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Konzentration ist die Fähigkeit, dort zu sein, wo man ist.

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Jeder von uns hat schon Zeiten erlebt, in denen er sich einfach nicht auf eine Arbeit einlassen konnte. Seine Gedanken kreisten um das verkorkste Wochenende, die kaputte Waschmaschine, den geplanten Urlaub oder die unkollegiale Kollegin.

Ja, manchmal hat es für uns sogar den Anschein, als ob unsere Gedanken gerade machten, was sie wollten. Je mehr wir uns verordnen, jetzt aufmerksam und konzentriert zu arbeiten, um so weniger bringen wir zustande.

Appelle wie "Reiß dich zusammen" bringen reichlich wenig.

Unsere Konzentrationsfähigkeit läßt sich nicht durch den Willen steigern.

Unsere Konzentration ist die Folge unterschiedlicher Denk- und Verhaltensgewohnheiten, mit denen wir uns hier befassen.

Was versteht man unter Konzentration?

Der Brockhaus definiert Konzentration als "die Zentrierung seelischen Geschehens; speziell die bewußte Steigerung der Aufmerksamkeit und ihre Bindung an ein vorgegebenes Ziel."

Die Definition beinhaltet, daß es uns gelingt, uns auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren und irrelevante Dinge zu ignorieren.

Viele inneren und äußeren Störquellen können uns jedoch davon abhalten, unsere Aufmerksamkeit gezielt auf einen Punkt zu richten.

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Konzentrationsblockaden

S. Horn führt in seinem Buch "Konzentration" 11 unterschiedliche Konzentrationsblockaden auf:

1. Ablenkungen und Unterbrechungen
Hierunter fallen beispielsweise das ständig klingelnde Telefon, die Unterbrechung durch Kolleginnen/den Chef, Baustellenlärm und Maschinengeräusche, ein chaotischer Schreibtisch, Musik.

2. Mangel an Übung und Erfahrung
Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren wird erlernt. Wenn wir sie nicht erlernen und/oder nicht trainieren, dann werden wir sie wieder verlernen.

3. Gewohnheitsmäßige Unaufmerksamkeit/Zersteutheit
Wenn wir uns angewöhnt haben, unsere Gedanken einfach kreisen und über uns hereinbrechen zu lassen oder sie nicht zu Ende zu denken, dann leidet unsere Aufmerksamkeit.

4. Geringe Frustrationstoleranz
Sobald etwas nicht nach ihren Vorstellungen läuft, können sich viele Menschen nicht mehr bei der Stange halten. Aufgrund ihrer geringen Frustrationstoleranz brechen in ihrem Bemühen ab.

5. Mangel an Interesse und Motivation
Wenn uns etwas nicht sonderlich interessiert und wir keinen Sinn darin sehen, werden wir unsere Aufmerksamkeit abschweifen lassen - es sei denn wir wecken bewußt unser Interesse.

6. Aufschieben - vor sich herschieben

7. Handlungszweck oder Plan unklar
Wenn wir nicht genau wissen, wie wir eine Aufgabe bewältigen sollen, dann führt das leicht zu einem Abfall in der Konzentration.

8. Zerstreutheit/Überlastung
Unser Gehirn kann zu einer Zeit nur einem Gedanken folgen. Haben wir uns zu viele Projekte an Land gezogen, werden wir, wenn wir an dem einen arbeiten, mit Gedanken an die anderen zu kämpfen haben.

9. Müdigkeit, Streß, schlechte Gesundheit
Eine sich anbahnende Grippe, Übernächtigung, Medikamenteneinnahme, hoher Alkoholkonsum und eine berufliche oder private Dauerbelastung beeinträchtigen unsere Aufmerksamkeit.

10. Emotionale Probleme
Je mehr wir uns durch ein Ereignis bedroht und aus dem Gleichgewicht gebracht fühlen, desto mehr zieht dieses Ereignis die Aufmerksamkeit an sich und usmo störanfälliger ist unsere Konzentrationsfähigkeit (Bsp. Trennung oder Verlust eines Partners durch Tod, drohende lebensgefährliche Operation)

11. Negative Einstellung
Wenn Sie sich innerlich gegen die Arbeit wehren oder glauben, sie nicht bewältigen zu können, werden Sie sich auch nur schwer darauf konzentrieren können. Auch Zeitdruck oder die Einstellung "Ich muß unbedingt, aber will nicht ..." können unsere Konzentrationsfähigkeit blockieren.

Wie sieht es mit Ihrer Konzentrationsfähigkeit aus?

