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Alt werden, aber nicht alt sein.

fittes älteres ehepaar

Tun Sie sich mit dem Älterwerden schwer, weil Sie nichts Gutes vom Alter erwarten?

Wie gesund und gut wir altern hängt in hohem Maße von unserem Lebenswandel und der Einstellung zum Alter ab.

13 einfache Tipps, wie Sie den Alterungsprozess verlangsamen und zufrieden altern. Bild © detailblick - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Warum tun wir uns so schwer mit dem Alter?

Meist hängt das damit zusammen, dass wir ein negatives Bild vom Alter haben, wir sehen das Alter als eine Bedrohung an.

Wir verknüpfen das Älterwerden und Altsein mit Krankheit, Vergesslichkeit, Schmerzen, Einsamkeit, grauen Haare oder Glatze, Falten, Gebrechlichkeit oder gar Pflegebedürftigkeit.

Wohl deshalb sagte die Schauspielerin Mae West einst:

Altern ist nichts für Feiglinge.

Und Vicco von Bülow alias Loriot soll einmal gesagt haben:

Altern ist eine Zumutung.

Laut neuer Untersuchungen spuken schon in den Köpfen von sechsjährigen Kindern negative Phantasien von den bedauernswerten senilen und in die Jahre gekommenen Alten.

Bei solch negativen Bildern müssen wir uns natürlich dagegen wehren, alt zu werden.

Andererseits können wir trotz aller wiederkehrender Pressemeldungen, dass ein Mittel gegen das Altern gefunden sei, das Älterwerden nicht aufhalten.

Wir können jedoch das biologische Alter durch unsere Einstellung zum Älterwerden und zum Alter beeinflussen, damit gesünder alt werden und so dem Alter gelassener entgegensehen.

Wie heißt es doch: Man ist so alt, wie man sich fühlt. Und wie man sich fühlt, darüber entscheiden unsere Gedanken und Einstellungen.

Untersuchungen zufolge sind wir zwischen 58 und 77 Jahren am glücklichsten.

Kein Grund also, Angst vorm Alter zu haben.

Freuen Sie sich auf die glücklichste Zeit in Ihrem Leben!

Statt das Alter als eine Bedrohung anzusehen, können wir es auch als eine Bereicherung und eine Chance ansehen.

Die Chancen und Vorteile des Alters fallen uns jedoch nicht in den Schoß.

Durch gesundheitsbewusstes Verhalten können/müssen wir etwas dazu beitragen, um den körperlichen und geistigen Verfall hinauszuzögern oder zu verlangsamen.

Mehr darüber erfahren Sie in meinem Artikel über eine besondere Art der Altersvorsorge.

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Körperliche Veränderungen im Alter

Ein Mensch bleibt von einem Tag auf den anderen keinesfalls derselbe. Moleküle, Zellen, Gewebe und Organe erneuern sich ständig.

Innerhalb eines Jahres ersetzt unser Organismus 98 Prozent all seiner Atome.

Doch im Laufe der Jahre wird unser Organismus träger. Unsere geistige und körperliche maximale Leistungsfähigkeit erreichen wir mit 25 bis 30 Jahren. Danach bauen wir kontinuierlich ab.

Die Leistungsfähigkeit unserer Organe läßt nach. Unser Gehirn verliert ca. 10 Prozent seines Gewichtes, was jedoch nicht zu einer Einschränkung der Gehirnaktivität führen muß!

Alte Menschen verlieren nur geringfügig an geistigen Fähigkeiten und diese sind für das intellektuelle Funktionieren bedeutungslos.

Untersuchungen haben ergeben, dass ältere Menschen sogar noch große Reserven in den Leistungen aufweisen, die mit dem erworbenem Wissen zusammenhängen.

Trainingsprogramme können beispielsweise Gedächtnisleistungen erheblich steigern. Mit fortschreitendem Alter sinkt auch die Schwelle, oberhalb derer Töne nicht mehr gehört werden können.

