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Stress bewältigen - Stressmanagement

mann mit stressbeschwerden

Eine chronische Stressbelastung führt zu zahlreichen körperlichen Beschwerden. Deshalb ist es wichtig, Methoden zum Stressabbau zu kennen. Welche helfen können, davon handelt dieser Beitrag. Bild © Gerd Altmann - pixelio.de

Autor: Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Stress, dieses Wort klingt ziemlich abgegriffen. Wer ist denn heutzutage nicht im Stress? Schon kleine Kinder nehmen dieses Wort hemmungslos in den Mund.

Stress ist eine chemische Reaktion unseres Körpers. Wir schätzen eine Situation als gefährlich ein und sofort werden in unserem Körper Adrenalin und Nordrenalin in die Blutbahn ausgeschüttet. Unser Körper rüstet sich zu Kampf oder Flucht.

Wir müssen zwar heute nicht mehr gegen wilde Tiere und feindliche Volksstämme kämpfen, aber dafür haben wir andere "Feinde".

So kämpfen wir gegen den vor uns herschleichenden Autofahrer, gegen lärmende Nachbarn, gegen Zeitdruck oder einen schier endlosen Stapel zu erledigender Arbeiten.

Es genügt, dass wir diese Ereignisse als unangenehm und lästig ansehen und schon läuft im Körper der gleiche Mechanismus wie vor Jahrtausenden ab.

In diesen Situationen können wir meist nicht mit Kampf oder Flucht reagieren, und so bleibt die gesamte Anspannung in unserem Körper.

Fühlen wir uns über längere Zeit überfordert und stehen dadurch unter chronischer Anspannung, so kann es zu den unterschiedlichsten Stress-Symptomen in Form psychosomatischer Beschwerden kommen.

Rückenschmerzen, Schwindelgefühle, Herzstechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Allergien und Magenschmerzen können die Auswirkungen einer chronischen Anspannung sein.

Strategien der Stressbewältigung

Zur Stressbewältigung können wir an drei Bereichen ansetzen:

Umwelt

Indem wir äußere Faktoren, die eine Stressreaktion auslösen können, verringern. Beispielsweise können wir den lärmenden Kopierer aus dem Büro entfernen.

An uns selbst

Indem wir stresserzeugende Verhaltensweisen abbauen und uns neue Umgangsformen mit den Anforderungen aneignen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt sind hier unsere Einstellungen!

Neue Denk- und Verhaltensgewohnheiten zielen beispielsweise darauf ab,

Schauen Sie sich meinen Beitrag über die Stressursachen an. Hier finden Sie viele Beispiele für schädliche Denk- und Verhaltensgewohnheiten, an denen Sie ansetzen können.

Hierzu gehören etwa das Perfektionsstreben, die Angst vor einem Misserfolg, nicht Nein-sagen können oder die Angst vor Ablehnung und Kritik.

An unseren Körperreaktionen

Indem wir unsere Anspannung z.B. durch körperliche Bewegung abbauen und/oder uns durch eine Atem- oder Entspannungsübung entspannen.

Ausdauersport, generell Bewegung, wie Walken, Schwimmen, Tennis oder Radfahren ist äußerst entspannend und baut Stress ab. Der Kopf wird frei und Stresshormone werden abgebaut.

Körperliche Bewegung wirkt sofort stressreduzierend und man muss nicht tage- oder wochenlang warten - wie im Falle einer Denk- oder Verhaltensänderung - bis sich die stressreduzierende Wirkung körperlich positiv bemerkbar macht.

Nach einer Stunde Squash bin ich total ausgepowert, wohlig entspannt, der Kopf ist frei und aller Stress ist abgefallen.

Eine andere angenehme und zugleich wirkungsvolle Art, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen, ist das Anhören einer Entspannungs-CD.

Auf der CD befindet sich die Anleitung für eine Entspannungsmethode wie etwa die Progressive Muskelentspannung.

Man legt die CD ein und folgt für 20 Minuten den Anweisungen des Sprechers. Im Hintergrund ist eine beruhigende klassische Musik zu hören.

Für den Erfolg der Stressbewältigung ist jedoch entscheidend, diejenigen Einstellungen, mit denen wir uns unter Stress setzen, durch hilfreiche zu ersetzen.

Eine äußerst wirkungsvolle Form, Stress zu bewältigen, sind Lachen und Humor.

Lachen entspannt sofort und wirkt sich positiv auf unser seelisches und körperliches Befinden aus. Lesen Sie mehr über die Heilkraft des Lachens.

Ihr Stressmanagement war erfolgreich, wenn Sie (wieder) das Gefühl haben, Ihr Leben und Ihre Probleme im Griff zu haben.

Das geht aber nur, wenn Sie Ihr Leben auch in die Hand nehmen, d.h. sich nicht mehr fremdbestimmen lassen und sich aus der vermeindlichen Opferrolle befreien.

Schädlich ist Stress nur, wenn wir uns getrieben und als Opfer der Umstände ansehen.

Je mehr Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über das, was Sie tun, zu haben, je mehr Sie den Eindruck haben, etwas bewirken zu können, umso weniger erleben Sie Anforderungen als belastend und stressig.

Das bedeutet aber auch, dass Sie sich für den Stress verantwortlich fühlen, den Sie erleben und nicht anderen, der Arbeit, den Kollegen oder der Firma die Schuld dafür geben!

Sie sind es, der sich stresst, indem Sie Ansprüche haben wie etwa, alles perfekt machen zu müssen, allen gerecht werden zu müssen, alles alleine bewältigen zu müssen, alles 110-prozentig machen zu müssen, alles sofort erledigen zu müssen - oder indem Sie anderen erlauben, solche Ansprüche an Sie zu stellen!


Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.


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