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Wo Glaube ist, ist Hoffnung, und wo Hoffnung ist, geschehen Wunder

© Autor: Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Wenn ich von Glauben spreche, dann meine ich damit nicht den christlichen Glauben.

Ich meine damit vielmehr Gedanken, Überzeugungen und Einstellungen, die so stark sind, dass sie einen Einfluss auf unseren Körper haben.

D.h. ich gebrauche den Begriff Glauben, um damit auszudrücken, dass man von etwas felsenfest überzeugt ist.

Im Folgenden möchte ich Ihnen von einer Reihe von wahren Begebenheiten berichten, die deutlich machen, welch großen Einfluss unser Glauben auf unseren Körper haben.

Schauen Sie sich dieses Video an und erfahren, welchen Einfluss der Geist (der Glaube) auf Ihren Körper hat.

In einer Untersuchung sagte man einer Reihe von Medizinstudenten, dass sie ein Beruhigungsmittel bekommen würden. Einer anderen Gruppe sagte man, sie bekäme ein aufputschendes Mittel.

Nun gab man derjenigen Gruppe, der man gesagt hatte, sie bekäme das Beruhigungsmittel, das aufputschende Mittel. Umgekehrt gab man derjenigen Gruppe, der man gesagt hatte, sie bekäme das aufputschende Mittel, das Beruhigungsmittel.

Was meinen Sie, passierte? Es zeigte sich, dass mehr als 50 Prozent derjenigen, die glaubten, sie hätten ein Beruhigungsmittel erhalten, aber tatsächlich das aufputschende Mittel erhalten hatten, ruhig und entspannt waren.

Diejenigen, die glaubten, sie hätten das aufputschende Mittel erhalten, aber tatsächlich das Beruhigungsmittel erhalten hatten, waren aufgedreht und hellwach.

Dieses Experiment zeigt, dass unser Glaube hinsichtlich der Wirksamkeit eines Medikaments in hohem Maße darüber bestimmt, ob ein Medikament wirkt oder nicht.

Ja, wir können sogar durch unseren Glauben die Wirkungen eines Medikaments zunichte machen und uns genau entgegengesetzt zu der beabsichtigten Wirkung beeinflussen. Welche Bedeutung hat dieses Experiment für unseren Alltag?

Wenn Ihnen Ihr Arzt ein Medikament verschreibt, dann entscheidet Ihr Glaube zu der Wirksamkeit dieses Mittels, ob Sie nach der Einnahme des Medikaments eine Besserung verspüren werden.

Wenn Sie von dem Medikament glauben, es tauge nichts, da es in Ihren Augen billig ist – und was billig ist, kann nicht gut sein – dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Ihre Beschwerden nicht besser werden.

Glauben Sie jedoch daran, dass dies ein sehr gutes Mittel ist, dann werden Sie mit großer Sicherheit auch eine positive Wirkung verspüren.

Hat Ihnen ein Medikament nicht geholfen und Sie "wussten" das schon im Vorhinein, dann ist die ausbleibende Wirkung keine Bestätigung für Ihr Vorurteil.

Es ist vielmehr so, dass Sie durch Ihr Vorurteil, das Medikament tauge nichts, genau das herbeigeführt haben.

Man nennt das selbsterfüllende Prophezeiung. Ihre negative Einstellung, Ihre Ungläubigkeit gegenüber der Wirksamkeit des Medikaments ist die Ursache dafür, dass keine Heilung oder Besserung eintritt.

Dass es nicht am Medikament liegt, wenn Ihre Beschwerden nach der Einnahme nicht besser werden, können Sie an folgenden Experimenten sehen: In einem Experiment gab man 199 Patienten, die unter Kopfschmerzen litten, ein Placebo.

Ein Placebo ist eine wirkungslose Substanz, die in der Regel aus Zucker besteht.

Man sagte diesen Patienten jedoch, dass sie ein hochwirksamens und völlig neu entwickeltes Schmerzmittel bekämen.

Von den 199 Patienten berichteten daraufhin 120 Patienten, dass ihre Kopfschmerzen verschwunden seien.

