Erfahrungen mit der Überwindung des inneren Kritikers

Kapitel 6 Ratgeber Selbstvertrauen
Menschen berichten über ihren Weg zu mehr Selbstvertrauen und Selbstachtung

© Autor: Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Vor Beginn der praktischen Übungen möchte ich dir drei Menschen und ihre Erfahrungen mit meinem Buch vorstellen. Ihre Berichte zeigen, worauf es beim Überwinden des inneren Kritikers ankommt, welche wunderbaren, aber auch ungewöhnlichen und überraschenden Erfahrungen man dabei machen kann und welche Hürden sich auf dem Weg zu mehr Selbstachtung und Selbstvertrauen auftun können.

Christoph

Selbstannahme war für mich bis zum Lesen Ihres Buches fremd, und auch vor Selbstvertrauen sprudelte ich nicht gerade. Von mir als gesamte Person hielt ich ziemlich wenig, sowohl was meine Optik als auch viele meiner geistigen Eigenschaften anbelangte. Ich war nicht sehr zufrieden mit meinem Gesicht und kam mir in manchen Situationen im Beisein anderer total peinlich vor. Ich begann im Alter von 16 Jahren mit Muskeltraining, um so mehr an Attraktivität zu gewinnen.

Komplimente und Lob nahm ich nur bedingt an, auch in der Angst, überheblich zu werden. Und sowieso war ich der felsenfesten Überzeugung, dass keiner wirklich zufrieden und glücklich mit sich selber sein konnte.

Ich war zu dem Schluss gekommen, jeder versuche durch seine Art und sein Verhalten nur, anderen zu imponieren, um besser dazustehen und gemocht zu werden. Selbstlob setzte ich entweder mit Arroganz gleich (was ich unter keinen Umständen werden wollte!) oder hielt es für eine weitere Form, zusätzliche Bestätigung von außen zu erhaschen. Ich dachte, man erwarte dabei ein: »Ja, das kannst du echt gut! Ich wünschte, ich könnte das auch.« Eine Form also, mit der man sich selber aufbaut.

Sie holten mich mit Ihrem Buch an der Stelle ab, an der ich mich befand. All meine Schlussfolgerungen über mich und meine Mitmenschen wurden auf einmal völlig in Frage gestellt. Ich war entsetzt darüber, welch negative Sachen ich lautstark jeden Tag zu mir sagte und dachte. Sagte ich etwas Falsches in Gegenwart eines anderen, dachte ich »Mensch, was bist du blöd! Denk doch mal vorher nach!«

Schaute ich in den Spiegel, wertete ich mich ab, indem ich sagte: »Wie siehst du nur aus!« Lange und ernsthaft und ohne mieses Gefühl konnte ich mir eh nicht in die Augen schauen. Das jedoch sollte sich ändern.

Ihr Buch bewirkte zweierlei: Zum einen öffnete es mir die Augen. Ich erkannte: »Ich darf mich annehmen, mich lieben, mich wertschätzen. Es ist etwas Gutes! Nicht gut ist es, wenn ich mich selber runterputze und mich selber klein mache.«

Zum anderen bewirkte es eine große Motivation in mir. Ich sah einen Silberstreifen am Horizont. Etwas in mir sagte, dass ich es wirklich schaffen könnte! Dass ich mehr Zufriedenheit erleben könnte.

Zunächst begann ich damit, auf meine Gedanken und Worte mir gegenüber zu achten. Am eindrucksvollsten in Ihrem Buch fand ich den Unterschied zwischen meiner Person (Bsp: «Ich bin ein Tollpatsch.«) und meinem Verhalten (Bsp: «Das war ungeschickt.«)

Ich hörte förmlich, wie oft ich etwas Negatives, persönlich Beleidigendes, zu mir sagte. Ich begann damit, es einfach nicht mehr zu sagen, es sein zu lassen. Wenn mir etwas herunter fiel oder ich etwas vergaß, sagte ich nicht mehr «Du Trottel!«

Das Gefühl, nichts in diesem Moment zu sagen, empfand ich als absolut widerlich! Mein Magen drehte sich dabei förmlich um. Am liebsten hätte ich mir bei jedem Mal in den Hintern gebissen. Ich wollte unbedingt sagen, dass ich ein Trottel bin, da ich es so fühlte und mich für einen hielt. Ich hatte starkes Verlangen danach, weil ich es ja gewohnt war.

Doch ich blieb hartnäckig. Ich hörte wirklich auf damit! Ich beleidigte mich nicht mehr, auch wenn es mir bei manchen Gelegenheiten aus dem Affekt heraus doch wieder passierte. Wenn es mir passierte, machte ich mir jedoch keine Vorwürfe deswegen. Oder ich machte mir keine Vorwürfe, wenn ich mir Vorwürfe machte. Momente zum Üben gab es im Überfluss.

Das miese Bauchgefühl hielt längere Zeit an. Ich weiß selber nicht mehr, wann es aufhörte, vielleicht nach ein paar Monaten. Auch war es mir ein Anliegen, anderen Menschen, wenn sie mir aufgrund einer ungeschickten Tat vorzuhalten versuchten, ich sei dumm, zu erwidern: »Nein, das ist nicht wahr! Ich bin nicht dumm, ich habe lediglich etwas fallen gelassen. Das war ungeschickt, mehr nicht!«

Oft schauten mich meine Mitmenschen in diesem Moment entgeistert an, denn viele hielten dies inhaltlich für dasselbe. Mir hingegen half es und es bestärkte mich darin, das Richtige zu sagen.

