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Ich möchte von allen gemocht und geliebt werden

Ich mag dich: Daumen hoch

Das Verlangen, von allen um jeden Preis gemocht und positiv bewertet zu werden, kann uns großen Schaden zufügen: wir sind manipulierbar, angreifbar und verletzbar.

Woher kommt der unstillbare Wunsch, allen gefallen zu wollen? Was tun, um von der Anerkennung der anderen weniger abhängig zu sein?

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Wenn ich Eltern sehe, wie sie ihr Kind liebevoll in den Arm nehmen und herzlich knuddeln, dann bin ich sehr berührt, manchmal sogar voller Sehnsucht.

Wie schön ist es doch, bedingungslos geliebt zu werden und sich geborgen zu fühlen. Geht es Ihnen ähnlich?

Das Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung steckt in uns. Kein Wunder, dass wir uns so sehr danach sehnen: Sich bedingungslos geliebt zu fühlen, fühlt sich einfach wunderbar an.

Es fließen dabei unsere Glückshormone, unser Körper ist ganz entspannt (ausgenommen, wenn wir jung verliebt sind).

Für uns ist die Welt in Ordnung, wir müssen uns nicht wehren oder um etwas kämpfen.

Unser wichtigstes Grundbedürfnis ist erfüllt. Doch es gibt auch eine Kehrseite.

Wann das Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung zum Problem wird

Liebe und Zuwendung sind wohltuend und angenehm. Unser Verlangen, allen gefallen zu wollen und von allen gemocht zu werden, macht uns jedoch unglücklich.

Sehr früh in unserem Leben machen wir gewöhnlich die Erfahrung, dass

Wichtig zu wissen: Wir machen uns unglücklich, wenn wir fordern, dass andere uns lieben und mögen müssen.

Was ist falsch daran, von allen gemocht und geliebt zu werden?

Macht es für Sie einen Unterschied, ob Sie sagen: „Ich wünsche mir, dass mein Freund mich jeden Tag im Büro anruft“ oder „Mein Freund muss unbedingt mindestens einmal bei mir im Büro anrufen, sonst liebt er mich nicht.“? Wahrscheinlich schon.

An dem Wunsch, von allen gemocht und geliebt zu werden, ist nichts falsch. Er ist verständlich und menschlich.

Problematisch ist nur die Forderung, von allen Menschen immer gemocht und geliebt werden zu müssen.

Wann immer wir etwas von einem anderen Menschen verlangen, geraten wir in seine Abhängigkeit. Wir sind dann unglücklich und fühlen uns hilflos, wenn wir das Gewünschte nicht von ihm bekommen.

Ein Extrembeispiel hierfür sind Stalker. Sie zerstören oftmals ihr eigenes Leben und das der ersehnten Person, nur aus dem Verlangen heraus, erhört und geliebt zu werden.

Wenn wir fordern, bei allen Menschen gut ankommen und gemocht werden zu müssen, dann besteht die Gefahr, dass wir uns selbst verlieren.

Um der Liebe und Anerkennung willen unterdrücken wir eigene Wünsche, verausgaben uns für andere und richten unser Fähnlein nach dem Wind.

Die Forderung, von allen gemocht und geliebt zu werden, führt außerdem zwangsläufig dazu, dass wir ständig enttäuscht werden.

Andere Menschen sind nicht immer bereit, uns zu lieben, und schon gar nicht auf die Art und Weise, wie wir es uns wünschen.

5 Dinge die Sie sich nicht antun sollten

Warum haben Menschen ein unstillbares Verlangen nach Liebe und Zuneigung?

Um zu verstehen, warum Menschen zu einem Anerkennungs-Junkie werden, der ständig auf das Schulterklopfen der Mitmenschen angewiesen ist, müssen wir in unsere Kindheit zurückgehen.

Als Babys und Kleinkinder sind wir auf Zuwendung und Liebe angewiesen.

Wir sind hilflos und benötigen neben der körperlichen Pflege, Streicheleinheiten, Anerkennung, Zuwendung und die Sicherheit, dass sich jemand um uns kümmert.

Nur so können wir körperlich, emotional und psychisch gesund aufwachsen.

Können uns unsere Eltern die Liebe und Zuwendung überhaupt nicht oder nicht dann geben, wenn wir sie benötigen, können wir die Einstellung entwickeln, nicht in Ordnung und nicht liebenswert zu sein.

Dann sind wir als Erwachsene immer auf der Suche, diese innere Leere zu füllen.

Wir glauben, das Gefühl, nicht liebenswert zu sein, überwinden zu können, indem wir von allen uns wichtigen Menschen gemocht und geliebt werden.

Auf diese Weise können wir jedoch unser geringes Selbstwertgefühl nicht stärken. Die Gründe hierfür sind:

Was tun, um von der Anerkennung der anderen weniger abhängig zu sein?

1. Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl.

Behandeln Sie sich selbst so liebevoll, wie Sie von anderen behandelt werden möchten. Sprechen Sie mit sich so einfühlsam und liebevoll, wie Sie es sich von anderen wünschen.

So füllen Sie selbst Ihre innere Leere und entwickeln das Gefühl, liebenswert zu sein.

Dann genießen Sie es, von anderen Menschen gemocht zu werden, sind aber nicht verzweifelt, wenn diese Sie ablehnen.

2. Geben Sie die Forderung, von allen gemocht und geliebt zu werden, auf.

Erinnern Sie sich daran, dass kein Mensch auf der Welt jemals von allen Menschen gemocht und geliebt wurde - selbst die großen religiösen Führer nicht.

Lesen Sie die Lebensweisheit Wir können es nicht allen Recht machen.

3. Konzentrieren Sie sich auf sich, statt danach zu schauen, wie Sie bei anderen ankommen.

Überlegen Sie, welche Ihre wichtigsten Werte und Ziele sind und verfolgen Sie diese. Menschen, die ähnliche Ziele haben, werden sich von Ihnen angezogen fühlen und Sie mögen.

Sie selbst tragen zu Ihrer Zufriedenheit bei, wenn Sie Dinge tun, die für Sie sinnvoll und bereichernd sind.

4. Unterscheiden Sie zwischen der Meinung anderer und Ihrer Person.

Wenn ein anderer Sie ablehnt, dann ist dies nur seine persönliche Sichtweise. Es bedeutet keinesfalls, dass Sie nicht in Ordnung sind.

5. Berücksichtigen Sie, dass Gefühle flüchtig sein können.

Selbst in der besten Partnerschaft gibt es Momente, in denen unser Partner uns weniger oder gar nicht liebt. Dies gilt umso mehr für andere Beziehungen.

Ob unser Gegenüber uns in einem bestimmten Moment mag, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab - z.B. ob er gerade guter Stimmung ist oder ob wir seine Erwartung erfüllen.

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6. Akzeptieren Sie, dass Sie ab und zu von anderen enttäuscht sind.

Manchmal gibt es im Zusammenleben Interessenkonflikte. Der andere wird vielleicht versuchen, seine Bedürfnisse durchzusetzen, und Sie gehen in dieser Situation leer aus.

Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass er Sie generell nicht mag oder liebt.

Manchmal ist der andere auch schlichtweg nicht in der Lage, in diesem Augenblick Liebe zu zeigen.


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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