Mindsnacks #5: Jobwechsel mit 50+

Warum fällt es vielen schwer, mit 50+ noch einmal beruflich neu zu denken? Heike Abt erklärt, warum uns berufliche Veränderung so herausfordert – und wie du klarer erkennst, was du wirklich brauchst.

PAL Mindsnacks ist die psychologische Video-Kolumne für Menschen in der Lebensmitte, die sich selbst besser verstehen wollen und Orientierung für ihr Fühlen und Handeln suchen. In kurzen und einleuchtenden Impulsen gibt die erfahrene Psychologin Heike Abt Antworten auf Fragen des Lebens – alltagsnah, stärkend und auf Augenhöhe.

Das Thema des Videoimpulses: Jobwechsel mit 50+

In dieser Folge geht es um berufliche Veränderung in der Lebensmitte und die Frage: Warum fällt es uns so schwer, gewohnte Wege zu verlassen, selbst wenn wir unzufrieden sind? Und wie können wir lernen, unsere sogenannten Push- und Pull-Faktoren bewusster zu erkennen, um klarer neue Entscheidungen zu treffen?

Inhalt des Videos

Findet ihr auch, dass die Gesellschaft erwartet, bei der Auswahl unseres Berufes wohlüberlegt zu handeln: Was will ich werden, was will ich machen? Entsprechend wählt man sein Studium oder seine Ausbildung und baut dann seine Karriere Stück für Stück auf – häufig sogar in einer Branche, in einem Unternehmen, in einer Richtung –, sodass es kontinuierlich im selben Feld weitergeht, bis zur Rente?

Das könnte für viele von uns der Grund sein, warum wir uns im Alter 50+ so schwertun, wenn es noch einmal eine Veränderung geben soll. Wenn wir merken, dass wir unzufrieden sind und eigentlich noch einmal etwas anderes machen möchten.

Die Gründe, warum wir uns davor fürchten, liegen oft in der Angst vor Veränderung allgemein. Auch die Angst, es nicht zu schaffen, die Sorge, den erreichten Status nicht halten zu können oder der Gedanke, dass es vielleicht schon zu spät ist spielen dabei eine Rolle. Und natürlich auch einfach die Angst, zu scheitern.

Dabei können wir es doch auch so betrachten: Wenn man mit über 70 noch Papst werden kann und mit fast 80 Präsident der USA, dann kann man sich mit Mitte 50 durchaus noch überlegen, ob beruflich nicht auch noch etwas Neues drin ist.

Meist ist diese unterschwellige Unzufriedenheit Auslöser, dass man darüber nachdenkt, ob es noch einmal etwas anderes sein darf. Sie gehört zu den sogenannten Push-Faktoren – also den Dingen, die uns von etwas wegziehen. Auf den Job bezogen sind das oft Unzufriedenheit mit Entwicklungsmöglichkeiten, Bezahlung, Stimmung, fehlender Anerkennung oder Wertschätzung im Team, Probleme mit Vorgesetzten oder eine unausgewogene Work-Life-Balance. Diese Faktoren sind meist ziemlich klar.

Wenn ihr aber darüber nachdenkt, ob ihr noch einmal etwas verändern möchtet, solltet ihr euch auch mit den sogenannten Pull-Faktoren beschäftigen. Das sind die Dinge, die euch zu etwas hinziehen – also das, worauf ihr wirklich Lust habt und bei dem ihr denkt: Das wäre besser. Vielleicht eine bessere Work-Life-Balance, mehr Sinn in der Arbeit oder die Möglichkeit, eure Talente und Fähigkeiten für eine bestimmte Sache einzusetzen.

Darüber solltet ihr euch unbedingt Gedanken machen, wenn ihr ernsthaft überlegt, beruflich noch einmal etwas Neues zu wagen.

 

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