Zwei Drittel unserer Geschmacksknopsen auf der Zunge und das Aufnahmevolumen der Lunge nehmen ab. Unser Muskelgewebe schwindet und die Fettschicht nimmt zu.

Die Knochen werden spröder und die Gelenkknorpel nutzen sich ab. Die Linsen verhärten sich und wir brauchen eine Lesebrille.

Falten und Altersflecken machen sich auf der Haut breit. Das Herz pumpt mit zunehmendem Alter weniger Blut durch den Körper.

Die Nieren benötigen mehr Zeit, um das Blut zu filtern. Wir benötigen möglicherweise länger, um sexuell erregt zu werden.

Ab wann ist man alt?

In der Altersforschung teilt man heute die "Alten" immer mehr ein in "Junge Alte", die aktiv, engagiert, vielseitig interessiert, körperlich und geistig leistungsfähig sind, und in "alte Alte", die hilfs- und pflegebedürftig und meist jenseits des 75. Lebensjahres sind.

Während man 1972 Menschen schon mit 50 Jahren zum alten Eisen zählte, neigt man heute dazu, erst die 70-Jährigen dazuzuzählen.

Aber wie bei allem, bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Es gibt junge Menschen, die bereits still stehen und in ihren Verhaltensweisen uralt sind, und Menschen, die weit über 80 Jahre alt sind und vor Vitalität nur so strotzen.

Zitat zum Alter

Man wird nicht alt, weil man eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat. Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt. Die Jahre zeichnen die Haut - Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann. Ihr seid so jung wie euer Glaube und eure Hoffnung und so alt wie eure Zweifel und eure Niedergeschlagenheit.

Mc Arthur

Deshalb sollten wir uns von unserer eigenen Anzahl von Jahren nicht negativ beeinflussen lassen. Wir sollten denken: "Ich bin 75 Jahre alt, na und". Oder aber: "Ich bin 80 Jahre alt und möchte vom Leben ... haben".

Entscheidend ist nicht die Anzahl der Jahre, sondern das, was wir tun, als Ziel vor Augen haben und wie wir unsere Fähigkeiten einschätzen.

Durch Bemerkungen wie "Du in deinem Alter willst noch ... tun" sollten wir uns nicht erschüttern lassen.

Dies ist eher als Kompliment zu verstehen: Wir passen nicht in das gängige Bild vom Alten, wir sind in unserem Herzen jung geblieben.

Wie den Alterungsprozess beeinflussen?

Wir können ganz bewusst den Alterungsprozess verlangsamen und jünger aussehen - und zwar ohne Frischzellen und Tinkturen.

Unsere Einstellung zum Älterwerden ist der Schlüssel hierzu.

Wenn wir überzeugt sind, dass wir mit den Jahren zwangsläufig vergesslicher werden, wenn wir das Alter gleichsetzen mit körperlichem Verfall, dann wirkt diese Erwartung zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung.

Passen Sie auf, dass Sie nicht zum Opfer Ihres negativen Altersbildes werden!

Menschen, die ein negatives Bild vom Alter haben, leben laut einigen großen Studien 7 Jahre weniger als Menschen mit einem positiven Bild vom Alter.

D.h. das Bild, das Sie von sich im Alter haben, entscheidet über Ihre Lebenserwartung. Ihr Bild vom Alter wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Mit zunehmendem Alter vergeht die Zeit schneller.

Woher kommt der Eindruck, dass die Zeit mit zunehmendem Alter immer schneller vergeht, dass uns die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt?

Je älter wir werden, umso mehr wird alles zur Routine. Alles, was Routine ist, nehmen wir nicht mehr bewusst wahr und erinnern wir nicht.

Dadurch haben wir den Eindruck, die Zeit vergehe schneller.

Als Kinder haben wir täglich Neues erlebt und etwas zum ersten Mal gemacht. Je älter wir werden, umso weniger erleben wir neues.

