Optimismus Training: Pessimismus – kann er Vorteile haben?

Pessimisten rechtfertigen oftmals ihre negative Denkweise indem sie sagen man erlebt weniger Enttäuschungen. Was ist dran an dieser Einstellung? Dieses Video informiert.

Optimismus Training: Pessimismus – kann er Vorteile haben?
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Wenn man Pessimisten fragt, weshalb sie an ihrer negativen Denkweise festhalten, dann sagen sie oft: "Wenn man nichts (Positives) erwartet, dann kann man auch nicht enttäuscht werden". Oder: "Wenn man mit dem Schlimmsten rechnet, dann erlebt man keine bösen Überraschungen und ist vorbereitet."

Video: Vorteile des Pessimismus

Vorteile des Pessimismus

Auf den ersten Blick scheinen diese Äußerungen recht vernünftig zu sein und etwas für sich zu haben. Wenn man sich alle möglichen Katastrophen, Niederlagen und Fehlschläge ausmalt, die auf einen zukommen könnten, dann ist man in der Tat nicht mehr überrascht, wenn sie tatsächlich eintreten.

Aber welch einen Preis muß man dafür bezahlen? Je nach Phantasie und Vorstellungskraft kann die geistige Vorwegnahme einer Katastrophe auf uns und unser Befinden genau die gleichen negativen Auswirkungen haben, als wäre sie tatsächlich eingetreten. Man versetzt sich in Angst oder gar Panik, man ist angespannt und nervös und man verspürt körperliche Symptome. Und natürlich ist man nicht gerade motiviert, etwas zu tun, wenn man sich vorstellt, daß die Sache schiefgeht oder man sich blamiert.

Und wie steht es mit der Einstellung, daß man nicht enttäuscht werden kann, wenn man nichts Positives erwartet. Nun, auch für diese Einstellung scheint einiges zu sprechen. Man kann sich in der Tat Enttäuschungen ersparen, wenn man mit einem gedämpften Optimismus oder gar Pessimismus an eine Sache herangeht.

Ich muß Ihnen jedoch sagen, daß ich deshalb um keinen Preis der Welt lieber ein Pessimist wäre. Ich möchte nicht die Begeisterung, den Schwung und die Energie missen, die ich in mir durch meine optimistische Sichtweise immer wieder erzeuge. Gewiß, mein Optimismus wird gelegentlich gedämpft, auch ich muß manchmal feststellen, daß ich zu optimistisch war und die Meßlatte zu hoch gelegt habe.

Ich erlebe Enttäuschungen und muß mich mit weniger zufrieden geben, als ich erwartet habe. Solche Momente sind für mich jedoch kein Beweis dafür, daß ich meinen Optimismus zügeln sollte. Ich weiß, daß mir nicht alles gelingen kann, was ich mir vornehme und daß Enttäuschungen ein unumgänglicher Bestandteil des Lebens sind. Ich nehme sie hin und arrangiere mich mit ihnen. Die Stunden und Tage, an denen ich mich durch meinen Optimismus energiegeladen und guter Dinge fühle, entschädigen mich um ein Vielfaches für die - wie ich sie empfinde - kleinen Enttäuschungen, die ich immer mal wieder erlebe.

Ganz abgesehen davon erleben auch Menschen, die nichts Positives erwarten, ihre Enttäuschungen - nur eben in kleinen Dosen. Dadurch, daß sie sich selbst bei allem, was sie anpacken, im vorhinein entmutigen, bereiten sie sich Tag für Tag kleine Enttäuschungen, so daß schließlich ihr ganzes Leben eine einzige Enttäuschung ist. Ich persönlich sehe also weder einen Vorteil darin, mögliche Niederlagen und Mißerfolge vorwegzunehmen, noch sehe ich einen Sinn darin, nur wegen Enttäuschungen, die ein unumgänglicher Bestandteil des Lebens sind, mit halber Kraft zu fahren. Und wie steht es um die Nachteile von Optimismus? Gibt es welche?

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