ratgeber selbstwertgefühl stärken

Neues erleben und lernen ist wichtig

© Autor: Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Nicht wenige Menschen haben Angst vor dem Neuen und Unbekannten.

Sie haben Angst, aus gewohnten Bahnen auszubrechen und etwas auszuprobieren, das sie nicht kennen.

Sie wollen stets auf Nummer sicher gehen.

Veränderung ist etwas, wovor sie zurückschrecken. Sie lesen stets nur die gleiche Art Bücher oder hören immer nur die gleiche Art Musik.

Sie wechseln nicht ihre Arbeitsstelle, auch wenn sie anderswo bessere Verdienstmöglichkeiten oder Aufstiegschancen haben.

Sie haben zuviel Angst zu versagen.

Sie treffen sich stets nur mit den gleichen vertrauten Leuten, gehen nie in ein anderes Lokal und probieren nie neue Speisen aus.

Nicht weil sie das fremdartige Essen nicht mögen. Nein, weil das Unbekannte bedrohlich für sie ist.

Menschen, die ein erfülltes Leben führen, sind dagegen stets auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten.

Für sie liegt in dem Neuen und Unbekannten etwas Faszinierendes und Spannendes. Sie sind von dem Neuen begeistert und immer bereit, es auszuprobieren.

Es gibt einen schönen Witz: Zwei Freunde gehen in ein Spezialitätenrestaurant. Der eine erkundigt sich bei der Bedienung: „Was haben Sie für eine Spezialität?“ „Zunge, mein Herr, ganz frisch heute.“ „Zunge, mmmhhh. Ich habe noch nie Zunge gegessen. Geben Sie mir ein Sandwich mit Zunge. Das muss ich probieren.“

„Zunge?“ fragt der andere. „Wie kann man so etwas essen? Das ist ja ekelhaft. Mir dreht sich der Magen um. Wie kann man etwas essen, was aus dem Maul eines Tieres kommt?“ „Du musst das nicht zu essen. Bestelle dir etwas anderes.“ „Mach ich. Ich nehme einen Eiersalat.“

Negativ eingestellte Menschen würden nie eine Fremdsprache lernen. Sie würden sich damit entschuldigen, dass sie die Sprache nicht in der Schule gelernt haben und dass es nun zu spät dazu sei.

Und überhaupt. Was für einen Sinn sollte es haben, jetzt noch eine Fremdsprache zu lernen?

Positiv eingestellte Menschen lernen auch noch mit 90 Jahren eine neue Sprache.

Sie beginnen mit 60 Jahren noch ein Studium oder schreiben sich zu Vorlesungen an der Universität ein.

Ihr Wissensdurst ist unersättlich. Sie sind neugierig auf alles, was sie nicht kennen.

Sie finden es spannend und aufregend, etwas Neues kennenzulernen, auch wenn es für sie keinen praktischen Nutzen hat.

In einer lokalen Tageszeitung, stand vor einiger Zeit ein Bericht über eine 62jährige Frau, deren Mann gestorben war.

Sie lernte mit ihren 62 Jahren das Segeln und zwei Jahre später segelte sie allein über den Pazifik.

Nun ist das sicherlich nichts, was wir alle tun sollten. Aber diese Frau besaß diese Qualität, die alle positiv eingestellten Menschen besitzen.

Sie sagte sich nicht: „Ich bin jetzt schon so alt. Jetzt ist es zu spät. Mein Leben ist gelaufen. Was kann ich noch erwarten?“

Sie sagte vielmehr: „Es gibt noch so vieles zu erleben und zu erfahren. Ich werde jeden neuen Tag meines Lebens auskosten und ihn zu einem Abenteuer machen.“

Wenn wir unser Leben stets nur in gewohnten und vertrauten Bahnen führen, dann ist es wie eine Flasche Coca Cola, die für zwei Tage offen stand.

Die Kohlensäure ist raus und die Cola schmeckt fade und langweilig.

So ist auch unser Leben, wenn wir das Neue und die Begeisterung aus ihm fernhalten.

Der Grund hierfür liegt in unseren Hormonen - genauer gesagt beim Dopamin, unserem Glückshormon.

