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Krisen sind ein unvermeidbarer Bestandteil des Lebens. Deshalb ist es für uns wichtig, zu wissen, wie man diese bewältigt. Bild © Gerd Altmann - pixelio.de
Autor dieses Beitrags: © Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe
Lebenskrisen und unangenehme Veränderungen reißen uns aus dem Alltragtrott und werfen uns oftmals aus der Bahn. Wir sind unvorbereitet und wissen nicht, wie wir mit der Veränderung umgehen sollen. Wir fühlen uns überfordert und hilflos.
Das ist völlig normal. Gleichzeitig können Lebenskrisen aber auch eine Chance sein, wenn wir ihre Botschaft verstehen.
Stellen sich uns Ereignisse wie eine chronische Erkrankung, der Arbeitsplatzverlust, der Tod eines Angehörigen, die Wohnungskündigung oder der Umzug ins Altersheim in den Weg, bekommt unser Leben eine Richtung, auf die wir nicht vorbereitet sind und gegen die wir uns wehren.
Dann müssen wir 4 Phasen durchlaufen:
1. Phase: Nicht-Wahr-Haben Wollen und Verleugnung
Wir wehren uns gegen die Veränderung, wollen die Krise nicht wahrhaben und leugnen diese.
2. Phase: aufbrechende Gefühle
Wir fühlen uns machtlos, hadern mit dem Schicksal, verspüren Ängste, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit, Wut oder Selbstzweifel.
3. Phase: Neuorientierung
Wir beginnen, nach Lösungsmöglichkeiten und Auswegen Ausschau zu halten
4. Phase: Neues Gleichgewicht
Wir haben die neue Situation akzeptiert, ja, erkennen vielleicht sogar, dass die Lebenskrise auch ihr Gutes hatte.
Wir alle müssen diese 4 Phasen durchlaufen. Es kann jedoch passieren, dass wir in einer Phase steckenbleiben. Wir leben beispielsweise nur noch in der Vergangenheit und versinken in Selbstmitleid.
Oder aber wir hadern mit dem Schicksal, warum ausgerechnet uns dies widerfahren muss, und suchen nicht nach einer neuen Lebensperspektive.
Wenn wir in einer der ersten beiden Phasen verharren, so wird sich dies schädlich auf unseren Körper und unsere Seele auswirken.
Depressionen, Suchtgefahr, körperliche Beschwerden wie etwa Schlafstörungen, Unruhe, Herz-Keislaufprobleme, Magen-Darm- Beschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen können die Folgen sein.
In jeder Krise steckt auch eine Chance für uns - auch wenn diese Aussage zunächst ziemlich sarkarstisch klingen mag.
Lebenskrisen reißen uns aus der Gleichgültigkeit, helfen uns zu erkennen, dass unsere eigenen Grenzen noch nicht erreicht sind.
Die Notlage zwingt uns, den inneren Schweinehund zu überwinden, aus Gewohnheiten auszubrechen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
In einer Lebenskrise lernen wir vielleicht
Max Frisch soll einmal gesagt haben: Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.
Machen Sie sich hoffnungsvolle Gedanken.
Ihre Verzweiflung ist um so größer, je schlimmer Sie die Krise bewerten und um so weniger Sie an eine Überwindung glauben. Gedanken wie "Nie mehr komme ich da raus", "Das Leben ist zuende" "Das kann ich nicht aushalten" rufen Verzweiflung und Mutlosigkeit in Ihnen hervor.
Machen Sie sich stattdessen hoffnungsvolle Gedanken: "Ich habe bisher immer eine Lösung gefunden", "Es ging bisher immer irgendwie weiter", "Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere", werden Sie auch mehr Kraft verspüren und schneller in ein neues Gleichgewicht gelangen.
Erinnern Sie sich an Situationen, die Sie erfolgreich bewältigt haben.
Ganz sicher haben Sie in Ihrem Leben auch schon viele Herausforderungen gemeistert. Diese Kräfte stecken noch in Ihnen und Sie können sie jederzeit wachrufen.
Was hat Ihnen damals die Kraft dazu gegeben? Was haben Sie sich damals gesagt? Was haben Sie getan, wen haben Sie um Unterstützung gebeten? Können Sie dieses Mal genauso vorgehen?
Suchen Sie nach Menschen, die ein ähnliches Schicksal gemeistert haben.
Für viele von uns ist es tröstlich, Menschen zu treffen, die in einer ähnlichen Krise waren und sie überwunden haben. "Wenn er das geschafft hat, dann könnte ich es mir ja auch möglich sein."
Gibt es in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis einen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen? Warum rufen Sie ihn nicht einfach einmal an?
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Wenden Sie sich an Menschen, mit denen Sie über Ihre Situation sprechen.
Manchmal steigern wir uns in eine Situation so stark hinein, dass wir unsere Objektivität verlieren. Wir übertreiben das Ausmaß unserer Probleme maßlos und fühlen uns dann auch entsprechend elend.
Andere Menschen, die wir ins Vertauen ziehen, können uns wieder auf den Boden der Tatsachen holen und unseren Blick in eine andere Richtung lenken.
Außerdem tut es unserer Seele gut, uns auszusprechen. Falls Sie ziehmlich einsam auf weiter Flur sind, können Sie Ihre Gedanken auch einem Tagebuch anvertrauen.
Greifen Sie zu Büchern, in denen Sie Trost finden können.
Um sich auf andere Gedanken zu bringen, sich neue Sichtweisen und Lösungswege zu erschließen oder Mut zu machen, können Sie sich auch in ein Buch vertiefen. Manche Menschen lesen in psychologischen Ratgebern oder Biographien, andere lesen Gedichte oder in der Bibel.
Leben Sie von einem Tag auf den anderen.
Ein manches Mal fühlen wir uns so überwältigt, dass wir uns nicht vorstellen können, ein Leben lang diesen Schmerz aushalten zu können. Dann ist es hilfreich, sich immer nur einen überschaubaren Tag zum Überleben vorzunehmen: "Heute kann ich es schaffen. Was kann ich heute für mich tun?"
Stellen Sie sich die Frage: Was kann ich aus dieser Krise lernen?
Welchen Sinn kann ich ihr in meinem Leben einräumen?
Sie werden sehen, sobald Sie der Krise einen Sinn für Ihr Leben geben, fühlen Sie sich nicht mehr als Opfer und erlangen eine neue Lebensperspektive.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie in einer Krise Ihre Kräfte mobilisieren und in der Krise eine Chance und eine Herausforderung sehen können, die Ihr Leben bereichert.
© 2003-2013 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Hilfe bei Lebenskrisen - Krisenbewältigung
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