Stressbewältigung durch Entspannung
Stress, dieses Wort klingt schon ziemlich stark abgegriffen, und wer ist denn schon heutzutage nicht im Stress? Schon kleine Kinder nehmen dieses Wort hemmungslos in den Mund. Offensichtlich können uns all die zahlreichen Ratschläge, die wir in fast jeder Zeitung finden, wie etwa Magnesium schlucken, mehr Sport treiben, früher ins Bett gehen, nicht vom Stress befreien.
Was passiert bei Stress im Körper?
Stress ist eine chemische Reaktion unseres Körpers. Wir schätzen eine Situation als gefährlich ein und plötzlich werden in unserem Körper Adrenalin und Nordrenalin in die Blutbahn ausgeschüttet. Unser Körper rüstet sich zu Kampf oder Flucht, wie es bei unseren Vorfahren notwendig war. Wir müssen zwar heute nicht mehr gegen wilde Tiere und feindliche Volksstämme kämpfen, aber dafür haben wir uns andere "Feinde" ausgesucht. So kämpfen wir gegen den vor uns her schleichenden Autofahrer, gegen lärmende Nachbarn oder einen Stapel zu erledigender Arbeiten auf dem Schreibtisch. Es genügt, dass wir diese Ereignisse als unangenehm für uns bewerten, und schon läuft im Körper der gleiche Mechanismus wie vor Jahrtausenden ab.
Als zivilisierte Menschen können wir in diesen Situationen natürlich meist nicht mit Kampf oder Flucht reagieren, und so bleibt die gesamte Anspannung in unserem Körper zurück. Fühlen wir uns über längere Zeit in Gefahr und stehen dadurch unter chronischer Anspannung, so kann es zu den unterschiedlichsten psychosomatischen Beschwerden kommen, wie etwa Rückenschmerzen, Schwindelgefühlen und Herzstechen. Aber auch Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Allergien und Magenschmerzen können die Auswirkungen einer chronischen Anspannungssituation sein.
Strategien der Stressbewältigung
Zur Stressbewältigung können wir an drei Punkten ansetzen:
1. an der Umwelt, indem wir die Faktoren, die die Stressreaktion auslösen, vermindern. Beispielsweise können wir uns einen anderen Bürostuhl zulegen oder den lärmenden Kopierer aus dem Büro entfernen.
2. an uns selbst, indem wir uns neue Einstellungen zulegen.
Neue Denk- und Verhaltensgewohnheiten zielen beispielsweise darauf ab,
- lieber mal einen Konflikt oder eine Ablehnung zu riskieren, als sich innerlich unter Druck zu setzen. "Mir ist es wichtig, meine Meinung zu sagen. Der andere darf ruhig auch mal ärgerlich sein. Ich kann es aushalten".
- lieber Arbeit zu delegieren oder eines nach dem anderen zu erledigen, als sich unter den Druck zu setzen, unbedingt zu müssen. "Ich mache es, so schnell es geht. Eines nach dem anderen".
3. an der unmittelbaren Stresssituation, indem wir unsere Anspannung durch körperliche Bewegung abbauen oder uns durch eine Atem- oder Entspannungsübung wieder beruhigen oder uns ablenken.
Eine angenehme Art, sich zu entspannen, ist beispielsweise der Gebrauch einer Entspannungskassette. Man legt die Kassette ein und folgt für 20 Minuten einfach den Anweisungen des Sprechers. Im Hintergrund ist auf der Kassette eine beruhigende klassische Musik zu hören. Schauen Sie sich das Entspannungs-Programm
Tiefenentspannung nach Jacobson an.
Eine optimale Stressbewältigung setzt immer an diesen drei Punkten an. Für den Erfolg der Stressbewältigung ist jedoch entscheidend, diejenigen Einstellungen, mit denen wir uns unter Stress setzen, durch hilfreiche zu ersetzen.
Eine äußerst wirkungsvolle Form der Stressbewältigung sind
Lachen und Humor. Lachen entspannt sofort und wirkt sich positiv auf unser seelisches und körperliches Befinden aus. Lesen Sie mehr über die
Heilkraft des Lachens.