Selbstvertrauen bei Kindern stärken

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Strategien für Eltern, um das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen von Kindern zu steigern

Wir fühlen, was wir denken. Unser Selbstwertgefühl ist demzufolge das Ergebnis unserer Gedanken und Einstellungen, die wir zu unseren Fähigkeiten, zu unserer Person und zu unserem Wert als Mensch haben. Wenn wir gering von uns denken, uns ablehnen und klein machen, dann ist auch unser Selbstwertgefühl gering und damit unser Selbstvertrauen.

Generell kann man sagen: Je positiver unser Selbstwertgefühl und damit unser Selbstvertrauen sind, umso erfolgreicher und besser können wir mit anderen Menschen, den Problemen und dem Leben umgehen. Das Fundament für unser Selbstwertgefühl wird in unserer Kindheit gelegt.

Als Eltern und Lehrer haben wir einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl unserer Kinder. Der Grundstein für das Selbstwertgefühl wird in den ersten 6 Lebensjahren gelegt. Die Erfahrungen, die wir in diesen ersten Lebensjahren machen, prägen unser Selbstwertgefühl entscheidend. Später haben Lehrer und Gleichaltrige einen großen Einfluss.

Strategien, mit denen Sie das Selbstwertgefühl Ihrer Kinder steigern können

1. Je positiver das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen der Eltern, umso größer ist auch das Selbstwertgefühl der Kinder. Seien Sie also ein gutes Vorbild und arbeiten Sie daran, Ihr Selbstwertgefühl zu stärken und aufzubauen (Selbstvertrauen steigern)

2. Anerkennende und lobende Worte sind der einfachste, schnellste und beste Weg, um das Selbstwertgefühl eines Menschen zu stärken. Loben Sie wenigstes ein Mal am Tag Ihr Kind bzw. ein Verhalten von ihm. Loben Sie Ihr Kind auch dann, wenn ihm etwas nicht gelungen ist - nämlich dafür, dass es den Versuch unternommen hat und den Mut hatte, ein Risiko einzugehen.

3. Nehmen Sie Ihr Kind 1 Mal am Tag in den Arm und sagen ihm: Ich mag dich. Ich bin froh, dass du da bist.

4. Halten Sie sich mit Kritik zurück und wenn Sie kritisieren, dann nur das Verhalten und niemals die Person. Sagen Sie ihm z.B.: Ich mag dich (habe dich lieb), aber deine Nörgelei gefällt mir überhaupt nicht.

5. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es seine Gefühle beeinflussen kann. Wenn es sich z.B. schlecht fühlt, könnten Sie es auffordern, die Augen zu schließen und sich etwas sehr Schönes aus der Vergangenheit vorzustellen. Oder fordern Sie es auf, sich eine Situation vorzustellen, in der es stolz auf sich war, weil es etwas Besonderes erreicht hat. Nach 1 bis 2 Minuten wird es sich besser fühlen. Erklären Sie ihm, dass es seinen Gefühlen nicht ausgeliefert ist und es durch seine Gedanken und Vorstellungen über sein seelisches Befinden entscheidet.

Wenn Kinder heranwachsen, dann üben folgende Faktoren und Personen einen großen Einfluss auf das Selbstvertrauen der Kinder aus:

1. die Beliebtheit bei Gleichaltrigen
Die Beliebtheit bei Gleichaltrigen ist enorm wichtig für den Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens und die Stärkung des Selbstwertgefühls. Wenn Kinder gemobbt, ausgegrenzt und links liegen gelassen werden, dann erfährt ihr Selbstwertgefühl einen großen Knacks, von dem sie sich nur schwer wieder erholen. Die Gefahr, dass sie eine soziale Phobie entwickeln ist recht groß.

2. ihr Äußeres
Für beiderlei Geschlechts ist das Äußere, sowohl die "Schönheit" aber auch die Kleidung sehr wichtig. Es ist nun mal eine Tatsache, dass attraktive Menschen leichter und schneller Sympathiepunkte bekommen als andere. Sie sind beliebter und bekommen mehr Aufmerksamkeit. Wenn Kinder das Gefühl haben, aufgrund ihrer Erscheinung nicht mit den anderen mithalten zu können, dann fühlen sie sich rasch minderwertig.

3. ihre körperliche Verfassung
Ich erinnere mich noch gut, dass ich mich in der Schule beim Sport hundsmiserabel fühlte. Erstens war ich nicht besonders gut und hatte oft das Gefühl, mich zu blamieren. Was aber noch viel schlimmer war, war die Tatsache, dass ich bei Manschaftsspielen immer als Letzter von den Manschaftsführern ausgewählt wurde. Eine solche sportliche Niete wollte keiner in seiner Mannschaft haben. Das empfand ich damals immer als eine große Demütigung.

Wenn Sie als Eltern also davon erfahren, dass Ihr Kind im Kindergarten und in der Schule gehänselt und ausgegrenzt wird, wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind kapselt sich ab oder verbringt die Freizeit nur noch im Internet, dann braucht Ihr Kind Ihre moralische und elterliche Unterstützung ganz besonders. Wenn Sie sich dabei überfordert oder hilflos fühlen, dann nehmen Sie Kontakt zu einer Kinder- und Jugendberatungsstelle auf.

Eine positive Selbstachtung und ein damit verbundenes positives Selbstwertgefühl sind die wichtigsten Grundlagen dafür, dass Ihr Kind eine stabile psychische Verfassung erlangt, die es ihm erlaubt, darauf zu vertrauen, dem Leben gewachsen zu sein und mit Ablehnung durch andere umzugehen.

© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Selbstvertrauen bei Kindern
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