Mindsnacks #1: Veränderungen in Freundschaften

In dieser Folge der Videokolumne "Mindsnacks" erfährst du, wie sich statische und dynamische Freundschaften unterscheiden und warum genau dieses Spannungsfeld zu Irritationen führen kann.

Inhalte im Überblick

PAL Mindsnacks ist die psychologische Videokolumne für Menschen in der Lebensmitte, die sich selbst besser verstehen wollen und Orientierung für ihr Fühlen und Handeln suchen. In kurzen, einleuchtenden Impulsen gibt die erfahrene Psychologin Heike Abt Antworten auf Fragen des Lebens – alltagsnah, stärkend und auf Augenhöhe. 

In dieser Folge geht es um Veränderungen in Freundschaften und die Frage: Warum fühlt sich eine Freundschaft plötzlich weniger nah, tief oder leicht an als früher? 

Inhalt des Videos

Kennt ihr das? Ihr kommt von einem Abend mit Freunden nach Hause und habt das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Es war nicht mehr so lustig oder vertraut wie sonst, vielleicht fehlte es an Tiefe oder ihr habt euch schlicht gelangweilt. Dieses Gefühl tritt nicht zum ersten Mal auf, und langsam entsteht die Sorge, dass sich in der Freundschaft etwas verschoben hat.

In der Psychologie unterscheiden wir zwischen statischen und dynamischen Beziehungen. Statische Beziehungen sind vergleichbar mit einem gemütlichen Sofa: vertraut, eingefahren, verlässlich. In ihnen passiert nicht viel Neues, sie bewegen sich in einer Komfortzone. Solche Beziehungen geben Sicherheit und Rituale – wie eine warme Suppe an einem kalten Abend. Viele Menschen kennen diese Art von Beziehung aus dem Kontakt mit ihren Großeltern. Es ist angenehm und stabil, auch wenn man nicht alles teilt, was einen gerade innerlich bewegt.

Dynamische Beziehungen hingegen sind in Bewegung. Dazu zählen zum Beispiel Paarbeziehungen, aber auch Beziehungen zu den Eltern oder enge Freundschaften. Hier entwickeln sich beide Seiten weiter, und die Beziehung muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Fragen wie: Was beschäftigt dich gerade? Was hat sich bei mir verändert? Wie können wir miteinander weitergehen? spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wenn es in Freundschaften zu Irritationen kommt, kann es hilfreich sein, dieses Spannungsfeld zwischen statischen und dynamischen Prozessen genauer zu betrachten. Vielleicht war die Beziehung lange stabil und eher statisch, hat sich nun aber durch persönliche Veränderungen oder äußere Umstände in etwas Dynamischeres verwandelt. Oder es war eine dynamische Beziehung, die plötzlich ins Stocken geraten ist – Gespräche verlaufen ins Leere, Missverständnisse häufen sich oder Verletzungen bleiben unausgesprochen.

Ein erster Schritt kann sein, bewusst zu beobachten. Nehmt wahr, was sich verändert hat, und prüft, ob es einen Zusammenhang mit diesen Beziehungsdynamiken gibt. Im zweiten Schritt lohnt es sich, die eigenen Erwartungen zu klären: Soll alles so bleiben, wie es war, oder wünscht ihr euch eine neue Entwicklung? Wie fühlt ihr euch aktuell in dieser Freundschaft?

Wenn diese Fragen für euch klarer geworden sind, kann ein offenes Gespräch mit eurem Gegenüber sinnvoll sein. Freundschaften sind lebendig – sie brauchen Aufmerksamkeit, Pflege und manchmal auch neue Impulse. Sie entwickeln sich oft auf eine Weise, die sich nicht vollständig steuern lässt. Gerade darin liegt aber auch ihre Tiefe und ihre Bedeutung.
 

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Ein tiefer Blick in die Augen kann viel aussagen: Zu- oder Abneigung, Verständnis, Vertrauen, Schmerz und Liebe. Es sind Momente, in denen wir uns wahrhaftig begegnen.

Ich bin Diplom-Psychologin und arbeite als Expertin für interkulturelle Psychologie am Institut für Kooperationsmanagement in Regensburg. 

Wie kann es gelingen, schöne Momente mit Freunden zu erfahren – indem du sie so anerkennst, wie sie sind. In dieser Folge des Podcasts "Wecke deine Lebensfreude" verrät Maja Günther das Geheimnis guter Freundschaft.

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