Wenn wir mehr vom Leben haben wollen, dann müssen wir die Routine unterbrechen und bewusst Neues suchen und erleben.

Wir müssen aus dem Trott ausbrechen. Es ist ja nicht so, dass im Alter die Möglichkeiten weniger werden.

Es ist vielmehr so, dass wir träger werden und die Möglichkeiten nicht nutzen, die sich uns bieten.

Also: Bewahren Sie sich Ihre Neugierde, probieren immer Neues aus, sammeln neue Eindrücke, brechen aus gewohnten Bahnen aus und bleiben aufgeschlossen.

Dadurch erleben wir viel und die Zeit vergeht subjektiv langsamer.

Video "Jung bleiben im Alter"

Was tun, um im Alter fit zu bleiben und das Älterwerden zu genießen? Tipps für mehr Spaß und Freude im Alter

1. Legen Sie sich eine positive Einstellung zum Alter zu.

Wie wir altern, wie jung oder alt wir uns fühlen und sind, hängt sehr stark von unseren Erwartungen ab.

Je mehr Sie mit dem Älterwerden Gebrechlichkeit, Vergesslichkeit, Defizite und nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit verbinden, umso wahrscheinlicher werden diese eintreten.

Psychologische Experimente zeigen: Denken wir an negative Seiten des Alterns, dann hat das Auswirkungen auf unseren Körper.

Wir gehen z.B. langsamer, wenn wir ans Alter und die Schattenseiten des Alters denken.

Umgekehrt wirkt sich eine positive Erwartungshaltung gegenüber dem Älterwerden positiv auf dieses aus. Auch dies belegen viele Studien.

Suchen Sie sich also positive Vorbilder für das Altern und malen sich immer wieder aus, dass auch Sie im Alter fit und leistungsfähig sind.

2. Halten Sie sich die Vorteile des Älterwerdens vor Augen.

Sie sind weiser, haben mehr Lebenserfahrung und sind nicht mehr so leicht aus der Ruhe zu bringen und zu erschüttern.

Äußerlichkeiten sind nicht mehr so wichtig. Sie brauchen nicht mehr so viel Rücksicht auf die Familie zu nehmen, können sich eher erlauben, nach Ihren Vorstellungen zu leben. Sie können sich die Zeit anders oder frei einteilen.

Welche Vorteile fallen Ihnen noch ein?

3. Bleiben Sie flexibel.

Probieren Sie regelmäßig etwas Neues aus. Suchen Sie nach neuen Interessen, pflegen Sie den Kontakt zu unbekannten Menschen, fahren Sie an einen anderen Urlaubsort, gehen Sie mit der Technik und kaufen sich den neuesten Computer.

Das ist vielleicht anstrengender als in den gewohnten Bahnen zu leben, hält aber geistig und körperlich fit.

4. Trainieren Sie Ihr Gedächtnis.

Ihr Gehirn kommt wie ein Muskel außer Training, wenn Sie es nicht fordern. In den Volkshochschulen gibt es Gedächtnistrainingskurse, in der Buchhandlung finden Sie Bücher zum Gehirnjogging.

5. Halten Sie sich körperlich fit.

Viele der oben aufgeführten körperlichen Veränderungen können Sie ganz bewusst durch Ihr Verhalten beeinflussen.

3 Stunden Ausdauertraining pro Woche genügen, damit bei einem 70-jährigen Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel ebenso leistungsfähig sind wie bei einem (untrainierten) 40- bis 50-jährigen.

Laufen Sie dem Alter davon, indem Sie sich regelmäßig bewegen.

Besser noch: Laut Prof. Hollmann genügen 10 bis 12 Wochen Anstrengung, um einen untrainierten 60-jährigen so leistungsfähig wie einen untrainierten 40-jährigen zu machen. Es ist also nie zu spät.

Am besten ist eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining. Das muss jedoch Spaß machen, denn wenn man widerwillig Sport macht, dann verfehlt der Sport seine positive psychologische Wirkung auf unseren Körper!