Einer anderen Gruppe von Patienten, die unter schmerzhaften Magengeschwüren litten, sagte man, sie bekämen ein sehr wirksames Mittel gegen ihre Schmerzen.

Tatsächlich gab man ihnen jedoch ein Placebo. Daraufhin berichteten 70 Prozent der Patienten, dass sie eine erhebliche Besserung verspürten.

Nach chirurgischen Eingriffen verspüren Operierte häufig postoperative Schmerzen. Einer Gruppe frisch operierter Patienten gab man Morphin, ein sehr wirksames Schmerzmittel.

Daraufhin berichteten etwas mehr als 50 Prozent, dass ihre Schmerzen besser seien. Einer anderen Gruppe gab man jedoch ein Placebo, sagte ihnen aber, sie bekämen ein sehr wirksames Schmerzmittel. 40 Prozent dieser Gruppe verspürte daraufhin eine Besserung.

Wie lassen sich diese körperlichen Änderungen erklären? Die einzige Erklärung hierfür ist, dass der Glaube eines Patienten einen enormen Einfluss auf seinen Körper hat.

Der einzige Wirkstoff, der nämlich in einem Placebo enthalten ist, ist der Glaube an die Wirkung und Heilung.

Der Glaube an die Heilung ist eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Diese Experimente belegen, dass der Glaube an eine Heilung oder Linderung unserer Beschwerden einen enormen positiven Einfluss auf unseren Körper haben kann.

Wenn wir von etwas überzeugt sind, dann setzt dieser Glaube in uns Kräfte frei. Wie unvorstellbar groß diese Kräfte sind, das können Sie an Experimenten sehen, die man mit Menschen unter Hypnose gemacht hat.

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Hypnose - die Macht der Einbildung

Wenn ich Sie hypnotisieren und Ihnen suggerieren würde, dass ich Ihnen ein glühendheißes 2-Euro-Stück auf Ihren Handrücken lege, Ihnen aber tatsächlich nur ein ganz normales 2-Euro-Stück aus meiner Geldbörse auf die Hand lege, dann würde sich an dieser Stelle eine Brandblase bilden.

Wenn ich Ihnen in Hypnose suggerieren würde, dass ich Ihnen hochprozentigen Alkohol zu trinken gebe, sie aber tatsächlich nur Mineralwasser trinken würden, dann würden Sie sich nach einigen Gläsern so benehmen, als seien Sie betrunken.

Wenn ich Sie nun in ein Teströhrchen blasen lassen würde, wie es die Polizei bei Alkoholkontrollen verwendet, dann würde sich das Röhrchen verfärben.

Dass dies funktioniert, wurde vor einigen Jahren auf der Funkausstellung in Berlin demonstriert.

Wenn ich ihnen in Hypnose sagen würde, dass es entsetzlich kalt sei im Raum, dann würden Sie frieren.

Umgekehrt würden Sie Ihre Kleider ablegen und anfangen zu schwitzen, wenn ich Ihnen sagen würde, dass es entsetzlich heiß im Raum sei.

Wenn ich Ihnen in Hypnose sage, dass Ihre Arme schwer wie Blei sind und es Ihnen nicht möglich ist, diese auch nur einen Zentimeter zu heben, dann ist es für Sie unmöglich, Ihre Arme zu heben.

Wenn ich einen Gewichtheber hypnotisieren würde, der normalerweise 100 und mehr Kilogramm mühelos heben kann und würde ihm suggerieren, das er einen Kugelschreiber nicht vom Boden aufheben kann, dann würde ihm das auch nicht gelingen.

Die Muskeln des Gewichthebers sind auch unter der Hypnose noch genauso trainiert und stark wie im Wachzustand.

Lediglich der Glaube, den Kugelschreiber nicht aufheben zu können, macht den Gewichtheber zu einem "Schwächling".

