oder wenigstens so zu tun.

Vielleicht lebten uns unsere Eltern auch vor, dass man vor anderen gut dastehen muss und deshalb nicht Nein sagen oder negativ auffallen darf.

Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir uns ihr angepasstes Verhalten "abgeschaut" haben.

Welche Einstellungen hindern am Neinsagen?

Aufgrund der Erfahrungen in der Kindheit haben wir uns blockierende Gedanken angeeignet, die uns das Neinsagen erschweren. Diese sehen so aus:

Wenn ich Nein sage,

Solch negative Gedanken machen uns Angst, Nein zu sagen. Deshalb sagen wir lieber Ja aus Angst vor negativen Konsequenzen.

Wenn wir häufig Ja sagen, obwohl wir lieber Nein gesagt hätten, dann ärgern uns meist über uns. Dadurch leidet unser Selbstwertgefühl, weil wir uns für einen Schlappschwanz und Feigling halten.

Wir fühlen uns ausgenutzt und abhängig von anderen. Wir fühlen uns als Opfer.

Hat es Vorteile, nicht Nein sagen zu können?

Oh Ja. Wenn wir nicht Nein sagen, dann

Wenn Sie in Zukunft häufiger Nein sagen, dann müssen Sie wahrscheinlich auf einige dieser Vorteile verzichten, die das Ja-Sagen hat.

Sind Sie bereit, dieses Opfer zu bringen? Vielleicht, wenn Sie erfahren, was Sie durch ein Nein gewinnen können.

Was Sie gewinnen, wenn Sie häufiger Nein sagen

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Neinsagen können hat unbestreitbare Vorteile. Ja, ich würde sogar behaupten: Neinsagen können hat mehr Vorteile, als Nachteile.

Vorteile, wenn wir Nein sagen

Was meinen Sie? Wiegen diese Vorteile die möglichen Nachteile auf? Entscheiden Sie selbst.

Ach ja. Noch eines: Wenn Ihre größte Befürchtung beim Neinsagen ist, dass der andere Ihnen Ihr Nein übel nimmt und sich von Ihnen abwendet, was haben Sie verloren?

Einen Freund? Einen wichtigen Menschen? Wohl kaum. Wenn Sie die Sympathie nur bekommen, wenn Sie Ja sagen, dann kann dem anderen nicht viel an Ihrer Person liegen, oder?

Sie sind dann für ihn nur interessant für das, was Sie ihm geben. Er mag Sie nicht um Ihretwillen, nur wegen Ihrer Ja-Geschenke.

Auf so jemanden können Sie verzichten, oder?

Wie lernen, Nein zu sagen?

Neinsagen lernen braucht Geduld, Übung und etwas Mut. Jawohl Mut. Warum?

Weil wir etwas tun, vor dem wir anfänglich Angst haben und weil manche der befürchteten Reaktionen tatsächlich eintreten werden.

Andere werden anfänglich über Ihr Nein nicht erbaut sein - insbesondere, wenn sie es gewohnt sind, dass Sie immer Ja sagen.

Im Gegenteil: die anderen werden manchmal enttäuscht sein.

Man wird Ihnen vorwerfen, herzlos zu sein. Man wird Sie vielleicht als Egoist beschimpfen.

Mit solchen Reaktionen gilt es, leben zu lernen!

Ich will ehrlich sein: Neinsagen kann am Anfang verdammt schwerfallen und weh tun. Aber die Wunden werden heilen, ohne dass Narben zurückbleiben.

Und schließlich hat es ja auch nicht unerhebliche Vorteile, häufiger Nein zu sagen.

Vielleicht sollten Sie damit starten, den Test Angst vorm Neinsagen zu machen und sich Klarheit verschaffen, wie es um Ihre Angst steht.

1: Lernen Sie, Ihre Selbstachtung zu stärken

Warum ist eine gesunde Selbstachtung wichtig? Lehnen wir uns ab und glauben, wir seien nicht in Ordnung, dann haben wir ständig Angst, andere könnten auch negativ von uns denken.

Je mehr wir überzeugt sind, liebenswert und in Ordnung zu sein, umso weniger Angst haben wir vor Ablehnung und Zurückweisung.

