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Wenn Sie kritisieren, dann richtig

Mann kritisiert wütend

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Über die Kunst, zu kritisieren und seinen Ärger loszuwerden  

Wie soll ich ihr nur sagen, dass mir ihr Zu-spät-kommen auf den Geist geht, dass er sein Geschirr abräumen soll, wenn er vom Tisch aufsteht, dass er nicht rauchen soll, wenn ich esse, dass er mir nicht immer ins Wort fallen soll? Bild © pathdoc - Fotolia.com

Wer von uns kommt immer wieder in eine Situation, in der wir einen anderen kritisieren wollen, weil er etwas tut oder sagt, was uns missfällt.

Wir wissen, was wir sagen wollen - aber wir haben Angst, dass der andere uns die Kritik übelnimt, sich verletzt und gekränkt fühlt.

Wir wollen Kritik äußern, aber der andere soll bitteschön nicht sauer, gekränkt oder verletzt reagieren. Wir wollen Kritik austeilen, aber nicht einstecken.

Wie der andere auf unsere Kritik reagiert, darauf haben wir jedoch keinen Einfluss. Wir können nicht bestimmen oder vorhersagen, wie der andere unsere Kritik aufnimmt.

Und wir müssen uns im Klaren sein: Niemand wird gerne kritisiert. Je nachdem wie die Kritik geäußert wird und wie stark und gefestigt die Persönlichkeit des Kritisierten ist, kann die Kritik von lästig, feindselig bis hin zu vernichtend erlebt werden.

Andererseits: Kritik üben ist unumgänglich! Ohne Rückmeldung, dass wir etwas falsch machen, dass etwas aus dem Ruder, gibt es keinen persönlichen und gesellschaftlichen Fortschritt, lernen wir nichts dazu, entwickeln wir uns nicht weiter.

Wenn die Mehrheit der Gäste in einem Restaurant auf die Frage des Obers, ob ihnen das Essen geschmeckt hat, mit "Ja danke" antwortet - obwohl es ihnen nicht geschmeckt hat, dann hat der Koch keinen Grund, seine Kochkünste zu verbessern.

Es wird der Tag kommen, an dem sein Restaurant leer ist, weil niemand mehr hingeht.

Kritik ist wichtig, ebenso wie Kritik annehmen und einstecken können.

Es gibt Möglichkeiten, einem anderen etwas so zu sagen, dass er sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlt und es ihm leichter fällt, unsere Kritik als gutgemeintes Feedback anzunehmen.

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4 Tipps für das richtige Kritisieren

TIPP 1. Formulieren Sie Ihre Kritik in der Ich-Form: "Ich fühle mich unwohl, wenn du beim Essen rauchst und wünsche mir ...", statt zu sagen "Du bist rücksichtslos. Wie kannst du nur rauchen, während ich noch esse".

Du-Botschaften wie z.B. "Du solltest ..." und Bewertungen der ganzen Person wie "Du bist unmöglich, gemein, unfair ..." führen dazu, dass der andere sich angegriffen fühlt, sich verteidigt und es zu einem Schlagabtausch kommt, wer recht hat.

TIPP 2. Achten Sie darauf, Ihre Kritik sehr konkret und auf ein Verhalten in einer Situation bezogen zu formulieren.

Verallgemeinerungen wie "Nie machst du ..." oder "Immer tust du ..." führen ebenfalls dazu, dass der andere sich ungerecht behandelt fühlt und provozieren Verteidigung und Abwehr.

Sagen Sie: "Mir gefällt nicht, dass du mir immer, wenn ich mich mit Frau ... unterhalte, ins Wort fällst. Dann komme ich mir dumm und gedemütigt vor".

TIPP 3. Bemühen Sie sich, dem anderen zu sagen, was Ihnen an seinem Verhalten gefällt.

Es fällt uns leichter, Kritik anzunehmen, wenn wir merken, der andere lehnt uns nicht generell ab oder will uns das Leben nicht schwer machen. "Gut, gefällt mir ... Womit ich Schwierigkeiten habe, ist, dass du ..."

TIPP 4. Hilfreich für den Kontakt mit anderen ist es auch, wenn wir uns ein Stückchen in den anderen hineinversetzen und sagen: "Ich weiß, dass das ... für dich sehr wichtig ist. Ich wünsche mir jedoch, dass ..."

Denken Sie daran:


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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