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Konkurrenz zwischen Männern und Frauen

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Konkurrieren Männer und Frauen anders?

Ja, Frauen kämpfen mehr auf der emotionalen Ebene. Sie planen Intrigen, zielen in ihrer Kritik auf das Privatleben, auf intime Gefühle, die sie vorher vielleicht sogar miteinander teilten, ab.

Sie machen lächerlich hinter dem Rücken, verbreiten Gerüchte, machen Andeutungen.

Männer sind mit dem offenen Kämpfen mehr vertraut. Schon in der Kindheit lernen sie das Spiel um Macht und Stärke.

Im Arbeitsbereich sprechen sie nicht mehr mit dem Konkurrenten, äußern Drohungen, blockieren ihn im Arbeitsbereich.

Warum konkurrieren Frauen mit Frauen anders als Männer mit Männern?

Frauen werden dazu erzogen, Männern zu gefallen und ihr Selbstwertgefühl großteils aus der Anerkennung von Männern zu beziehen.

Sie lernen, einerseits mit Frauen sehr intensive Beziehungen einzugehen, andererseits aber auch mit anderen Frauen zu konkurrieren: Wer ist die Schönere, Attraktivere?

Da ihnen die Anerkennung von Männern sehr wichtig ist, erleben sie sehr häufig Neidgefühle und Missgunst, wenn eine andere Frau bei einem Mann besser ankommt.

Der Erfolg von Männern ist für viele Frauen keine so große Bedrohung wie der Erfolg von Frauen.

Frauen gehen intensivere Freundschaften als Männer ein und zwar meist mit Frauen, die sich in der gleichen Lebenssituation befinden.

Sie vertrauen sich intime Dinge an, machen die Freundin zu einem wichtigen emotionalen Faktor in ihrem Leben. Sie sehen sich eher als Schwestern.

Um so enttäuschter sind sie dann, wenn die Freundin plötzlich ihre Situation verändert (ein neuer Mann, ein Job, ein Kind, eine eine Position). Die Enttäuschung kann in Haß umschlagen.

Die "verlassene" Frau sieht die Veränderung und die Loslösung der Freundin als eine Herabsetzung ihrer Person. Frauen sind in der Regel nicht auf die Austragung in Form eines offenen Konfliktes vorbereitet. Frauen fordern auch mehr Solidarität von anderen Frauen.

Männer lernen schon in früher Kindheit um Macht und Einfluss zu kämpfen, aber auch zu verlieren. Sie lernen eher zwischen Leistung und dem Wert ihrer Person zu trennen.

Hat sich im Laufe der Jahre etwas verändert?

Ja, zunächst waren sich die Frauen einig, für eine bessere Position der Frauen in der Gesellschaft zu kämpfen.

Sie lebten nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. Frauen waren sich in ihrem Kampf gegen Männer um die Gleichberechtigung einig.

Inzwischen sind mehr Frauen beruflich vorangekommen. Die Anzahl in Frage kommender Positionen wird geringer. Aus den Frauen sind Einzelkämpferinnen geworden.

Nun müssen Frauen lernen, mit Rivalität umzugehen.

Gibt es zwischen Frauen mehr Konkurrenz als zwischen Männern?

Nein, sie wird nur anders ausgelebt. Gerade in der heutigen Zeit geht das Thema Mobbing durch die Presse, indem Intrigen am Arbeitsplatz beschrieben werden.

Nach einer Untersuchung von Heinz Leymann werden viele Frauen fast täglich und meistens von Frauen angegriffen, Männer dagegen einmal wöchentlich und meistens von Männern. Von den Mobbingopfern waren 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männer.

Was tun, wenn man eine Konkurrentin hat?

Zunächst einmal ist es wichtig, sich zu verdeutlichen, dass es in unserer Gesellschaft immer Konkurrenz geben wird. Wir konkurrieren um Männer, berufliche Positionen, Anerkennung etc.

Sehen Sie Konkurrenz als Ansporn für die eigene Entwicklung. Hat eine andere Frau etwas erreicht, was Sie auch erreichen wollen, ist es natürlich, zunächst enttäuscht und auch neidisch zu sein.

Dann ist es jedoch erstrebenswert, sich nicht damit beschäftigen, die andere für ihre Position, ihren Erfolg zu hassen, sondern damit, was man selbst tun kann, diese Position zu erreichen, und was man selbst zu bieten hat.

Die andere hat die neue Position nicht angestrebt, um Sie auszustechen und Ihnen wehzutun.

Wenn eine andere etwas erreicht, was Sie auch erreichen wollten, bedeutet das nicht, dass Sie nicht dazu fähig sind. Es ist keine Abwertung Ihrer Person.

Wir Frauen müssen lernen zu akzeptieren, dass wir unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten haben.


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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