Umgekehrt kann man einem Gewichtheber, dem es bislang beispielsweise noch nie gelungen ist, mehr als 100 Kilogramm zu heben, in der Hypnose suggerieren, dass er sehr viel stärker ist und seine Kräfte zugenommen haben. Daraufhin wird er 20, 30 und mehr Kilogramm heben können, als zuvor.

Die Hypnose hat ihm keine zusätzlichen Kräfte verliehen. Er ist nicht stärker geworden.

Stärker ist lediglich sein Glaube geworden, dass er mehr als 100 Kilogramm heben kann und dieser Glaube hat ihn dazu befähigt, noch mehr aus sich herauszuholen.

Die Kraft, diese Leistung zu vollbringen, hat schon in ihm gesteckt. Was ihn bisher daran gehindert hat, diese Leistung zu zeigen, war sein Glaube, dass er nur 100 Kilogramm heben kann.

Durch die Hypnose wurde er von seinem (Irr)Glauben befreit und es wurde ihm ein neuer Glaube gegeben.

In jedem von uns stecken Kräfte und Talente, die wir nur deshalb nicht entfalten, weil wir nicht daran glauben, dass wir sie haben. Wir sagen stattdessen: "Ich kann das nicht", "Ich schaffe das nicht", "Ich bin zu dumm dazu", usw.

Lesen Sie die spannende Geschichte von Roger Bannister, der das "Unmögliche" möglich machte.

Um den Einflusss des Glaubens, der Gewissheit, dass etwas Positives oder Negatives passieren wird, geht es im folgenden Video zum Thema Placebo und Nocebo.

heilung-glaube.html

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Welche Bedeutung hat der Nocebo bzw. Placebo Effekt für uns?

Tag für Tag hypnotisieren wir uns selbst mit den verschiedensten Gedanken. Jeder dieser Gedanken bewirkt etwas in unserem Körper.

Sind diese Gedanken negativer Art, dann verursachen wir in unserem Körper über kurz oder lang Veränderungen, die wir dann als Krankheiten ansehen.

Wenn Sie überzeugt sind, Funkmasten und Elektrosmog von Handys verursachen Kopfschmerzen und Übelkeit, dann werden Sie diese Beschwerden verspüren, wenn Sie sich in der Nähe eines Funkmastes aufhalten - auch wenn dieser abgeschaltet ist!

Wenn Sie daran glauben, dass Sie die Nebenwirkungen eines Medikamentes bekommen, die im Beipackzettel aufgeführt sind, dann verspüren Sie einige davon mit großer Wahrscheinlichkeit.

Diese Kraft unserer Gedanken oder unseres Glaubens können wir uns aber auch zunutze machen. So wie wir uns durch negative Autosuggestionen krank machen können, so können wir uns durch zuversichtliche und optimistische Gedanken gesund machen oder unsere Gesundheit erhalten und stärken.

Coué, ein Apotheker aus dem 19. Jahrhundert, wusste um die Wirkung des Glaubens oder der Autosuggestion auf die Wirksamkeit eines Medikamentes.

Wenn er einem Patienten ein Medikament gab, dann überreichte er es mit den Worten: "Ihr Arzt hat Ihnen ein sehr wirksames Mittel verschrieben. Sie werden sehen, bald sind Sie gesund."

Coué entwickelte aufgrund der Erfahrungen, die er mit seinen Patienten sammelte, die Lehre der bewussten Autosuggestion.

Er untersuchte die Wirkung des Denkens und Glaubens auf unseren Körper und fand heraus, dass wir mit unserem Denken unseren Körper positiv, aber auch negativ beeinflussen können.

Ob man glaubt, etwas zu können,
oder man glaubt, etwas nicht zu können,
man behält immer Recht.

Denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal einreden, für etwas zu schwach oder unbegabt zu sein. Ihr Glaube wird Ihre Prophezeiung erfüllen und Ihnen Recht geben - im Positiven wie im Negativen.

Die Gewissheit, gesund zu werden, hat die Macht, uns gesund zu machen. Die Gewissheit, krank zu werden, kann krank machen.


Dr. Rolf Merkle
Dr. Rolf Merkle

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.


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