6 Tipps, wie Sie sich aus der Opferrolle befreien

Nach Rückschlägen, bbei Schicksalsschlägen und in Krisen fühlen sich viele häufig hilflos und als Opfer anderer Menschen oder des Schicksals. Wie stark wir darunter leiden und wie schnell wir uns aus der Opferrolle befreien können, hängt von uns und unseren Einstellungen zu den Ereignissen ab. Dieser Beitrag gibt 6 Tipps, wie du die Opferrolle aufgeben kannst.

6 Tipps, wie Sie sich aus der Opferrolle befreien
© Sproud, pixabay.com

Befinden Sie sich manchmal in der Opferfalle, haben das Gefühl, Opfer der Umstände oder anderer Menschen zu sein?

Es widerfahren uns im Laufe des Lebens viele widrige Ereignisse. Wir verlieren Menschen durch Trennung und Tod, wir erkranken schwer, haben unverschuldet einen Unfall, von dem körperliche Schäden zurückbleiben, wir werden durch eine Betriebsschließung arbeitslos, wir werden zum Opfer eines Stalkers oder zum Opfer eines Mobbers, usw.

In solchen Momenten fühlen wir uns leicht ohnmächtig und als Opfer. Wir bemitleiden uns, ärgern uns maßlos über das widerfahrene Unrecht, hadern mit dem Schicksal, sind vielleicht deprimiert und glauben, die Welt und das Schicksal seien ungerecht. Wir leiden, sind ratlos und fühlen uns ausgeliefert, ohnmächtig und hilflos.

Wie stark wir unter den Widrigkeiten und Ereignissen leiden und wie schnell wir uns aus der Opferrolle befreien können, hängt von uns und unseren Einstellungen zu den Ereignissen ab.

Verhaltensweisen, die Sie in die Opferrolle bringen

Dass wir zum Opfer von Angriffen, Verletzungen, Enttäuschungen und Schmerzen werden, können wir nicht verhindern. Sehr wohl aber haben wir einen Einfluss darauf, wie wir auf die Angriffe, Verletzungen, Enttäuschungen und Schmerzen reagieren und wie sehr wir unter diesen leiden.

Ich weiß nicht mehr, von wem folgendes Zitat stammt, aber es trifft den Nagel auf den Kopf: Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist freiwillig.

Vielleicht klingt es zynisch für Sie, dass Ihr Leiden freiwillig sein soll. Sie würden lieber heute als morgen aufhören, zu leiden, glauben aber, dass dies angesichts des seelischen oder körperlichen Schmerzes, der Ihnen widerfahren ist, unmöglich ist. Sie leiden, weil Sie denken, die anderen oder das Schicksal seien schuld an Ihrem Leid und Ihren Problemen.

Wenn wir anderen jedoch die Schuld geben, dann geben wir ihnen Macht über uns und unser Leben.  Wir entmachten uns dadurch - und machen uns so zum Opfer.

Mit der Einstellung, bei bestimmten Anlässen und Ereignissen zwangsläufig leiden zu müssen, begeben Sie sich in die Opferrolle.  Wieso müssen Sie sich (tagelang) ärgern, wenn Dinge schief laufen oder kaputtgehen? Wieso müssen Sie sich sich (tagelang) verletzt und gekränkt fühlen, wenn Ihr Partner Giftpfeile auf Sie abgeschossen hat und sich dann auch noch über sich selbst ärgern, dass Sie die Worte anderer zu Herzen nehmen?

Wieso müssen Sie deprimiert und verzweifelt sein, wenn Ihnen jemand übel mitspielt? Wieso muss Ihr Tag total vermiest sein, nur weil jemand zu Ihnen eine dumme Bemerkung gemacht hat? Wieso müssen Sie Ihr ganzes Leben unter der Erziehung Ihrer Eltern leiden?

Sie müssen es nicht. Sie müssen nur leiden, wenn Sie den Menschen und dem Schicksal Macht über sich geben, indem Sie sich in eine Opferrolle begeben. Ich weiß, das klingt hart und wenig mitfühlend. Es ist aber die Realität. Sie selbst fügen sich sehr viel Leid zu, indem Sie sich als Opfer sehen, das keine Wahl hat, über sein Leben und seine Gefühle zu bestimmen.

Ein unbeschwertes und leichtes Leben macht nicht glücklich. Viel wichtiger ist, dass wir mit unerfreulichen Ereignissen und Problemen umgehen können.

Wenn Menschen Unerfreuliches erleben, dann entscheidet ihre Einstellung dazu, ob und wie stark sie leiden. Unglücklich und deprimiert ist derjenige, der sich als Opfer der Umstände oder des Schicksals ansieht und glaubt, seine schlechten Karten seien für sein Unglück verantwortlich.

Zufrieden ist derjenige, der glaubt, sein Schicksal selbst in die Hand nehmen zu können und trotz widriger Umstände seines Glückes Schmied zu sein. Glücklich und zufrieden sein heißt nicht, keine unerfreulichen und schmerzvollen Erfahrungen zu machen! Sich trotz widriger Umstände gut zu fühlen heißt vielmehr, überzeugt zu sein, über die Kraft zu verfügen, das ändern und beeinflussen zu können, was einem widerfährt, sein Leben in die Hand zu nehmen, das Beste aus dem zu machen, was einem widerfährt.

