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Der Lebensfreude Taschenkalender (Timer) 2012 mit inspirierenden und aufmunternden Texten
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von Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut
Das Bild, das wir von uns selbst haben, formt uns und lässt uns zu dem werden, was wir von uns halten. Abraham Lincoln lehnte es einmal ab, einen Mann einzustellen. Er erklärte: „Ich mag den Gesichtsausdruck dieses Mannes nicht.“ Ein Mitarbeiter erwiderte: „Aber Herr Präsident. Der Mann kann doch nichts dafür, wie er aussieht.“ „Doch, er kann“, sagte Lincoln. „Die Gedanken eines Menschen und sein Verhalten formen seine Augen und sein Gesicht.“
Das Bild, das wir von uns selbst haben, entscheidet darüber, ob wir uns ungeliebt oder geliebt fühlen, ob wir liebevolle und harmonische Beziehungen haben, ob wir glücklich oder unglücklich sind.
Wenn wir uns selbst bekämpfen und uns ablehnen, dann zerstören wir uns selbst und vergiften all unsere Beziehungen.
Viele Menschen machen sich zu Recht Sorgen um die Verschmutzung und Vergiftung unserer Umwelt. Nur wenige Menschen aber machen sich Gedanken um den Schaden, den sie sich selbst und anderen durch einen Mangel an Selbstliebe zufügen.
Sich selbst abzulehnen oder gar zu hassen, ist das Selbstschädigendste, was man sich antun kann.
Mangelnde Selbstliebe führt zu Aggressionen, Wut, Kindesmisshandlungen, Eifersucht, Neid, Ängsten, Unsicherheiten, Hemmungen, Depressionen, Partnerschafts- und Sexualproblemen, Übergewicht, Alkoholismus, Einsamkeit, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen und, und ...
Ob man feige ist wie ein Hase oder mutig wie ein Löwe, ein Draufgänger, oder ein Hanswurst, ob man im Leben auf der Verlierer- oder der Gewinnerseite steht, all das hängt von der Einstellung ab, die man zu sich selbst hat.
Menschen, die sich nicht mögen, haben ständig etwas an sich auszusetzen und zu kritisieren. Sie sind sehr häufig mit sich unzufrieden.
Sie halten sich für zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn, sie haben in ihren Augen eine zu große Nase oder eine zu kleine Nase, zu lange oder zu kurze Beine, einen zu großen oder zu kleinen Busen, zu viele oder zu wenig Haare. Sie haben für sich eine Menge Kosenamen wie Dummkopf, Idiot, Versager und Schlappschwanz.
Sie vergleichen sich ständig mit anderen und finden immer jemanden, den sie für attraktiver, intelligenter und besser halten. Und dann lassen sie kein gutes Haar an sich. Da sie von sich selbst sehr wenig oder gar nichts halten, ist ihnen die Meinung der anderen über sie sehr wichtig. Sie machen ihr Selbstwertgefühl weitestgehend davon abhängig, was andere von ihnen denken.
Wenn wir unser Selbstwertgefühl von der Meinung anderer abhängig machen, dann gehen unsere Gefühle wie eine Schaukel auf und ab.
Sagt jemand etwas Positives zu uns, dann wachsen wir um fünf Zentimeter. Sagt jemand etwas Negatives zu uns, dann sind wir auf einmal ganz klein. Unsere Stimmung geht dann wie eine Schaukel auf und ab und wir haben absolut keine Kontrolle über unsere Gefühle.
Wir erleben uns als hilflos, so als ob andere Menschen mit uns machen könnten, was sie wollen. Wir fühlen uns als Marionette, an deren Fäden andere nach Belieben ziehen und wir nach der Pfeife der anderen tanzen müssen.
Aber selbst anerkennende Worte befriedigen Menschen mit einem negativen Selbstbild nicht. Sie sind so sehr von ihrer Minderwertigkeit und Wertlosigkeit überzeugt, dass sie an den Worten der anderen zweifeln.
Anerkennende Worte sind ihnen unangenehm und sie tun ihr Bestes, um vor anderen nicht zu positiv dazustehen. „Sie haben heute ein sehr schönes Kleid an.“ „Ach, das ist nichts Besonders. Das ist schon drei Jahre alt. Ich habe es im Schlussverkauf günstig gekauft.“
Andererseits sehen Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl die leiseste Kritik oder das Ausbleiben anerkennender Worte als einen Beweis dafür an, dass sie mit ihrer schlechten Meinung von sich Recht haben. „Ich habe es gewusst, dass ich nichts kann. Er hält mich auch für zu dumm dafür.“
Menschen, die sich selbst nicht leiden können, sind stets auf der Suche nach Bestätigung. Sie stecken eigene Bedürfnisse zurück, sagen ja, auch wenn sie Nein sagen möchten, kaufen sich teure Kleider und Autos und gehen auf Schönheitsfarmen. Ja, sie scheuen selbst nicht davor zurück, kosmetische Operationen machen zu lassen oder sich fremder Leute Haare auf den Kopf zu setzen.
Die Werbefachleute und Hersteller von Kleidern, Parfüms und anderen Schönheitsartikeln wissen sehr genau, wie sie die Menschen anpacken müssen, damit diese ihre Produkte kaufen. Sie wissen, dass viele Menschen sich nicht mögen und deshalb geradezu süchtig danach sind, begehrt und geschätzt zu werden.
Diesen wunden Punkt der Menschen machen sie sich zu Nutze, um für ihre Produkte zu werben. Sie suggerieren uns, dass wir beispielsweise mit dem Kauf des Parfüms X oder Y mehr Anerkennung, Erfolg und Attraktivität erlangen werden.
Vielleicht kennen Sie die Werbung von Haartoupets, wie sie noch vor einigen Jahren in den Zeitungen zu sehen war. Diese Anzeigen arbeiteten mit dem „Vorher-Nachher“-Effekt. Auf der einen Seite war ein Mann mit einer Glatze abgebildet, der so grimmig dreinschaute, dass man meinen konnte, er habe gerade zehn Morde begangen. Darüber stand „vorher“. Rechts daneben war das Bild eines sympathisch dreinschauenden und freundlich lächelnden Mannes zu sehen. Darüber stand „nachher“ und darunter war zu lesen: „Mehr Erfolg und Sicherheit durch unsere Toupets.“
Die Botschaft in solchen Bildern ist klar. Man ist nur attraktiv, selbstsicher und erfolgreich, wenn man Haare auf dem Kopf hat. Ohne Haare ist man nichts wert. Man kann dann nichts von sich halten und muss sich schämen. Man ist also so viel wert, wie man Haare auf dem Kopf hat.
Wir werden aufgefordert, uns nicht zu mögen, so wie wir sind. Und warum sollen wir uns nicht mögen? Damit uns die Firmen ihre Produkte verkaufen können.
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Selbstablehnung
© 2003-2012 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Negatives Selbstwertgefühl, Selbstablehnung
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