Interesse und Neugierde |
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Neugier ist der Jungbrunnen des Alters"Da komm ich nicht mehr mit", "Ich bin schon zu alt", "Das ist nichts mehr für mich" - haben Sie sich auch schon bei solchen Bemerkungen ertappt? Dann sind Sie gefährdet, sich gehörig in Ihren Entwicklungsmöglichkeiten zu begrenzen. Sie entscheiden quasi schon im vorab, wo Ihre Leistungsgrenze ist - ohne die Probe aufs Exempel zu machen. Neugierde und Interesse - das sind Eigenschaften, die insbesondere Kinder, aber auch Menschen auszeichnet, die auch im Alter noch sehr aktiv und flexibel sind.Was ist eigentlich Neugierde?Wissenschaftler gehen davon aus, dass uns das Bedürfnis nach Neuem und Aufsuchen von Neuem angeboren ist. Sowohl Tiere als auch Menschen sind neugierig. Während bei den meisten Tierarten das Neugierverhalten mit der Geschlechtsreife erlischt, kann es bei den Menschen ein Leben lang bestehen bleiben. Neben dem Bedürfnis nach Abwechslung haben alle Menschen aber auch ein Bedürfnis nach Sicherheit, Gewohnheit und Vertrautem. Beide Bedürfnisse sind oftmals im Widerstreit. Vielleicht ist es Ihnen auch schon mal so gegangen, dass Sie im friedlichsten Beisammensein einen Streit vom Zaun gebrochen haben. Bei meinen Klienten habe ich oft beobachtet, dass sie, nachdem sie alle ihre Wünsche erfüllt hatten (Partner, Kinder und Haus) plötzlich begannen, sich unwohl zu fühlen und aus der Idylle auszubrechen. Dahinter steckt das Bedürfnis nach Abwechslung.Was unterscheidet Menschen, die nach Neuem suchen, von denen, die eher am Vertrauten hängen?Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Sicherheit- sind bestrebt, ihr Leben unter Kontrolle zu halten und sich vor Überraschungen zu schützen - benötigen feste Freunde und Familie, eine Anstellung auf Dauer - empfinden mehr Befriedigung dabei, dass alles überschaubar und vorhersehbar ist - haben die Lebenseinstellung: "In eingefahrenen Bahnen laufen, tut gut. Nur keine Aufregung, kein Streit. Harmonie ist das Wichtigste. Hoffentlich bleibt alles beim alten." - verbinden mit neuen Aktivitäten Risiko, Angst, Unsicherheit, Fehler, Versagen, Gefahr; Vertraute Aktivitäten verknüpfen sie mit Geborgenheit, Heimat, Überschaubarkeit, Kontrolle, Wohlbefinden, Entspannung. Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Ungewissheit und Abwechslung - benötigen ein turbulentes Leben mit Abenteuer und Leidenschaft, mit Erfolgen und Rückschlägen - benötigen Herausforderungen, um zufrieden zu sein - wechseln häufig die Wohnung, den Job, den Freundeskreis - sind experimentierfreudig in bezug auf Essen, Hobbies, etc. - haben die Lebenseinstellung: "Wer rastet, der rostet. Vertrautes ist langweilig. Was gibt es noch Spannendes im Leben. Ich will es ausprobieren." - verbinden mit vertrauten Aktivitäten Spießertum, Stillstand, Altern, Langeweile. Neue Aktivitäten verknüpfen sie mit: Spaß, Abenteuer, sich selbst erfahren, verändern, verbessern, dazulernen. Jeder Mensch hat zwar beide Bedürfnisse in sich, jedoch unterscheiden wir uns darin, wie viel Sicherheit bzw. Abwechslung wir benötigen. Wir können uns nicht grundsätzlich umkrempeln, jedoch können wir uns schon vornehmen, ein wenig risikofreudiger oder stetiger zu sein. Haben wir es denn nicht verdient, im Alter nicht mehr bei allem
Das ist im Grunde genommen nicht die Frage. Wir selbst können bestimmen, wie wir unseren Alltag gestalten, was uns wichtig und unwichtig ist. Wir dürfen uns ausruhen und in unseren gewohnten Bahnen laufen, unseren Ritualen folgen, wann immer wir es wollen. Doch ist eines sicher: Wenn wir uns von neuen Entwicklungen abschotten und nur nach unseren alten Regeln und Gewohnheiten leben, so verlieren wir ein Stück Flexibilität. Unser Gehirn muß ebenso wie unsere Muskeln und Organe trainiert werden, um nicht nachzulassen. Geben wir ihm keine neuen Informationen zur Verarbeitung, wird unsere Fähigkeit, uns auf neue Situationen einzustellen, einschlafen.
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