Es wird ausgeschüttet, wenn wir positive Erfahrungen machen, unerwartet Positives erleben und Neues wagen.

Routine und Langeweile erstickt die Dopaminproduktion und macht antriebslos.

Wir alle haben von unseren Eltern eine Reihe von Verhaltensregeln und Lebensweisheiten mit auf den Weg bekommen.

Diese sehen etwa so aus: „Pass dich an, hör auf andere, geh zur Schule, lerne fleißig, schreibe gute Noten, studiere wenn möglich oder suche dir einen anständigen Beruf, heirate, ziehe Kinder groß, sorge für das Alter vor, mach es anderen stets recht, bezahle deine Rechnungen pünktlich, sei ordentlich, mach keine Schwierigkeiten, zieh dich sauber an, komm nicht mit dem Gesetz in Konflikt, denk an die Zukunft, spare, sei strebsam“, usw.

Ich verurteile diese Regeln nicht. Sie können durchaus sinnvoll sein.

Wenn unser Leben jedoch ausschließlich aus der Befolgung solcher Regeln besteht, dann können wir keine innere Befriedigung und keinen Sinn im Leben finden.

Wir leben dann zwar genau nach Fahrplan. Dieser geht jedoch am Leben vorbei.

Wenn wir nicht außerfahrplanmäßige Wege gehen, die die Möglichkeit neuer Erfahrungen in sich bergen, dann ist unser Leben fade und eintönig.

Dann kann unser Leben nicht prickelnd und aufregend sein.

Viele Menschen gehen Tag für Tag zur Arbeit, ohne dabei eine Befriedigung zu verspüren.

Sie haben ihren Beruf 10, 20 und mehr Jahre ausgeübt. Er besteht nur noch aus Routine.

Die Befriedigung, die sie einst verspürt haben, ist verschwunden. Sie machen ihre Arbeit nur noch, weil man es von Ihnen erwartet, oder weil sie es so gewohnt sind. Sie verspüren jedoch keinen inneren Frieden.

Menschen ohne Grenzen finden sich damit nicht ab. Wenn sie feststellen, dass sie bei dem, was sie tun, keine innere Befriedigung verspüren, dann suchen sie sich eine andere Arbeit, die sie befriedigt und die ihnen Spaß macht.

Ich weiß, was Sie denken: „Das ist leicht gesagt. So leicht bekommt man keine Arbeitsstelle mehr. Und wie steht es mit der Verantwortung, die ich habe und mit all den Verpflichtungen?“

Darüber spreche ich im Moment nicht. Ich spreche darüber, wie zufrieden Sie mit sich und Ihrem Leben sind.

Das Neue macht immer Angst, aber das Neue ist das Leben und nur durch das Neue erreichst du neue Quellen des Lebens, des Glücks. Bagwan

Wir können uns über die Ergebnisse unterhalten. Die meisten Menschen, die das Risiko eingehen und sich eine neue Arbeitsstelle suchen, sind erfolgreicher als zuvor.

Sie verdienen mehr Geld und haben mehr Erfolg, obwohl es ihnen darauf nicht ankommt.

Sie werden für ihren Mut jedoch noch mit sehr viel mehr belohnt. Da sie mit sich und ihrer Arbeit zufrieden sind, sind auch ihre Beziehungen zu anderen Menschen, den Kindern, dem Partner oder den Freunden intensiver und befriedigender.

Wenn wir das Neue und das Interesse dafür von unserem Leben fernhalten, dann können wir keine innere Befriedigung in unserem Leben erfahren.

Und wenn es uns an einer inneren Zufriedenheit fehlt, dann fehlt es uns an einem Sinn für das Leben.

Sind Sie schon gestorben und nur noch nicht beerdigt?

Es gibt viele Menschen, die mit 20 schon gestorben sind und mit 60 erst beerdigt werden.

Diese Menschen haben mit 20 aufgehört für Neues offen zu sein und sich Veränderungen zu stellen. Sie leben ihr Leben wie auf Eisenbahnschienen.

Schade, es gibt so viele Möglichkeiten, Schönes und Befriedigendes zu erleben, das bereichert und inspiriert.

Seite 15/20 Spaß im Alter - das Alter ist kein Abstellgleis


Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.


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