Burnout erkennen und bewältigen


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Burnout - wenn die Batterie leer ist

Burnout - ein Schlagwort, das in den letzten Jahren immer häufiger Schlaggzeilen macht. Was ist das eigentlich? Übersetzt heißt es Ausgebranntsein. Ganz besonders Menschen in sozialen Berufen und im Bereich der Diensleistungen sind gefährdet, an Burnout zu erkranken.

Burnout äußert sich in Lustlosigkeit, mangelndem Interesse am Beruf oder Aufgabenbereich, permanenter Müdigkeit und den unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden. Burnout ist ein geistiger, körperlicher und seelischer Erschöpfungszustand, der sich über ein paar Wochen, bisweilen auch über Jahre hinziehen kann. Etwas salopp ausgedrückt können wir sagen: Die Batterie ist leer.

Bevor wir uns mit den Ursachen des Burnout befassen, möchten Sie vielleicht wissen, ob Sie sich schon auf den Burnout zubewegen. Machen Sie den Burnout-Test bzw. den Burnout Risiko Test

Ursachen eines Burnout Syndroms

Das Burnout-Syndrom schleicht sich langsam ein. Zunächst haben wir den Eindruck, zu wenig Zeit für uns zu haben und immer am Ball bleiben zu müssen. Dann kommt die chronische Müdigkeit und das Nachlassen der Energie und des Engagements. Reizbarkeit stellt sich ein. Schließlich glauben wir, nichts mehr geregelt zu bekommen. Wir fühlen uns unverstanden von Freundinnen und Kollegen und ziehen uns immer weiter zurück. Selbstzweifel tauchen auf sowie starke körperliche Beschwerden.

Hinter dem Burnout verbergen sich viele unterschiedliche Ursachen:
1. Wir haben uns Ziele gesetzt, die wir nicht erreichen können.
2. Uns mangelt es an Anerkennung und positiver Rückmeldung für unseren Einsatz.
3. Wir ersticken in Routine und fühlen uns nicht mehr herausgefordert.
4. Wir fühlen uns überfordert.

Allen vier Bereichen ist gemeinsam, dass wir nicht bekommen, was wir wollen.

Die Grundeinstellung von Menschen,
die burnout-gefährdet sind

Menschen, die Burnout-gefährdet sind, sind keine Drückeberger sondern hochmotivierte Menschen. Sie wollen die Welt umkrempeln, Märtyrer spielen und stellen unrealistisch hohe Anforderungen an sich und ihr Umfeld. Wenn sie bemerken, dass nichts von anderen zurückkommt oder dass sie nichts bewirken können, lässt die Kraft nach.
Frauen sind besonders burnout-gefährdet, weil sie - mehr als Männer - dazu neigen, nach Harmonie zu streben und es anderen rechtzumachen.

Selbsthilfe bei Burnout: was tun, um Burnout-Symptome abzubauen
oder dem Burnout vorzubeugen
  • Ihre Erschöpfung und körperlichen Symptome sind keine Feinde, sondern erinnern Sie daran, dass etwas in Ihrem Leben nicht stimmt. Kämpfen Sie also nicht dagegen an, sondern beseitigen Sie die Ursachen.
  • Machen Sie eine Kosten-Nutzen-Analyse Ihrer momentanen Situation. Nehmen Sie ein Blatt Papier zur Hand und teilen es in zwei Spalten. In der ersten Spalte notieren Sie die Beschäftigungen, die Sie ungern machen, für die Sie auch nichts zurückbekommen. In der zweiten Spalte listen Sie Beschäftigungen auf, die Ihnen Freude und Zufriedenheit bereiten. Am Ende müßte im Augenblick ein krasses Ungleichgewicht zwischen Kosten und Nutzen zu erkennen sein.
  • Überlegen Sie, wie Sie in Zukunft die Nutzenseite verstärken können. Planen Sie diese Aktivitäten bewußt ein - auch wenn Sie sich erschöpft fühlen. Beispielsweíese könnten Sie mal ins Kino gehen, einen Spaziergang machen, etc.
  • Einwänden wie etwa "Ich habe keine Zeit. Auch das noch, ich habe ohnehin keine Energie" sollten Sie nicht nachgeben. Sie werden dadurch mit der Zeit Energie gewinnen.
  • Können Sie unangenehme Arbeiten abgeben, delegieren? Prüfen Sie, ob Sie alles selbst machen müssen.
  • Nehmen Sie sich täglich Zeit für eine Entspannung durch autogenes Training oder eine Muskelentspannung, wie etwa die Entspannungs-CD: Tiefenentspannung nach Jacobson
  • Geregelte Pausen und Zeit für Essen sind Pflicht am Arbeitsplatz! Sie haben die Zeit, wenn Sie sie sich nehmen.
  • Überprüfen Sie Ihr Leben auf unrealistische Erwartungen: Sie können es nicht jedem rechtmachen und sind auch nicht für alles verantwortlich. Sie werden ab und zu Fehler machen. Andere Menschen können Sie nicht ändern. Wenn Sie nicht zurückbekommen, was Sie möchten, müssen Sie etwas an Ihrem Leben verändern, damit die Rechnung wieder stimmt. Wenn der andere enttäuscht oder verärgert ist, weil Sie Ihr Verhalten geändert haben, dann ist das nicht Ihre Schuld. Wenn er sich auf Ihre Kosten ein schönes Leben macht, brauchen Sie auf seine Gefühle keine Rücksicht zu nehmen. Sie haben alles getan, ihm gesagt, was Sie sich wünschen, jetzt bleibt für Sie nur noch die Möglichkeit, Ihr eigenes Verhalten zu ändern.

© 2003-2007 Dr. Rolf Merkle - Hilfe bei Burnout
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