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Mit Komplimenten richtig umgehen

von Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

"Das hast du gut gemacht.", "Es ist schön mit dir zusammen zu sein." oder "Du bist mein bester Freund." – nach diesen Worten sehnen sich viele Menschen. Bei diesen Komplimenten geht uns quasi das Herz auf. Wir empfinden Freude, Glück und unser Selbstvertrauen steigt. Die Freude ist umso größer, je wichtiger der andere Mensch für uns ist und vielleicht auch, je seltener er ein solches Kompliment äußert. Bei kleinen Kindern können wir beobachten, wie sie nach einem Lob geradezu sichtlich größer werden und stolz auf sich sind.

Es gibt aber auch Menschen, die große Probleme haben, ein Kompliment oder ein Lob anzunehmen.

Warum manche Menschen Probleme haben, ein Lob oder Kompliment anzunehmen

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Beispielsweise:

  • Sie glauben, kein Lob verdient zu haben, da ihre Selbstachtung gering ist.
  • Sie vermuten hinter dem Kompliment eine Schleimerei oder Manipulation.
  • Sie sehen den Lobenden nicht als wichtig für sich an.
  • Sie haben Angst, durch das Kompliment zu einer Gegenleistung verpflichtet zu sein.
  • Sie empfinden es als unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen.
  • Sie haben Angst, arrogant zu wirken.

Die Folge davon ist, dass sie das Kompliment nicht genießen können. Weil ihnen das Lob unangenehm ist, lassen sie sich einiges einfallen, wie sie darauf reagieren. Beispielsweise:

Stärke deine Selbstachtung und du kannst Komplimente annehmen und genießen.


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  • Sie hängen sofort ein Gegenlob oder Kompliment an, um die Aufmerksamkeit wieder auf den anderen zu lenken.
  • Sie werten das Kompliment ab oder verkleinern es, indem sie z.B. behaupten, dass ihre Leistung nichts Besonderes oder nicht der Rede wert wäre.
  • Sie werten sich selbst ab und behaupten, dass ihre Leistung nicht ihr Verdienst wäre.
  • Sie lenken den Blick des anderen auf ihre Schwächen und Misserfolge.
  • Sie machen den anderen klein und behaupten, dass er ihnen Honig um den Mund schmieren möchte.
  • Sie argumentieren, dass sie dies doch gerne gemacht hätten und deshalb kein Lob verdient hätten.
  • Sie schmälern ihren Einsatz, indem sie behaupten, dass das, wofür sie gelobt wurden, etwas ganz Normales und nichts Besonderes sei.

Und dann gibt es Menschen, die äußerlich ein Kompliment abtun, aber innerlich stolz darauf sind. Dies kann damit zusammenhängen, dass sie oft die Botschaft gehört haben. "Bilde dir ja nichts ein." oder "Sei nicht so überheblich."

Wie mit Lob und Komplimenten umgehen?


TIPP: Bevor wir ein Kompliment annehmen können, müssen wir davon überzeugt sein, dass es Merkmale und Verhaltensweisen an uns gibt, die man positiv sehen kann. Und wir müssen anderen zugestehen, dass diese etwas positiv sehen können, das wir selbst als unwichtig oder nicht erwähnenswert ansehen.

TIPP: Ein Lob oder Kompliment dürfen wir auf alle Fälle annehmen. Gewöhnlich gibt es der andere freiwillig und fordert von uns nichts dafür zurück. Wir dürfen uns freuen, dass dem anderen etwas an uns gefällt. Deshalb sind wir nicht überheblich.

TIPP: Auch wenn wir das Kompliment vielleicht für übertrieben halten, sollten wir es als die persönliche Sichtweise des anderen annehmen. Unser Gegenüber hat das Recht, uns so positiv zu sehen.

Ratgeber


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TIPP: Eine angemessene Reaktion auf ein Lob oder Kompliment ist es z.B., sich dafür zu bedanken: "Danke für dein Kompliment." oder "Danke, das freut mich, tut mir gut, ist nett von dir ...." Weitere Erklärungen oder gar Entwertungen des Kompliments ("Das ist nichts Besonderes", usw.) bedarf es nicht.

TIPP: Wir sollten das Kompliment nicht sofort zurückgeben, indem wir dem anderen ein Kompliment machen. Das klingt nicht nur unehrlich, wir entwerten dadurch auch das Kompliment und die gute Absicht des anderen. Zu einem späteren Zeitpunkt und wenn es passt, können wir ihm ebenfalls ein Kompliment machen.

TIPP: Wenn wir uns schwertun, Komplimente anzunehmen, weil wir denken, das Kompliment nicht zu verdienen, dann müssen wir an der Einstellung zu uns ansetzen, wenn wir lernen möchten, Komplimente anzunehmen. Wir müssen an unserem Selbstwertgefühl arbeiten. Wenn wir an uns selbst kein gutes Haar lassen und denken, dass wir nicht in Ordnung sind, dann können wir anderen nicht glauben, dass ihr Kompliment ehrlich ist.

TIPP: Generell sollten wir uns in Erinnerung rufen: Unser Gegenüber hat sich die Mühe gemacht, uns etwas Nettes zu sagen. Er möchte uns damit eine Freunde machen. Warum sollten wir ihm den Wunsch nicht erfüllen und uns über sein Kompliment freuen?

Denken Sie daran: Komplimente sind Geschenke, die man nicht zurückweist, sondern sich dafür bedankt.

gefühle

© 2003-2011 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Komplimente annehmen - mit Lob und Komplimenten umgehen
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