Der Coaching-Podcast, Folge 72: Freunde sind ein Geschenk

Folge 72 des inspirierenden Coaching-Podcasts von und mit Maja Günther, in der es darum geht, wie es dir gelingt, schöne Momente mit deinen Freunden zu erfahren, indem du sie so anerkennst, wie sie sind.

Der Coaching-Podcast, Folge 72: Freunde sind ein Geschenk
© PAL Verlag, unter Verwendung eines Fotos von unsplash.com

In dieser Podcastfolge geht es um Freundschaften. Was können uns Freunde geben? Was erwarten wir von ihnen und sie von uns? Wie können wir Freundschaften gestalten, dass sie möglichst unbelastet sind und für uns eine Energiequelle darstellen?

Warum gibt es sooft ein Ungleichgewicht in Freundschaften?

Vielleicht kennst du das Gefühl, anderen, speziell deinen Freunden, nicht zu genügen. Du hast den Eindruck, dass sie etwas von dir wollen, das du nicht erfüllen kannst. Oder du erwartest etwas anderes von ihnen, als das, was sie dir geben. Wie auch immer ein Ungleichgewicht entsteht, es belastet die Beziehung. Du fühlst dich verletzt, zurückgewiesen, nicht gesehen oder ausgenützt. 

Häufig hat die Schieflage in der Freundschaft mit unterschiedlichen Erwartungen beider Seiten aneinander zu tun. Wie können wir es schaffen, diese Erwartungen runterzuschrauben und die Zeit, die wir gemeinsam mit unseren Freunden verbringen, mehr zu genießen?

Ursachen für unterschiedliche Erwartungen an eine Freundschaft

Wir alle wachsen in unterschiedlichen Wertesystemen auf, auch innerhalb einer Gesellschaft oder Kultur. Was dem einen wichtig ist, spielt für den anderen eine untergeordnete Rolle. Das bedeutet auch, dass wir in ähnlichen Situationen ganz andere Dinge von anderen erwarten. Während es dir selbst hilft, dass sich deine Freunde aktiv bei dir melden, wenn du dich in einer Krise befindest, ist es für jemand anderen gar nicht denkbar, überhaupt zu erzählen, dass er sich in einer Krise befindet. Derjenige möchte das mit sich alleine ausmachen und niemandem zur Last fallen. Es gibt nicht das eine richtige Verhalten. 

Mit welchen Emotionen wir auf welches Ereignis reagieren, ist von unserer Persönlichkeit, von der Erziehung und auch von den erlernten Verhaltensmustern abhängig. In Beziehungen zu Menschen, die wir mögen, gehen wir jedoch manchmal ganz selbstverständlich davon aus, dass sie genauso reagieren und fühlen wie wir selbst. Je enger unsere Beziehung sich anfühlt, desto enttäuschter sind wir oder andere, wenn wir uns ganz anders verhalten. Wir wollen sie umstimmen oder ihnen sagen, wie es anders besser geht.

So kannst du eine Freundschaft lange genießen

Dennoch ist es in der Regel so, dass wir uns mit Menschen anfreunden, die uns innerlich nahe sind. Wir sehen etwas in ihnen, das uns anspricht, interessiert oder neugierig macht. Freundschaftliche Beziehungen haben eine eigene Kraft, schon bevor wir uns auf bestimmte Weise verhalten. Was kannst du tun, um so oft und so lange wie möglich die Freundschaft unbeschwert zu genießen? 

Versuche deine Freunde nicht als fehlerhaft zu sehen, wenn sie nicht merken, was du brauchst. Teile es mit, ohne zu erwarten, dass andere wissen müssen, was du brauchst. Je weniger Erwartungen im Spiel sind, desto leichter wird die Freundschaftsbeziehung. Auch umgekehrt kannst du dich fragen, ob das, was du für andere tust, wirklich von dir erwartet wird. Vielleicht hast du lediglich gelernt, immer für andere da zu sein und erwartest es von dir selbst. Versuche, die Erwartungen, die du an dich selbst stellst, zu hinterfragen und gegebenenfalls runterzuschrauben und beobachte, was sich dadurch in deiner Freundschaft verändert. Oft haben wir große Angst vor möglichen Konsequenzen, in der Realität jedoch treten sie selten ein. 

Mache dir bewusst, warum du diesen Menschen ins Herz geschlossen hast. Was magst du an deinem Freund, deiner Freundin? Warum seid ihr befreundet? Was habt ihr gemeinsam erlebt? Angenommen ihr hättet keine Erwartungen aneinander, was wäre dann anders? Es heißt nicht, dass ihr nicht füreinander da sein könnt. Es geht eher darum, sich freiwillig dafür zu entscheiden, etwas zu geben – je nach eigener Lebenssituation und dem derzeitigen Kraftniveau. Nimm auf dich genauso viel Rücksicht wie auf deine Freunde. 

Eine Vorstellungsübung

Es gibt eine einfache, aber effektive Vorstellungs- bzw. Imaginationsübung, die du ausprobieren kannst, um auf den Kern deiner Freundschaft zu schauen.

Stell dir vor, eure Freundschaft hätte die Gestalt eines Tieres oder auch einer Mischung aus verschiedenen Tieren. Welches oder welche wären das? Welche Eigenschaften hätte das Tier? Was würde es besonders machen? Was zeichnet es aus? Und zuletzt: Wie kannst du diese Eigenschaften mit deiner Freundschaft in Verbindung bringen? Wenn du dir diese Fragen immer wieder bewusst stellst und beantwortest, wirst du erkennen, wie viel deine Freundschaft wert ist.

Genieße diese Freundschaft und nimm sie genau so, wie sie ist, dann wird die Freundschaft an sich zur Energiequelle, ohne dass jemand dafür eine Leistung erbringen muss. Jeder Freund, jede Freundin ist verschieden. Jeder kann etwas anderes geben und jeder hat auch seine Eigenheiten. 

Ich wünsche dir viele entspannte und gute Momente mit deinen Freunden. Pflege sie, indem du sie so anerkennst, wie sie sind, und achte auf deine eigenen Grenzen, wenn du andere unterstützt.

Deine

Maja Günther
 

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Klaus Wolf schreibt am 22.03.2022

Ich leide unter einer chronisch schweren Depression. Traurigkeit, Antriebslosigkeit und
Ängste sind häufig. Meine Frau ist Krebskrank. Die Strukturierung meines Tagesablaufs
fällt schwer. Für den Lebenspartner oder guten Freund steh ich mit meiner Hilfsbereitchfaft
gern zur Verfügung. Ein Lächeln stärkt auch mich.


Ellen schreibt am 20.03.2022

Der Beitrag ist gut, so würde ich es auch sehen.Habe schon viel gegrübeld warum das alles so schwer sein muss.


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