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Weshalb Frauen körperliche Veränderungen beim Älterwerden besondere Probleme machen

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

"Wenn man nicht darüber nachdenkt, wie alt man ist, wird man nicht alt", meint die Künstlerin Yoko Ono im Alter von 70 Jahren.

Wenn es doch nur so leicht wäre, das Älterwerden aufzuhalten oder mit dem Älterwerden und den damit verbundenen Problemen umzugehen.

Nur wenige Frauen sehen dem Älterwerden so gelassen entgegen wie Yoko Ono.

„Wenn eine Frau nicht mehr dreißig ist ..., dann muss sie sich entscheiden, ob sie "Typ Kuh" oder "Typ Ziege" werden will“, so lautete vor einigen Jahren das Motto einer Boulevardzeitung. 

Unter "Typ Ziege" ordnete der Journalist dabei die Frauen ein, die krampfhaft versuchen, sich dem gängigen Schönheitsideal anzupassen, unter "Typ Kuh" diejenigen, die sich in die Oma-Rolle begeben.

Hinter dieser salopp ausgedrückten Einteilung von Frauen jenseits der 30 steckt eine ernste Problematik, auf die ich näher eingehen möchte.

Die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen

In unserer Gesellschaft werden ältere Männer und Frauen mit ungleichem Maßstab gemessen.

Während Männer mit zunehmendem Alter bisweilen interessanter werden, weil sie dann Geld, Macht und Einfluss vorzuweisen haben, nimmt der Wert der Frauen nach dem 40. Lebensjahr rapide ab.

Frauen kommen in die Wechseljahre, sind also nicht mehr gebärfähig, die Kinder gehen aus dem Haus, ihre Serviceleistung wird nicht mehr gebraucht, und ihre körperliche Attraktivität lässt nach. 

Die Werbung und Medien bilden junge attraktive Frauen ab und gaukeln uns vor, dass die Gesellschaft nur aus superschlanken, langbeinigen Modells mit knackiger Haut besteht.

Kein Wunder, dass Frauen, die nicht mehr mehr diese Attribute anbieten können, zu kämpfen haben.

Erst in den letzten Jahren hat sich Gottseidank eine Gegenbewegung in der Werbung etabliert und es werden auch ältere Frauen abgebildet.

Worunter Frauen beim Älterwerden leiden

Aufgrund der gesellschaftlichen Normen von Attraktivität und der Vorstellung vom Wert eines Menschen haben viele Frauen, wenn sie älter werden, mit einem geringen Selbstwertgefühl, Versagensgefühlen, Einsamkeit und Depressionen zu kämpfen.

Das Nachlassen körperlicher Kräfte, die Veränderung der Figur, der Haare und der Haut machen täglich schmerzhaft bewusst, dass "frau" in die Jahre kommt.

Viele Frauen haben wegen der Kinder ihre Berufstätigkeit aufgegeben und haben jetzt beim Rückblick auf ihr Leben nichts, was sie "vorweisen" können und fühlen sich überflüssig.

Sie sind finanziell von ihrem Mann abhängig und sind es vielfach nicht gewöhnt, alleine aktiv zu werden.

Hat sich der Partner getrennt, kommt häufig noch das Gefühl der Isolation und Einsamkeit dazu. 

All dies führt bei vielen Frauen zu diffusen körperlichen Beschwerden wie innerer Unruhe, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen.

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Psychologische Phasen, die Frauen beim Älterwerden durchlaufen

Frauen gehen mit ihrem Älterwerden unterschiedlich um. Wie bei jeder Situation, auf die sich ein Mensch neu einstellen muss, durchläuft man verschiedene Phasen und kann in jeder der Phasen auch steckenbleiben.

Alles beginnt mit dem Blick in den Spiegel, dem Bewusstwerden, dass der Po nicht mehr so knackig ist, sich die ersten Falten und Flecken im Gesicht eingenistet haben, die Bräune nicht mehr so appetitlich auf der Haut aussieht.

Verglichen mit dem inneren Bild, in dem wir uns als junges Mädchen sehen, erscheinen plötzlich jede Menge Minuszeichen.

1. Phase: Verleugnung des Alters:

Frauen, die ihr Alter verleugnen, kleiden sich bewusst jugendlich, schminken sich auffällig.

Sie erproben jedes neu entwickelte Produkt, jede neue Diät und Vitaminpille immer in der Hoffnung, ihr Altern aufhalten oder hniauszögern zu können.

Sie lassen sich liften, greifen zu Antifalten-Cremes oder lassen sich Frischzellen spritzen.

Sie suchen sexuelle Abenteuer, um sich zu bestätigen.

Diese Frauen möchten nicht über das Älterwerden reden und sind sehr empfindlich, wenn man sie auf ihr jugendliches Auftreten und ihr Äußeres anspricht.

Sie feiern ihren Geburtstag nicht mehr und bleiben in ihren Altersangaben plötzlich stehen.

2. Phase: Negative Gefühle:

a) Die Frauen hadern mit dem Schicksal, beneiden junge Frauen. Sie hassen ihren Körper und ihre Falten. Manche vernachlässigen sogar körperliche Pflege.

b) Die Frauen ergeben sich ihrem "Schicksal", flüchten sich in die Rolle der "älteren" Frau, deren Leben vorbei ist, und bedauern sich.

c) Angst vor der Zukunft, vor dem Tod tauchen auf.

d) Selbstzweifel und Selbstvorwürfe, dass man bisher so achtlos gelebt oder die Zeit vergeudet hat.

3. Phase: Neues Gleichgewicht:

Die Frauen verleugnen weder ihr Alter, noch sehen sie es als Grund zur Selbstabwertung an.

Sie haben eine Einstellung sich selbst gegenüber entwickelt, die sowohl das miteinbezieht, was sie in der Vergangenheit geleistet und erlebt haben, als auch das, was sie sich für die Zukunft noch erleben wollen.

Sie verleugnen ihre körperlichen Veränderungen nicht, sondern nehmen sie an und lenken ihren Blick auf das, was das Alter an Positivem mit sich bringt wie etwa: mehr Erfahrung, Gelassenheit und Souveränität.

Jedoch ist dieses Gleichgewicht gewöhnlich nicht von Dauer. Es wird immer wieder von einem "Rückfall" unterbrochen.

Schmerzen, Krankheit, Trennung vom Partner oder Freunde in jüngerem Alter erinnern immer mal wieder daran, dass man älter wird.

WIE STEHT ES UM IHRE AUSSTRAHLUNG?

Test Ausstrahlung

Lachen ist kostenloses Anti-Aging - Lachen und Heiterkeit halten das Gesicht jung und beeinflussen Ihre Ausstrahlung positiv.

Für Ihre Attraktivität sehr viel wichtiger als jugendliches Aussehen ist eine positive Ausstrahlung.

Ihre Attraktivität ist umso geringer, je mehr Sie verbissen gegen das Alter und Älterwerden ankämpfen.

Ihre Attraktivität ist umso größer, je mehr Sie sich und Ihr Alter annehmen, je positiver Sie dem Leben gegenüberstehen und je aktiver Sie am Leben teilnehmen.

Ich wünsche Ihnen den Mut und die Gelassenheit, in jedem Alter zu Ihrem Alter zu stehen.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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