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben. Alexis Carrel

Inhalt dieses Zitates ist auch das Thema des Videos Die Kunst zu leben. Schauen Sie rein und lassen sich inspirieren.

6. Nehmen Sie am Leben teil - bleiben oder werden Sie aktiv.

Die meisten der alten und fitten Menschen führen bis zu ihrem Tod ein geschäftiges und aktives Leben.

D.h. sie nehmen am Leben teil und schließen sich nicht aus, nur weil sie ein gewisses Alter haben. Wenn Sie nicht aktiv sind, dann leben Sie nicht (mehr).

Gut zu wissen: Eine aktive Lebensgestaltung ist ein Jungbrunnen. Wer jedoch rastet, der rostet.

7. Bleiben Sie offen für Neues und Unbekanntes

Die Fähigkeit, sich auf Neues einzustellen und keine Angst vor Veränderungen zu haben, kann man trainieren.

Voraussetzung: man übt sich darin, immer wieder Neues auszuprobieren und sich auf Gebiete vorzuwagen, die neu für einen sind.

Dass einem dabei Fehler passieren, man hinfällt, man sich blamiert, man sich in den Augen anderer vielleicht sogar lächerlich macht, das kann passieren.

Wer jedoch nichts dazulernt, bleibt erst stehen und mit der Zeit baut er ab. Bleiben Sie also offen für das Neue.

Wohl denen, die gelebt, ehe sie starben. Inschrift auf dem Grabstein der Dichterin
Marie Luise Kaschnitz

8. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise.

Meiden Sie Nikotin, zu häufigen und starken Alkoholgenuss und zu starke und zu lange Sonneneinstrahlung.

Die lässt Sie nämlich nach einigen Jahren ganz schön alt aussehen, mal ganz abgesehen davon, dass Sie Hautkrebs bekommen können.

9. Lachen Sie viel und häufig.

Lachen ist eine wertvolle Zutat für das körperliche und seelische Wohlbefinden und das Aussehen.

Mehr darüber, warum Lachen gesund ist und viele Witze, die Sie zum Schmunzeln bringen.

10. Pflegen Sie Ihren Bekannten- und Freundeskreis

In Italien sagt man, ein Abend mit Freunden am Tisch verlängere das Leben um ein Jahr.

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen die Ansprache, das Sich-Austauschen, die Wärme und Nähe anderer Menschen - und das in jedem Alter.

11. Betätigen Sie sich ehrenamtlich.

Eine ehrenamtliche Tätigkeit wirkt lebensverlängernd, stärkt das Selbstwertgefühl und mindert Einsamkeitsgefühle im Alter und Depressionen. Wir tun also nicht nur einem anderen etwas Gutes, sondern auch uns selbst.

12. Kleiden Sie sich modisch und jugendlich.

Ihr Äußeres hat einen großen Einfluss darauf, wie Sie sich fühlen. Achten Sie auf Ihre Kleidung.

Kleiden Sie sich so, wie es Menschen tun, die 10 und mehr Jahre jünger sind, als Sie. Machen Sie etwas aus sich, das Sie jünger aussehen lässt.

Das verjüngt Sie auch innerlich!

Alter.html

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13. Bewahren Sie sich das Gefühl der Kontrolle.

Untersuchungen zeigen eindeutig: wer im Alter Einfluss nimmt auf möglichst viele Bereiche seines Lebens, der lebt länger und gesünder.

D.h.: selbst für sich sorgen, selbst für sich kochen, sich um ein Tier kümmern, sich um seine Finanzen kümmern, sich selbst um möglichst viele Dinge kümmern, statt diese aus Bequemlichkeit von anderen erledigen zu lassen.

BUCHTIPP: Ein vergnügliches, lehrreiches und inspirierendes Buch über das Alter, das mir sehr gefallen hat: Altern wie ein Gentleman

Haben Sie keine Angst, alt oder älter zu werden: das ist die Voraussetzung für ein langes Leben.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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