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Image ist eine maßgeschneiderte Zwangsjacke
R. Lembke

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Unter Image versteht man das Bild von einer Person oder einer Personengruppe, das diese Person oder Gruppe in der Öffentlichkeit hat.

Man unterscheidet das Selbstimage, d.h. das Bild, das man von sich selbst hat, und das Fremdimage, das andere über einen oder eine Gruppe entwickelt haben.

Natürliches vs künstliches Image

Jeder von uns hat ein Image. Das Bild, das wir von einem Menschen haben, muss nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen, sondern ist beeinflusst durch unsere Vorlieben und das, was wir als wichtig ansehen.

Das Bild, das wir nach außen hin versuchen abzugeben, muss auch nicht unserem tiefsten Innern entsprechen, sondern es kann "aufgesetzt" sein.

Ein natürliches positives Image bekommt man automatisch, wenn man das tut, was man für richtig hält, wenn man sich selbst treu bleibt, wenn man bei dem, was man tut, seinen eigenen Werten und Vorstellungen folgt, anstatt das zu tun, was andere von einem erwarten.

Der Politiker Herbert Wehner hat sich zu seinen Lebzeiten bestimmt nicht gefragt, wie er sich ein bestimmtes Image verpassen kann.

Er tat, was er für richtig hielt, blieb sich selbst treu und legte sich automatisch ein Image zu.

Wir alle wollen anerkannt, gemocht und geschätzt werden. Um dies zu erreichen, wollen wir anderen von uns einen bestimmten Eindruck, ein bestimmtes Bild vermitteln.

Wir geben uns so, wie wir glauben, bei anderen anzukommen. Ein bestimmtes Image wird zur Masche und der Mensch, der sein Image zur Masche macht, ist wie ein Chamäleon, der es letztlich allen recht machen will und damit unglaubwürdig wird.

Ein Image ist oft nur eine Maske, hinter der man sich versteckt. Man will auf andere einen bestimmten Eindruck machen.

Man will imponieren, erfolgreich dastehen, als Frauenheld, als der Überlegene, vital, dynamisch, intelligent oder cool. Man will andere glauben machen, wir seien so, wie wir gerne wären.

So wie wir versuchen, anderen ein bestimmtes Bild von uns zu vermitteln, so machen sich andere von uns auch ein Bild.

So werden wir Deutschen oft als sauber, pünktlich, ordentlich und strebsam angesehen.

Die Werbung versucht sich das Bedürfnis der Menschen nach einem attraktiven Image zunutze zu machen.

So verheißt die Werbung dem Benutzer eines bestimmten Parfüms vielleicht, dass er damit unwiderstehlich ist.

Einer Hausfrau wird suggeriert, sie sei nur dann eine gute Hausfrau, die von ihrem Mann und den Kindern geliebt wird, wenn Sie ein bestimmtes Waschmittel benutzt.

Autohersteller suggerieren vielleicht dem Käufer einer bestimmten Marke, dass er erfolgreich und dynamisch ist.

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Wenn das Image zur Belastung wird

Ein Image kann zum Bumerang werden, zum Korsett, aus dem man nicht mehr so leicht herauskommt. Hat man sich erst einmal ein bestimmtes Image zugelegt, dann erwarten andere auch, dass man immer so ist.

Es kann ein ungeheurer Druck von außen entstehen, wenn man sich anders verhält, als man es die ganze Zeit getan hat. Hat man beispielsweise so getan, als sei man stets der Besonnene und Ausgeglichene, dann verschreckt man die anderen, wenn man plötzlich ausrastet.

Ein Image kann zur Verpflichtung werden, die eine Persönlichkeitsveränderung blockiert und somit verhindert, dass man sich weiterentwickelt.

Außerdem muss man sich stets vergewaltigen, quasi gegen seine Natur handeln. Die Folge können psychische Probleme sein oder auch Krankheiten wie Magengeschwüre oder Bluthochdruck.

Ein Verkäufer, der das Image hat, ein erfolgreicher Verkäufer zu sein und dem dieses Image sehr wichtig ist, gerät in große Schwierigkeiten, wenn seine Verkaufszahlen sinken. Er wird sich dann unter einen ungeheuren Erfolgsdruck setzen, seine Verkaufszahlen wieder zu steigern und damit sein Image zu bewahren bzw. wiederherzustellen.

Wenn man sich als Gastgeber - bewusst oder unbewusst - das Image zugelegt hat, seinen Gästen stets nur haute cuisine vorzusetzen, dann wird man Unverständnis ernten, wenn es nur einen einfachen Braten gibt.

Dann heißt es vielleicht: "Du hast ganz schön nachgelassen" oder "Du bist auch nicht mehr wie früher".

Hat eine Sekretärin erst einmal das Image, dass sie bereitwillig Überstunden macht, wird sie es sehr schwer haben, pünktlich Schluss zu machen.

Der Chef, der das Image hat, seine Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen, wird es schwer haben, Vertrauen zu gewinnen, auch wenn er sein manipulatives Verhalten aufgibt.

Warum man sich ein Image zulegt

Sich selbst ein Image durch ein bestimmtes Auftreten, durch bestimmte Accessoires zuzulegen, ist grundsätzlich nicht schlecht.

Negativ ist das allerdings dann, wenn das Image ein Schutz oder Panzer ist, hinter dem sich ein unsicherer Mensch verbirgt; dann nämlich klammert man sich an sein Image, aus Angst, die anderen könnten entdecken, dass man gar nicht der ist, der man vorgibt zu sein.

Wer sich bewusst ein Image zulegt, der glaubt, er habe keines. Wer sich ein Image zulegt, hat es nötig, als jemand anderer zu erscheinen, als der, der er ist oder zu sein glaubt.

Wer ein Image braucht, hat also kein Selbstvertrauen, ist sich seiner, so wie er ist, unsicher und braucht deshalb ein Außengerüst - eben das Image - um sich wertvoll zu fühlen bzw. um das Gefühl zu haben, wer zu sein.

Was tun, um uns über unser Image im Klaren zu werden?

1. Zunächst einmal ist es wichtig, sich selbst zu beobachten. Wie möchten Sie gerne in der Öffentlichkeit erscheinen? Als welche Art von Person möchten Sie gesehen werden? Als derjenige, der sich durchsetzt, gütig ist? Wollen Sie als kompetent erscheinen, als unnahbar?

2. Dann sollten Sie ein paar Freunde danach befragen, wie Sie auf diese wirken.

3. Nun überprüfen Sie, ob Sie wirklich so wirken möchten, wie Sie auf andere wirken. Denken Sie daran, dass wir uns manchmal nur in einer bestimmten Art und Weise verhalten, weil wir es so gelernt haben.

Manchmal verhalten wir uns auch in einer bestimmten Art und Weise, weil wir Angst haben, abgelehnt zu werden.

Unser Ziel sollte es sein, im Einklang mit uns zu sein, d.h. uns so zu verhalten, wie es unseren Bedürfnissen entspricht und gleichzeitig niemand anderen gefährdet.

Ziel sollte es sein, "echt" und authentisch zu sein. Damit geht man allerdings das Risiko ein, von seinen "Fans" ausgepfiffen und abgelehnt zu werden, aber man wird neue Fans finden, die einen so mögen, wie man ist.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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