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Vom schmerzlichen Umgang mit Verlusten

Autorin dieses Beitrags: © , Diplom-Psychologin

In unserer Gesellschaft sind die Themen Tod und Sterben weitgehend aus unserem Alltag verbannt. Wir tun alles, um uns nicht damit befassen zu müssen, da uns Verluste Angst machen.

Dennoch wird jeder von uns im Laufe seines Lebens irgendwann einmal mit dem Tod eines nahen Angehörigen oder Freundes konfrontiert. Der Tod ist demokratisch und wir können ihn nicht umgehen.

Gefühle, die wir bisher nie oder nie in dieser Stärke erlebt haben, bestimmen plötzlich unseren Alltag. Wir glauben, den Verlust und den Kummer nicht ertragen zu können, abnormal zu sein oder eines Tages "verrückt zu werden".

Damit Sie sich Ihren schmerzlichen Gefühlen und Körperreaktionen nicht hilflos ausgeliefert fühlen, möchte ich Ihnen den Trauerprozess beschreiben, den wir beim Verlust eines geliebten Partners oder Angehörigen durchleben.

Wir müssen beim Trauerprozess 4 Phasen durchlaufen, bis wir wieder zu einem seelischen und körperlichen Gleichgewicht finden.

Die einzelnen Phasen, die wir durchlaufen, können sich überlappen, zusammenfallen und sich miteinander vermischen.

Die 4 Stadien der Trauerbewältigung

1. Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens und der Verleugnung
In der ersten Phase wollen wir nicht wahrhaben, dass der uns so sehr am Herzen liegende Mensch gestorben ist und uns für immer verlassen hat. Wir stehen wie unter einem Schock oder bewegen uns wie in Trance.

2. Phase der aufbrechenden Gefühle
Wir haben die Hoffnung aufgegeben und verspüren den vollen Schmerz und die Verzweiflung. Wir leiden unter Gefühlsschwankungen, fangen aus heiterem Himmel an zu weinen. Unser Körper ist völlig aus dem Gleichgewicht.

Wir können nicht mehr schlafen oder kommen kaum noch aus dem Bett. Wir können nicht ruhig sitzen oder uns kaum noch von der Stelle bewegen. Wir schlingen wahllos Essen in uns hinein oder bekommen keinen Bissen hinunter.

Wir haben an nichts mehr Freude. Wir glauben, nie wieder glücklich sein zu können. Wir hadern mit dem Schicksal. Wir beneiden andere, die ihren Partner noch haben und reagieren vielleicht gereizt, wenn uns jemand sein Beileid ausspricht, Mitgefühl und Anteilnahme zeigt.

Unsere Gedanken kreisen nur noch um den schmerzlichen Verlust und darum, was wir nie mehr mit dem Verstorbenen erleben können. Das Leben draußen erscheint uns wie ein Film, an dem wir nicht mehr teilhaben können.

Diese Phase ist die schmerzlichste und schwierigste Phase in der Trauerbewältigung.

3. Phase der langsamen Neuorientierung
So langsam beginnen wir wieder, uns nach außen zu orientieren. Wir können uns zeitweise wieder konzentrieren, auch mal an etwas erfreuen. Trauer und Hadern lassen langsam nach und sind nicht mehr so intensiv.

Jedoch haben wir noch starke Stimmungsschwankungen. Unser Körper gelangt langsam wieder zu seinem normalen Rhythmus.

4. Phase des neuen Gleichgewichts
Wir sind zu einem neuen körperlichen und seelischen Gleichgewicht gelangt. Es erfüllt uns bisweilen immer noch mit Wehmut, an die Vergangenheit zu denken, doch wir sehen vertrauensvoll in die Zukunft.

Wir werden den verstorbenen Menschen nie ersetzen und vergessen können, aber lenken unseren Blick auf das, was wir jetzt im Leben noch haben können.

Wir haben uns eine neue Lebensaufgabe gesucht und uns neue Fähigkeiten zugelegt, die Alltagsaufgaben zu bewältigen.

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Wie mit der Trauer und dem Kummer umgehen?

Der Weg durch die Trauer bis zu einem neuen seelischen Gleichgewicht dauert bei den meisten Menschen zwischen drei und fünf Jahren.

Deshalb sollten Sie zunächst lernen, Ihre Gefühle zu akzeptieren - auch "verrücktes Verhalten" wie etwa die ganze Nacht das Radio laufen zu lassen, um die Einsamkeit und Leere nicht zu spüren.

Ihren Schmerz sollten Sie nicht mit Tabletten oder Alkohol betäuben - oder zumindest nicht länger als vier Wochen.

Ein Tagebuch, dem Sie Tag und Nacht Ihre Verzweiflung anvertrauen können, kann gute Dienste leisten.

Es gibt in verschiedenen Städten auch Trauerbewältigungsgruppen, in denen Sie sich mit Menschen, die auch einen geliebten Menschen verloren haben, treffen und austauschen können.

Hilfe Tag und Nacht

Sollten Sie nachts den Wunsch nach Trost und Beistand haben, können Sie die Telefonseelsorge anonym und gebührenfrei anrufen.

0800-1110111 oder 0800-1110222

Eine Umarmung in Worten - Ratgeber der Psychologin Dr. Doris Wolf

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Große Entscheidungen wie Umzug, Hausverkauf oder Stellenkündigung sollten Sie anfangs vermeiden.

Ein Tagesplan, in dem Sie sich ganz kleine Schritte vornehmen, wird Ihnen helfen, zumindest das Nötigste zu regeln.

Wichtig ist es, die Wochenenden zu (ver)planen!

Ihr Körper braucht - obwohl Sie gerade jetzt wahrscheinlich am wenigsten Interesse an einer gesunden Ernährung haben - Ihre Aufmerksamkeit.

Gut bekommen ihm Vollwertprodukte, Salat, Obst und rohes Gemüse. Auch eine Nahrungsergänzung durch die Vitamine B, C und E sowie den Mineralstoff Magnesium ist empfehlenswert.

Um Ihre körperliche Anspannung abzubauen, sind kleine Spaziergänge oder eine Entspannungsübung zu empfehlen.

Die Trauerbewältigung gleicht einer Bergbesteigung.

Sie müssen unten im Tal beginnen und sich langsam nach oben emporarbeiten, bis Sie wieder eine neue Lebensperspektive für sich erkennen können.

Sicher ist, dass Sie Ihren verstorbenen Partner, Angehörigen oder Freund nie vergessen können und werden. Die Erinnerung an ihn wird Sie im Laufe der Zeit jedoch nicht mehr so stark schmerzen.

Organisationen,
die bei der Suche nach einer Trauerbewältigungsgruppe behilflich sind.

NAKOS
Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
www.nakos.de

IGSL-Hospiz e.V.
www.igsl-hospiz.de

Nicolaidis Stiftung
www.nicolaidis-stiftung.de

Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V.
www.ita-ev.de

OMEGA e.V. Bundesgeschäftsstelle
www.omega-ev.de

T.A.B.U.
www.tabu-team.de

Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister e.V.
www.veid.de

TrauerWege e.V.
www.trauerwege-mainz.de

Selbsthilfe Schweiz
www.kosch.ch

Fonds Gesundes Österreich
www.fgoe.org

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