Selbstverantwortung Teil 2

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Selbstverantwortung übernehmen - warum das wichtig ist


Verantwortung zu übernehmen bedeutet, dass wir das Beste aus dem machen, was wir mitbekommen haben. Als Erwachsene haben wir die verantwortungsvolle Aufgabe, die Erziehungsfehler und Irrtümer unserer Eltern wieder auszumerzen. Wir müssen quasi von neuem eine Erziehung durchlaufen, die wir dieses Mal aber selbst in die Hand nehmen. Durch diese Selbsterziehung können wir auch die schlechteste Erziehung wieder ausgleichen. Als Erwachsene können wir lernen, negative Einstellungen, durch die wir uns das Leben unnötig schwer machen, durch eher positive und zuversichtliche Einstellungen zu ersetzen.

Es zählt nicht so sehr, was wir mitbekommen haben. Vielmehr zählt, was wir damit anfangen. Jeder von uns hat aufgrund seiner Erziehung und seiner Veranlagung eine bestimmte Anzahl von Spielkarten mitbekommen. Der eine Mensch hat sehr gute Karten erhalten, der andere eher schlechte. Es liegt nun bei uns, wie wir mit diesen Karten spielen. Wir können manch schlechte Karte wie etwa eine negative und pessimistische Einstellung wieder ablegen und uns dafür eine bessere Karte nehmen. Mit manchen schlechten Karten, wie etwa einer angeborenen Behinderung oder einer körperlichen Beeinträchtigung, müssen wir leben. Doch wir entscheiden, was wir mit diesen schlechten Karten anfangen, und ob wir sie klug oder unbedacht spielen.

Gute Karten sind keine Garantie für ein befriedigendes und glückliches Leben. Ein schlechter Spieler kann auch mit guten Karten so unbedacht spielen, dass er verliert. Umgekehrt kann ein geschickter Spieler so spielen, dass er auch mit einem schlechten Blatt gewinnt.

In meiner Praxis lerne ich immer wieder Menschen kennen, die von zuhause aus sehr gute Karten mitbekommen haben. Sie sehen gut aus, erfreuen sich bester Gesundheit, sind nicht unvermögend. Dennoch sind sie unglücklich. Und dann lerne ich wieder Menschen kennen, die sehr schlechte Karten haben und dennoch sehr zufrieden sind. Es sind Menschen, die körperlich behindert sind, gerade das Nötigste zu leben haben, missbraucht wurden oder ein schweres Schicksal erlitten haben.

Gute Karten sind keine Garantie für ein zufriedenes Leben. Es gibt sehr arme Menschen, die aber reich an Freude sind. Und dann gibt es reiche Menschen, die sehr unglücklich sind. Es gibt Menschen, die ohne Partner ein erfülltes Leben führen, und es gibt Menschen, die sich trotz eines Partners sehr einsam fühlen.

Nein, es sind nicht die Umstände oder unsere Vergangenheit, die über Glück oder Unglück entscheiden. Es ist unsere Einstellung, durch die wir darüber entscheiden, ob wir zu den „reichen“ oder „armen“ Menschen gehören.

Wenn wir jedoch anderen, unserer Vergangenheit oder den Umständen die Schuld für unserer Lage geben, dann machen wir uns zum Opfer anderer Menschen oder der Umstände.

Je mehr wir aber anderen oder den Umständen die Schuld für unser Unglücklichsein geben, umso weniger können wir unser Leben meistern. Umso mehr machen wir uns zum Spielball anderer Menschen und der Umstände.

Vor vielen Jahren hat man einmal eine Untersuchung an eineiigen Zwillingen gemacht. Der Vater des einen Zwillingspaares war ein Alkoholiker. Zwanzig Jahre später suchte man die beiden Zwillinge wieder auf.

Während der eine wie sein Vater ein Alkoholiker geworden war, hatte es der andere zu einer angesehenen Position in einer großen Firma gebracht.

Man stellte beiden ein und dieselbe Frage: „Wie erklären Sie sich, dass Sie zu dem geworden sind, was Sie heute sind?“ Beide antworteten darauf ein und dasselbe: „Was kann man anderes erwarten bei einem Vater wie dem meinem?“

Während der eine seinen Vater als Entschuldigung für sein Versagen heranzog, war für den anderen der Vater ein Ansporn, etwas aus sich und seinem Leben zu machen. Während der eine seinen schlechten Karten die Schuld für sein Versagen gab, sie als Entschuldigung für sein schlechtes Spiel anführte, nahm der andere seine ebenfalls schlechten Karten und machte daraus das Beste.

Uns allen geht es ähnlich. Gleichgültig, wie gut oder schlecht die Karten sein mögen, die wir in unseren Händen halten, es liegt an uns, wie wir mit ihnen spielen.

Seite 2/20 Was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen

© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Selbstverantwortung Teil 2 - Warum Selbstverantwortung wichtig ist
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