Stalking

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Stalking - Informationen für Stalking Opfer

Frau wird am Telefon terrorisiert, hat Angst

Sie werden von einem Stalker belästigt, verfolgt und terrorisiert? Dann helfen Ihnen die Informationen für Stalking-Opfer auf dieser Seite. Bild © lassedesignen - Fotolia.com

Autor dieses Beitrags: Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Die Themen dieser Seite:
Was versteht man unter Stalking?
Was sind die Kennzeichen des Stalking?
Was sind Stalker für Menschen?
Folgen des Stalking für die Opfer
Was können Betroffene tun?

Was ist Stalking?

Der Begriff Stalking stammt aus dem Englischen und zwar aus der Jägersprache. Man versteht darunter das Sich Anpirschen und Heranschleichen an Wild.

In Bezug auf Menschen bedeutet dies, dass eine Person eine andere gegen ihren Willen fortwährend "verfolgt". Der Stalker verfolgt, belästigt oder terrorisiert einen Mitmenschen. Er studiert den Tagesablauf seines Opfers, um ihm möglichst oft begegnen zu können.

Opfer eines Stalkers kann der Expartner, ein Arbeitskollege, flüchtiger Bekannter, ein Promi oder ein vollkommen Unbekannter sein.

Etwa jeder Zehnte wird im Laufe seines Lebens einmal gestalkt. Über 80 Prozent der Stalker sind männlich, über 80 Prozent der Stalking-Opfer sind weiblich. Etwa die Hälfte der Stalking Opfer werden vom Ex-Partner verfolgt.

Die Kennzeichen des Stalkings

Von Stalking spricht man erst, wenn die Belästigung einer Person über längere Zeit anhält oder sich noch steigert und deren physische und psychische Unversehrtheit dadurch unmittelbar, mittelbar oder langfristig bedroht sind.

Meist erstreckt sich das Stalking über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Stalking kann sich in folgenden Verhaltensweisen äußern:

  • der Stalker ruft ständig im Büro oder Zuhause an; er übt Telefonterror aus
  • der Stalker belästigt, verfolgt und bedroht das Stalking Opfer
  • der Stalker hinterlässt Drohungen auf dem Anrufbeantworter, per SMS oder Email
  • der Stalker lauert seinem Opfer vor dem Büro, Zuhause, beim Spaziergang oder Hobby auf
  • der Stalker schickt unzählige Liebesbriefe und Geschenke
  • der Stalker hinterlässt an der Haustür und/oder am Auto Nachrichten
  • der Stalker beschädigt Eigentum seines Opfers
  • der Stalker bricht in die Wohnung ein
  • der Stalker bestellt Waren und Zeitschriften auf den Namen des Opfers
  • bisweilen übt der Stalker auch körperliche Gewalt aus.

Was sind Stalker für Menschen?

Stalker sind Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl. Sie leiden häufig unter Persönlichkeitsstörungen bis hin zu Psychosen. Dies erklärt, warum viele Stalker völlig uneinsichtig und vernünftigen Argumenten gegenüber nicht aufgeschlossen sind.

Durch ihre Psychose leiden die Täter unter einem Verlust des Realitätssinns. Stalker fühlen sich von ihrem Opfer meist gedemütigt, bewerten dessen Verhalten falsch, sehen sich selbst als Opfer oder wollen über andere Macht ausüben.

Kurzum: Stalker sind psychisch krank und bedürfen einer psychotherapeutischen - und im Falle einer psychotischen Erkrankung - einer medikamentösen Behandlung.

Die größte Gruppe der Stalker sind verlassene und/oder zurückgewiesene (Ex)Partner, die sich ungerecht behandelt fühlen.

Durch ihr Nachstellen und den Psychoterror wollen sie ihren Partner zurückgewinnen oder bestrafen. Diese Stalker fühlen sich zutiefst gedemütigt und in ihrem Ego verletzt.

Gleichzeitig sind sie aber schüchtern und leiden unter einer sozialen Inkompetenz, was ihnen die Kontaktaufnahme erschwert und sie somit quasi in ihren Augen zum Singledasein verdammt sind.

Es gibt auch Stalker, die in das Opfer verliebt sind und auf diesem Weg den anderen zu einer Partnerschaft bewegen wollen.

Andere wollen einfach nur testen, ob sie das Opfer für sich gewinnen können.

Folgen des Stalking für die Opfer

Die Opfer fühlen sich zunächst nur belästigt. Nach Wochen des Verfolgt- und Belästigtwerdens fühlen sie sich macht- und hilflos, da sie nicht wissen, wann der Stalker wieder zuschlägt.

Die Betroffenen leben in ständiger Angst, dass ihr Leben oder das ihrer Angehörigen in Gefahr ist, und leiden unter erhöhter Schreckhaftigkeit, Panikattacken, Konzentrationsproblemen, Albträumen, usw.

Psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauf- und Magenprobleme können auftreten. Depressionen, Gereiztheit und Aggressivität sind ebenfalls häufige Folgeerscheinungen.

Um diesen Gefühlen zu entrinnen ziehen sich die Opfer von ihrer Umwelt zurück und suchen durch Vermeidung Kontrolle zurückzuerhalten.

Sie geben viel Geld für Schutzvorrichtungen und Sicherheitsmaßnahmen aus. Manche wechseln den Wohnort oder kündigen ihren Arbeitsplatz. Manche sehen den Selbstmord als einzigen Ausweg an.

Anti-Stalking Gesetz: Dieses in 2006 verabschiedete Gesetz bietet Stalking-Opfern nun einen gewissen Rechtsschutz. Stalker, die anderen Menschen nachstellen, auflauern oder permanent belästigen, müssen mit bis zu drei Jahren Haft - in schwerwiegenden Fällen auch mehr - rechnen.

Auch eröffnet das Gesetz die Möglichkeit, besonders gefährliche Täter vorbeugend in eine sogenannte Deeskalationshaft zu nehmen, um vorhersehbaren Straftaten gegen Leib und Leben vorzubeugen.

Video - Was geht in Stalkern vor und was kann man tun, wenn man gestalkt wird?

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Was können Sie als Stalking-Opfer tun? Wer kann bei Stalking helfen?

  • Bleiben Sie nicht allein mit Ihrer Erfahrung. Informieren Sie Vertrauenspersonen, Kollegen und Ihren Vorgesetzten.
  • Handeln Sie möglichst schnell, so dass sich beim Stalker keine Gewohnheit aufbaut. Von alleine hört er meist nicht auf.
  • Teilen Sie dem Stalker einmalig (!) ausdrücklich mit, dass Sie keinen Kontakt wünschen. Gut ist es, wenn Sie dies schriftlich per Einschreiben oder vor Zeugen tun.
  • Versuchen Sie nicht selbst eine Lösung zu finden, indem Sie auf Emails, SMS und andere Kontaktversuche eingehen. Das ist genau das Falsche. Versuchen Sie nicht, ihn zur Einsicht zu bewegen oder von ihm Verständnis für Ihre Reaktion zu bekommen.
  • Versuchen Sie nicht, den Stalker zu überzeugen, dass er aufhört. Das wird Ihnen nicht gelingen. Jedes Ihrer Worte wird vom Stalker falsch ausgelegt. Am besten, nicht mit ihm reden.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. (Wenn Sie den Täter nicht kennen, dann gegen Unbekannt). Bestehen Sie zumindest auf einem Protokoll, wenn die Polizei Sie abweist bzw. keine Notwendigkeit sieht, zu handeln.
  • Hilfe bei Stalking finden Sie auch bei einem Rechtsanwalt, der Erfahrungen mit Stalkern hat. Besprechen Sie mit ihm, inwieweit eine Anzeige, eine Unterlassungsverfügung oder eine Kontaktsperre ein geeigneter Weg ist.
  • Beantragen Sie eine Fangschaltung, wenn der Stalker Sie durch Telefonanrufe terrorisiert. Beantragen Sie außerdem eine Geheimnummer.

    Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Stalker immer über Ihren Aufenthaltsort Bescheid weiß, obwohl er das eigentlich nicht wissen kann, dann denken Sie daran, dass es möglich ist, Ihren Standort im Internet ausfindig zu machen, wenn Sie ein Handy haben und dem Stalker Ihre Rufnummer bekannt ist.

    In diesem Fall Ihre Rufnummer ändern, indem Sie sich eine neue Telefonkarte holen oder sich eine neue Rufnummer geben lassen.
  • Notieren Sie sich jeden einzelnen Schritt, jede Drohung und Aktion des Stalkers in einem Stalking Tagebuch. Da die Beweislage in einem Strafverfahren schwierig ist, benötigen Sie diese Aufzeichnungen für ein mögliches straf- bzw. zivilrechtliches Verfahren.
  • Suchen Sie einen Psychotherapeuten für eine Beratung auf. Sie können den Stalker vielleicht nicht unmittelbar stoppen, aber etwas für Ihr seelisches Gleichgewicht tun.

    Es wirkt entlastend, über die Bedrohung mit anderen zu sprechen, und Verständnis für Ihre psychischen Reaktionen zu erhalten. Sie können sich Rückendeckung für Ihr Verhalten holen und lernen, sich trotz der Angriffe besser zu entspannen.
  • Wenn Ihr Expartner wegen Stalking verurteilt wurde und im Gefängnis sitzt, dann haben Sie vermutlich Angst vor Rache, wenn er entlassen wird. Auch in diesem Fall sollten Sie sich einem Therapeuten anvertrauen.

Ratgeber Selbstbewusstsein aufbauen

© 2003-2014 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Hilfe bei Stalking für Stalking Opfer - Stalker
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