Deshalb ist es wichtig, seine Selbstachtung zu stärken!

In den folgenden Beiträgen finden Sie hilfreiche Informationen zum Thema Selbstachtung und Selbstwertgefühl. Machen Sie sich an die Arbeit. Es lohnt. Versprochen!

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2: Nehmen Sie die Körperhaltung eines selbstbewussten Nein-Sagers ein

Wenn Ihre Körpersprache Unsicherheit und Unterwürfigkeit signalisiert, können Sie ein Nein nicht überzeugend rüberbringen.

Üben Sie also eine selbstbewusste Körperprache einzunehmen, wenn Sie Nein sagen.

Unterstreichen Sie deshalb Ihr Nein mit einer eindeutigen Körpersprache:

Eine selbstbewusste Körpersprache verleiht Ihren Worten Gewicht.

Achten Sie auf Ihre Körpersprache, wenn Sie überzeugend Nein sagen wollen.

Auch der Beitrag Notlügen könnte interessant sein.

3: Geben Sie sich die Erlaubnis, ein Egoist zu sein

Ja, Sie haben richtig gelesen. Tatsache ist: jeder Mensch ist ein Egoist!

Jeder hat für das, was er tut, egoistische Gründe. Total altruistische Menschen gibt es bestenfalls in buddhistischen Klöstern.

Wenn wir anderen helfen, gewinnen wir immer auch etwas: innere Zufriedenheit, das Gefühl, ein guter Mensch zu sein, einen Sinn im Leben, ...

Kein Grund also, sich dafür zu schämen, dass wir egoistisch sind.

Wenn Sie jemand als Egoisten bezeichnet können Sie sicher sein, dass dieser Jemand selbst einer ist.

Sein Ego(ismus) wird nicht befriedigt (er bekommt nicht, was er will) und versucht Sie mit dem Vorwurf, ein Egoist zu sein, emotional zu manipulieren.

Machen Sie den Egoismus Test, um zu sehen, ob Sie zu egoistisch sind.

Und werfen Sie einen Blick in meine Videoberatung Angst egoistisch zu sein und den Beitrag Sich selbst verwirklichen heißt egoistisch zu sein.

Wenn du Ja zu anderen sagst, pass auf, dass du nicht Nein zu dir sagst.Paulo Coelho

4. Reden Sie Klartext

Gebrauchen Sie keine Entschuldigungen, Ausflüchte oder Notlügen, wenn Sie Nein sagen.

Üben Sie, klar und deutlich zu sagen:

Sie können eine Begründung für Ihr Nein anfügen, müssen aber nicht.

Wenn Sie Ihre Ablehnung begründen, achten Sie darauf, dass Sie sich nicht für Ihr Nein entschuldigen nach dem Motto: Verzeih mir. Bitte hab Verständnis für meine Absage.

Sie haben das Recht, Nein zu sagen, wenn es Ihnen in den Kram passt.

Sie dürfen egoistisch sein, auch wenn es sich vielleicht so anfühlt, dass es schlecht ist, egoistisch zu sein.

Denken Sie daran: Jeder Mensch ist egoistisch.

Üben Sie Ihr Nein erst mal vor einem Spiegel. Stellen Sie sich eine Person vor, die Sie häufiger um einen Gefallen bittet und der Sie oft allzu bereitwillig zusagen.

Nehmen Sie eine selbstbewusste Körperhaltung ein und sagen klar und deutlich: NEIN.

Wie fühlt sich das an? Komisch? Vermutlich. Sie sind es ja nicht gewohnt. Deshalb: so lange üben, bis Sie Ihr Nein mit einem guten Gefühl aussprechen können.

Mehr dazu, Wie Sie ein Nein formulieren können.

selbstsicher-nein-sagen.html

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Übung macht den Meister

Nur durch Übung wird es Ihnen leichter fallen, Nein zu sagen, wenn es für Sie und Ihr Wohlbefinden wichtig ist.

Bleiben Sie also am Ball und haben Geduld. Alles Gute und viel Erfolg.


Dr. Rolf Merkle
Dr. Rolf Merkle

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.


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