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von Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut
Die Themen dieser Seite:
Was versteht man unter Stalking?
Was sind die Kennzeichen des Stalking?
Was sind Stalker für Menschen?
Folgen des Stalking für die Opfer
Was können Sie als Betroffene(r) tun?
Der Begriff Stalking stammt aus dem Englischen und zwar aus der Jägersprache. Man versteht darunter das Sich Anpirschen und Heranschleichen an Wild. In Bezug auf Menschen bedeutet dies, dass eine Person eine andere gegen ihren Willen fortwährend "verfolgt". Der Stalker verfolgt, belästigt oder terrorisiert einen Mitmenschen. Er studiert den Tagesablauf seines Opfers, um ihm möglichst oft begegnen zu können. Opfer kann der Expartner, ein Arbeitskollege, flüchtiger Bekannter, ein Promi oder ein vollkommen Unbekannter sein.
Etwa jeder Zehnte wird im Laufe seines Lebens einmal gestalkt. Über 80 Prozent der Stalker sind männlich, über 80 Prozent der Stalking-Opfer sind weiblich. Etwa die Hälfte der Stalking Opfer werden vom Ex-Partner verfolgt.
Von Stalking spricht man erst, wenn die Belästigung einer Person über längere Zeit anhält oder sich noch steigert und deren physische und psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht sind. Meist erstreckt es sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Stalking kann sich in folgenden Verhaltensweisen äußern:
Stalker sind Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl. Sie leiden häufig unter Persönlichkeitsstörungen bis hin zu Psychosen. Dies erklärt, warum viele Stalker völlig uneinsichtig und vernünftigen Argumenten gegenüber nicht aufgeschlossen sind. Durch ihre Psychose leiden die Täter unter einem Verlust des Realitätssinns. Stalker fühlen sich von ihrem Opfer meist gedemütigt, bewerten dessen Verhalten falsch, sehen sich selbst als Opfer oder wollen über andere Macht ausüben.
Kurzum: Stalker sind psychisch krank und bedürfen einer psychotherapeutischen - und im Falle einer psychotischen Erkrankung - einer medikamentösen Behandlung.
Die größte Gruppe der Stalker sind verlassene und/oder zurückgewiesene Liebhaber, die sich ungerecht behandelt fühlen. Durch ihr Nachstellen und Auflauern wollen sie ihren Partner zurückgewinnen oder bestrafen. Diese Stalker fühlen sich zutiefst gedemütigt und in ihrem Ego verletzt. Gleichzeitig sind sie aber schüchtern und leiden unter einer sozialen Inkompetenz, was ihnen die Kontaktaufnahme erschwert und sie somit quasi in ihren Augen zum Singledasein verdammt sind.
Es gibt auch Stalker, die in das Opfer verliebt sind und auf diesem Weg den anderen zu einer Partnerschaft bewegen wollen. Andere wollen einfach nur testen, ob sie das Opfer für sich gewinnen können.
Die Opfer fühlen sich zunächst nur belästigt. Später fühlen sie sich macht- und hilflos. Die Betroffenen leben in beständiger Angst, dass ihr Leben oder das ihrer Angehörigen in Gefahr ist, und leiden unter erhöhter Schreckhaftigkeit, Panikattacken, Konzentrationsproblemen, Albträumen, usw. Psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauf- und Magenprobleme können auftreten. Depressionen, Gereiztheit und Aggressivität sind ebenfalls häufige Folgeerscheinungen.
Um diesen Gefühlen zu entrinnen ziehen sich die Opfer von ihrer Umwelt zurück und suchen durch Vermeidung Kontrolle zurückzuerhalten. Sie geben viel Geld für Schutzvorrichtungen und Sicherheitsmaßnahmen aus. Manche wechseln den Wohnort oder kündigen ihren Arbeitsplatz. Manche sehen den Selbstmord als einzigen Ausweg an.
Anti-Stalking Gesetz: Dieses in 2006 verabschiedete Gesetz bietet Stalking-Opfern nun einen gewissen Rechtsschutz. Stalker, die anderen Menschen nachstellen, auflauern oder permanent belästigen, müssen mit bis zu drei Jahren Haft - in schwerwiegenden Fällen auch mehr - rechnen. Auch eröffnet das Gesetz die Möglichkeit, besonders gefährliche Täter vorbeugend in eine sogenannte Deeskalationshaft zu nehmen, um vorhersehbaren Straftaten gegen Leib und Leben vorzubeugen.
© 2003-2011 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Hilfe bei Stalking für Stalking Opfer - Stalker
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