Wenn wir bemerken, daß wir uns nicht richtig konzentrieren können, dann sollten wir uns nicht dafür verurteilen.

Die Selbstverurteilung steigert unsere Konzentrationsfähigkeit in den meisten Fällen nicht und läßt uns nur noch unzufriedener mit uns selbst zurück.

Eine Analyse der Ursachen ist angesagt: Weshalb können Sie sich nicht konzentrieren? Schauen Sie sich hierzu nochmals die obige Liste der Konzentrationsblockaden an. Sobald Sie wissen, woher Ihre mangelnde Konzentration rührt, können Sie auch Handlungsstrategien entwickeln, um Ihre Konzentrationsfähigkeit zu verbessern.

Was fördert die Konzentration?

Zunächst sollten wir einmal mit dem Aberglauben aufräumen, daß man sich entweder konzentrieren kann oder nicht. Buddhistische Mönche arbeiten ihr Leben lang daran, sich ganz auf eine Aktivität zu konzentrieren, sozusagen in ihr aufzugehen, ohne darüber nachzudenken. Warum sollte es uns leichter fallen?

Unsere Konzentrationsfähigkeit entsteht auch nicht nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. An manchen Tagen wird es uns besser gelingen, an anderen weniger.

Wenn Sie beispielsweise das Autogene Training erlernt haben, dann wissen Sie, daß es nicht immer gleich gut funktioniert. Manchmal werden immer wieder störende Gedanken auftauchen, die Sie dann nur sanft vorüberziehen lassen sollten.

Alles, was uns seelisch aus dem Gleichgewicht bringt, stört auch gleichzeitig unsere Konzentrationsfähigkeit.

Untersuchungen haben gezeigt, daß wir bei einem mittleren Anspannungsniveau die höchste Leistungsfähigkeit zeigen, d.h. dann, wenn wir weder zu entspannt, noch zu angespannt sind.

Wie die Konzentration steigern?

Nehmen wir uns dazu die Störquellen von oben zu Hilfe:

Wenn Sie zu oft abgelenkt und unterbrochen werden an Ihrem Arbeitsplatz, dann sollten Sie sich überlegen, wie Sie sich besser abschirmen können.

Wenn Sie Geräusche und Störungen nicht abstellen können, dann geben Sie diesen die innere Erlaubnis, da zu sein. Je mehr Sie sich nämlich innerlich dagegen wehren ("Dieser Lärm ist nicht zum Aushalten!"), umso mehr dringen die Störungen in Ihr Bewußtsein und stören Sie tatsächlich in der Aufmerksamkeit.

Akzeptieren Sie die Störquellen mit der Einstellung: "O.k., ihr seid da. Ihr dürft da sein. Ich werde meine Arbeit erledigen".

Wenn Sie nicht geübt sind, sich zu konzentrieren, dann sollten Sie sich die Zeit nehmen, Ihre Konzentrationsfähigkeit zu trainieren.

Wenn Sie zu schnell aufgeben, dann sollten Sie an Ihrer Frustrationstoleranz und Ihren hohen Erwartungen arbeiten. Um am Ball bleiben zu können, müssen Sie mit sich selbst geduldig sein.

Wenn Sie die Aufgabe nicht interessiert, dann sollten Sie entscheiden, ob Sie die Aufgabe überhaupt angehen wollen oder nicht. Wenn ja, müssen Sie diese interessanter machen:

Wenn Sie überlastet sind, dann sollten Sie Ihre Projekte systematisch durchforsten:

Wenn Sie in einer seelischen Krise sind, dann gehen Sie nicht so hart mit sich ins Gericht. Sie können dann nur bis zu einem bestimmten Grad Ihre Konzentrationsfähigkeit beeinflussen.

Wenn Sie aus dem inneren Gleichgewicht geraten sind, können Sie nur schwer den Kopf frei bekommen.

Vielleicht sollten Sie sogar Ihrer Kollegin oder dem Chef mitteilen, dass Sie im Augenblick in einer schweren Belastungssituation sind und deshalb nicht so leistungsfähig sind.

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Zusammenfassung

1. Unsere Konzentrationsfähigkeit ist erlernt und kann trainiert werden.

2. Wir können 11 Konzentrationsblockaden unterscheiden: Ablenkung, Mangel an Übung, gewohnheitsmäßige Unaufmerksamkeit, geringe Frustrationstoleranz, Mangel an Interesse, Aufschieben, Unklarheit des Plans, Überlastung, Müdigkeit, ungelöste emotionale Probleme und negative Einstellungen.

3. Konzentration kann nicht verordnet, wohl aber trainiert werden.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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