Scheidung bewältigen


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Scheidung - wie damit umgehen?

Bei einer Scheidung bricht für viele Menschen eine Welt zusammen. Wenn die Hoffnung nachläßt, dass der Partner wieder zurückkommt, denken viele an Selbstmord oder beschäftigen sich mit den finstersten Rachephantasien, die sie bisweilen sogar in die Tat umsetzen.

Eine Scheidung ist das Ende einer Beziehung, aber nicht das Ende des persönlichen Glücks, auch wenn dies am Anfang so zu sein scheint. Sie können darüber hinwegkommen und wieder zu einem seelischen Gleichgewicht finden. Zunächst einmal müssen Sie wissen, was Sie auf dem Weg bis zum Ende des Tunnels erwartet. Bei einer Scheidung durchlaufen Sie vier Phasen der Trennungsbewältigung. Schauen wir uns diese an.

1. Phase einer Scheidung: Nicht-Wahrhaben-Wollen und Verleugnen
Sie glauben an einen bösen Traum, hoffen darauf, dass alles wieder gut werden wird. Sie bemühen sich, den Partner umzustimmen.

2. Phase einer Scheidung: Aufbrechende Gefühle
Sie werden überrollt von Ihren Gefühlen, sind verzweifelt, voller Angst, plagen sich mit Selbstzweifeln, Eifersucht, Wut und Hass. Sie können nicht gut schlafen, essen nicht oder zuviel, sind voller Unruhe, haben Verstopfung, Kopf- oder Magenschmerzen, Herzrasen, usw. Sie grübeln "warum nur?" und denken ununterbrochen an den Partner. Sie ziehen sich von Freunden zurück oder flüchten sich in Aktivitäten.

3. Phase einer Scheidung: Neuorientierung
So langsam sehen Sie Land. Sie können sich wieder alleine beschäftigen, Ihre Wut und die Verzweiflung nehmen ab.

4. Phase einer Scheidung: Neues Gleichgewicht
Sie verspüren wieder Selbstvertrauen, verstehen, weshalb die Partnerschaft zerbrach. Sie sehen wieder eine Zukunftsperspektive.

Sie müssen damit rechnen, dass Sie ungefähr ein Jahr brauchen, bis Sie zu Phase 3 gelangen, 2-4 Jahre bis zu Phase 4.

Was Sie tun können,
um eine Scheidung besser zu bewältigen

1. Verlangen Sie nicht von sich, dass die Scheidung spurlos an Ihnen vorübergeht. Nehmen Sie sich jetzt keine großen Entscheidungen vor. Geben Sie sich eine Art Schonzeit, in der Sie nur das Nötigste tun.

2. Sammeln Sie alle Gegenstände in der Wohnung ein, die Sie an den Partner erinnern. Verpacken Sie diese in eine Kiste und stellen Sie sie in den Keller.

3. Vermeiden Sie - sofern möglich - den Kontakt zum Partner, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Für seine Wäsche muss er selbst sorgen, den Wagen muss sie selbst zur Reparatur bringen. Nur wenn es wirklich um Lebensgefahr geht, sind Sie in der Pflicht.

4. Vermeiden Sie, sich mit Alkohol, Tabletten oder Essen zu betäuben. Suchtmittel können nicht heilen, sondern nur den Schmerz für den Augenblick lindern. Ihr Schmerz wird weniger werden, wenn Sie die Trauer zulassen und an der Bewältigung arbeiten.

5. Erstellen Sie sich einen Aktivitätenplan - ganz besonders für das Wochenende und die Feiertage. Überfordern Sie sich dabei nicht, indem Sie zu viel von sich verlangen, aber werden Sie aktiv, auch wenn Ihnen nicht danach zumute ist.

6. Drücken Sie Wut und Haß auf für Sie und andere unschädliche Weise aus: Schreiben Sie Briefe, die Sie aber nicht abschicken, in denen Sie Ihre Vorwürfe ausdrücken. Setzen Sie Wut in Bewegung um, indem Sie joggen oder den Garten umgraben.

7. Schreiben Sie auf, was Sie glauben, in der Partnerschaft falsch gemacht zu haben. Dann schließen Sie mit dem Satz ab: "Ich habe das getan, was mir möglich war. Ich bin bereit, mir zu verzeihen."

8. Erinnern Sie sich an Ihre positiven Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfolge. Bei einer Scheidung verliert man sie leicht aus den Augen.

9. Vergessen Sie nicht: Eine Scheidung ist das Ende einer Beziehung, nicht aber Ihres Lebens. Sie können darüber hinwegkommen und wieder glücklich werden, auch wenn der Partner nicht mehr zurückkommt!

© 2001-2007 Dr. Doris Wolf - Scheidung bewältigen
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