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Optimismus ist eine Geisteshaltung

Wie entsteht eine optimistische Einstellung?

Viele Menschen glauben, dass Optimismus und Pessimismus angeboren seien. Wäre es so, hätten wir überhaupt keine Chance, vom Lager der Pessimisten zu den Optimisten überzuwechseln. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter dem Optimismus eine erlernte innere Einstellung. Wir haben im Laufe unseres Lebens aufgrund bestimmter Erlebnisse und des Einflusses von Eltern und wichtigen anderen Bezugspersonen gelernt, die Welt eher mit positiven oder negativen Gedanken zu betrachten. Diese negativen oder positiven Einstellungen sind ganz tief in uns verwurzelt und laufen automatisch und blitzschnell ab.

Optimistische Menschen besitzen zwei grundsätzliche Lebenseinstellungen:
1. Ich habe Kontrolle über mich und mein Leben.
2. Ich bin fähig. Was ich auch anpacke, gelingt mir.

Die Einstellungen negativer Menschen sehen hingegen so aus:
1. Ich bin hilflos. Ich bin den Menschen und Umständen ausgeliefert.
2. Ich bin unfähig. Nichts, was ich anpacke, gelingt mir.

Optimismus und Gesundheit

Optimisten leben länger. Das ist nicht nur ein Slogan, sondern eine wissenschaftlich bestätigte Tatsache. Wer keine Hoffnung und keinen Glauben an eine positive Zukunft hat, erhöht sein Risiko, an Infektionskrankheiten zu erkranken, ist weniger leistungsfähig und hat eine geringere Lebenserwartung. Weitere gesundheitliche Vorteile von Optimismus.

Eine optimistische Einstellung ist uns nicht angeboren und deshalb können wir uns auch im Erwachsenenalter noch von einem Pessimisten in einen Optimisten verwandeln.

Wie wird man zum Optimisten?

Wenn Sie zu den eingefleischten Pessimisten gehören und Ihrem Leben eine positive Wende geben möchten, können Sie gleich mit den folgenden Übungen beginnen.

1. Lenken Sie Ihren Blick auf Ihre Stärken. Nur dann können Sie Vertrauen in Ihre Fähigkeiten verspüren und optimistisch in die Zukunft sehen. Sie sind einzigartig und haben wie jeder Mensch sowohl Stärken als auch Schwächen. Wenn Sie sich und Ihren Fähigkeiten vertrauen, werden Sie dies auch auf andere ausstrahlen und eine positive Reaktion zurückbekommen.

2. Denken Sie weiter: "Und was habe ich dann noch an Möglichkeiten?" Ruhen Sie nicht, bis Sie eine Lösung für Ihre Probleme gefunden haben. Wenn Sie bei der ersten Hürde aufgeben, dann werden Sie nur depressiv und haben keine Kraft mehr zum Kämpfen. Solange Sie leben, stehen Ihnen immer viele verschiedene Lösungsmöglichkeiten offen.

3. Entwickeln Sie eine "Ich kann" - Einstellung: "Was auch immer auf mich zukommt: Ich bin fähig und werde eine Lösung finden". Bis jetzt haben Sie überlebt und ganz beachtliche Erfolge in Ihrem Leben erzielt. Sie besitzen die Fähigkeit, noch mehr zu erreichen.

4. Begegnen Sie Misserfolgen mit der Einstellung: "Dieses Mal hat es nicht geklappt. Ich gebe mir eine zweite Chance und konzentriere mich darauf, wie ich es besser machen kann." Wenn Sie mit sich hadern und sich für Fehler verurteilen, werden Sie nur depressiv oder wütend auf sich selbst. Viele große Erfindungen werden erst nach Hunderten von Misserfolgen gemacht.

5. Begegnen Sie der Ablehnung und Kritik durch andere mit der Einstellung: "Das ist eure Meinung. Ich bin liebenswert, auch wenn ihr mich nicht so seht oder ich einen Fehler gemacht habe".

Kein Mensch kann Sie in Frage stellen, wenn Sie es nicht zulassen und sich seiner Meinung anschließen.

6. Wenn andere Ihnen Steine in den Weg legen, geben Sie ihnen die Erlaubnis: "Ihr habt keine Kontrolle über mich. Es ist o.k., dass ihr euch so verhaltet. Jetzt kann ich entscheiden, wie ich darauf reagiere". Sie sind kein Opfer. Andere haben keine Kontrolle über Sie und Ihre Reaktion. Wenn Sie ihnen die Erlaubnis geben, sich so zu verhalten, dann können Sie ganz ruhig überlegen, wie Sie reagieren.

7. Ziehen Sie am Abend vor dem Einschlafen Bilanz und suchen Sie nach den positiven Tagesereignissen. So prägen Sie sich Ihre positiven Erlebnisse ein und schlafen zufrieden ein. Am Morgen wachen Sie mit dem Gefühl auf, dass Ihnen die Welt zu Füßen liegt.

8. Wenn Sie dazu neigen, sich immer das Schlimmste auszumalen, dann malen Sie sich auch ganz bewusst aus, wie es positiv ausgehen könnte. Es ist nämlich so, dass sich negative Prophezeiungen häufig erfüllen und Sie durch Ihr Katastrophendenken quasi selbst Ihr Unglück anziehen.

9. Meiden Sie die Gesellschaft von Pessimisten. Sonst machen Sie es sich unnötig schwer, Ihre negativen Gedankenmuster zu durchbrechen. Pessimisten bestätigen sich gegenseitig in ihrem pessimistischen Denken.

10. Nehmen Sie am Optimismus Training teil.

Ein Pessimist macht aus einer Chance ein Problem,
ein Optimist aus einem Problem eine Chance.

Harry S. Truman

© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Optimismus - wie wird man zum Optimist? - wie wird man optimistischer?
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