Der Gedanke, »Trottel« oder etwas Ähnliches zu sagen, verschwand mit der Zeit. Ich dachte zwar immer wieder daran, dass ich die Alternative hätte, dies sagen zu können, doch ich tat es einfach nicht.

Und weil das schlechte Bauchgefühl nachließ, ließ ich mich auch nicht mehr davon abbringen, das zu tun, was ich tun wollte: Mir das Richtige zu sagen.

Heute verspüre ich noch nicht einmal mehr das Verlangen danach. Im Gegenteil: Ich halte es für falsch und eine Unwahrheit, sich persönlich zu beleidigen! Es ist eine der hartnäckigsten, praktizierten Lügen dieser Welt! Ich bin froh, dies erkannt zu haben.

Dann begann ich damit, mir in einen Handspiegel zu sagen: »Ich mag dich, Christoph.« Sie schreiben in Ihrem Buch, dass dies die wirkungsvollste Handlung gegen den Einfluss des Kritikers auf das Wohlbefinden sei und gleichsam auch die Schwierigste.

Ja, das kann ich bestätigen! Auch hier meldete sich mein Magen sehr extrem. Ich hatte ein großes Unwohlgefühl, als ich dies zu sagen begann. Alles sträubte sich in mir. Ich jonglierte mit verschiedenen Worten.

Ich sagte: »Christoph, ich bin dein Freund.«, »Ich mag dich.« Ich begann, mit mir zu sprechen. Das hatte ich noch nie getan. Ich dachte daran, wie peinlich es wäre, wenn mich dabei jemand sehen würde. Auch sagte ich zu mir in den Spiegel: »Christoph, achte jetzt nicht auf dein Gefühl, hör mir einfach zu.«

Wie schon angedeutet: Ich fand mein Gesicht nicht besonders attraktiv und meinen Kopf zu klein. Doch ich wusste von mir, dass ich die Fähigkeit besitze, positive Dinge in Menschen sehen zu können. Also suchte ich gezielt nach Dingen in meinem Gesicht, die mir gefielen. Ich dachte, wenn ich nur eine einzige Sache finden würde, die mir gefällt, würde ich versuchen, mich allzeit daran zu erfreuen.

Und das schaffte ich auch: Ich fand meine Augen und meine Augenfarbe recht schön und fand meine Gesichtshälften symmetrisch. Jedes Mal wenn ich mich ansah, dachte ich daran. Ich machte es mir zur Gewohnheit, bewusst positiv zu mir zu sprechen. Die Gedanken, dies sei nicht normal, konterte ich damit, dass jeder permanent bewusst oder unbewusst zu sich redet. Das half mir.

Es bauten sich viele negative Gedanken in mir auf, die ich entweder mit korrigierenden Worten oder mit Ignoranz bekämpfte. Bildlich betrachte ich dies immer mit einem Schwert und einem Schild. Ich habe viele Aufs und Abs erlebt. Aufgegeben hab ich trotz vieler Zweifel nie. Seither ging es mir echt besser. So etwas hatte ich bisher nicht erlebt.

Vor einem halben Jahr habe ich mein Training zur Selbstannahme erneut intensiviert. Ich habe mir einen Mut machenden Text auf meinen MP3-Player gesprochen, den ich mir täglich auf dem Weg zu meinem Job im Bus anhöre. Ich habe u. a. gesprochen: »Christoph, ich mag dich! Du bist ein liebenswerter und wertvoller Mensch! Du hast viele Talente. Ich verzeihe dir alle deine Fehler.«

Auch bin ich irgendwann übergegangen von »Ich mag dich.« zu »Ich liebe dich.« Das kann ich mittlerweile völlig ernstgemeint und mit einem guten Gefühl zu mir sagen, was anfangs auch sehr ungewohnt war.

Zusätzlich habe ich mir angeeignet, wenn mir Missgeschicke passieren, ich zu spät komme oder ich etwas vergesse, aufbauende Worte zu mir zu sagen. Ich sage jetzt: »Kopf hoch, Christoph, ich liebe dich, du bist ein liebenswerter und wertvoller Mensch! Fehler passieren jedem! Ich bin dein Freund, helfe dir und stehe dir immer zur Seite!«

Ich nutze meine Missgeschicke nun als Training. Mittlerweile kommen diese Worte ganz von allein. Manchmal bin ich selber überrascht, wie die Worte einfach aus mir heraussprudeln. Es bereitet mir Freude, mit einer liebevollen Stimme zu mir zu reden.

Ja, ich fühle mich gut! Ich bin gerne mit mir zusammen! Ich fühle mich selten allein, weil ich weiß, einen guten Freund – mich selber – zur Seite zu haben. Es macht mir Spaß, mir gut zuzureden. Das ist was Wunderbares!

Mit Kritik kann ich schon lange recht gut umgehen. Persönliche Beleidigungen machen mir in der Regel nichts mehr aus (Ich kenne ja den Unterschied zwischen mir und meiner Tat).

Ich erfreue mich meines Lebens, doch ich möchte weiter an mir arbeiten. Ich weiß, dass ich nicht perfekt sein muss, um glücklich zu sein. Umso mehr liebe ich es, mir zu verzeihen. Das ist ein schönes Gefühl, das ich jedem gönnen möchte.

>>> mehr darüber im Ratgeber Selbstvertrauen

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Rolf Merkle
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144 Seiten, EUR (D) 12,80
Auflage 300.000 Exemplare

136 (!) positive Bewertungen

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