Niemand kann Ihnen schlechte Gefühle machen, wenn Sie das nicht zulassen.

  • Ohne Ihre Erlaubnis kann Ihnen niemand das Gefühl geben, minderwertig zu sein!
  • Ohne Ihre Erlaubnis kann Sie niemand verletzen oder demütigen.
  • Ohne Ihre Erlaubnis kann niemand Sie traurig oder deprimiert machen.

Ohne Ihre Erlaubnis geht gar nichts

Sie haben die Macht, schlechte Gefühle abzuwehren oder zu überwinden, wenn Sie aufhören, sich als Opfer anzusehen und die Verantwortung für sich, Ihr Leben und Ihre Gefühle übernehmen.

  • Wenn Sie sich für schwach halten, dann machen Sie sich zu einem Schwächling, der sich nicht wehren kann und laden andere ein, auf Ihnen herum zu trampeln.
  • Wenn Sie sich für hilflos halten, dann sind Sie es und machen sich zum Opfer. Wenn Sie sich aufgeben, sind Sie verloren.
  • Wenn Sie sich für minderwertig halten, dann sind Sie empfindlich wie eine Mimose und fühlen sich leicht und schnell verletzt.
  • Wenn Sie sich für nicht liebenswert halten, dann fühlen Sie sich ungeliebt.
  • Wenn Sie sich bemitleiden und bedauern, dann machen Sie sich zum Opfer, indem Sie dem Schicksal oder anderen die Schuld für Ihre Lage geben.
  • Wenn Sie Ihren Selbstwert von der Zustimmung der anderen abhängig machen, sind Sie immer von der Anerkennung der anderen abhängig und sind in der Opferrolle.
  • Wenn Sie glauben, von anderen abhängig zu sein, dann machen Sie sich zum Opfer der anderen und sind anfällig für Manipulationen durch Ihre Mitmenschen.

Hat es Vorteile, sich als Opfer zu fühlen?

Ja, sich als Opfer zu fühlen, kann Vorteile haben. Wir können die Hände in den Schoß legen und anderen - den vermeintlichen Tätern - die Schuld für unser Unglücklichsein und unser Leid geben.

Wir bekommen vielleicht auch Zuwendung in Form von Mitleid und Trost. Wir können uns selbst bemitleiden und unsere Wunden lecken, was uns zeitweise gute Gefühle macht. Wir können uns als gute und moralische Menschen ansehen - im Gegensatz zu den Bösen, die uns all das Leid zufügen.

Und als Opfer hat man schließlich einen Anspruch auf Entschädigung für das erlittene Unrecht. Die anderen (Menschen, das Schicksal, die Eltern, Gott) schulden uns etwas. Wir können/müssen nichts tun und können uns trotzdem im Recht fühlen. Diese Vorteile sind jedoch bestenfalls nur Trostpreise, die unser seelisches Leid etwas lindern, aber nicht beseitigen.

Besser wäre es, uns aus der Opferrolle zu befreien. Nur so können wir unsere gegen Angriffe und Verletzungen immun machen, uns Leid ersparen und unser Leben so gestalten, wie wir es möchten.

6 Tipps, wie Sie sich aus der Opferrolle befreien

TIPP 1:Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich als Opfer ansehen

Dass wir uns selbst zum Opfer gemacht haben, das ist uns oftmals gar nicht so richtig klar. Deshalb ist der erste Schritt der, dass wir uns dessen bewusst sind und uns dies eingestehen.

TIPP 2:Hören Sie auf, sich als (hilfloses) Opfer und andere als Täter anzusehen

Wenn Sie glauben, keine Einflussmöglichkeiten zu haben, wenn Sie sich als hilflos ansehen, dann sitzen Sie in der Opferfalle. Sitzen Sie jedoch tatsächlich in einer Falle, aus der es kein Entrinnen gibt? Sind Sie tatsächlich hilflos? Sie empfinden vielleicht so, tatsächlich aber haben Sie Einflussmöglichkeiten. Um diese erkennen und nutzen zu können, machen Sie sich klar: Ich bestimme, wie ich mich fühle und verhalte. Übernehmen Sie also die Verantwortung für Ihre Gefühle, dann haben Sie einen wichtigen Schritt getan, sich aus der Opferrolle zu befreien. Sie können Ihre Lebensqualität nur verbessern, wenn Sie die Verantwortung für sich, Ihre Gefühle und Ihr Leben übernehmen. Solange Sie diese Verantwortung nicht ausüben, solange fühlen Sie sich als Opferlamm und leiden.

TIPP 3:Im nächsten Schritt lernen Sie, Ihre Gefühle beeinflussen zu lernen

Warum das möglich ist und wie Sie lernen können sich von belastenden Gefühlen zu befreien, das erfahren Sie in den folgenden Selbsthilfe-Informationen.

  • Wie Gedanken unsere Gefühle beeinflussen
  • Das ABC der Gefühle
  • Die Arten negativen Denkens
  • TIPP 4:Ergründen Sie, warum andere so gehandelt haben könnten

    Indem Sie nach den persönlichen Motiven anderer, weshalb diese Sie schlecht behandeln oder übervorteilen, suchen, verstehen Sie deren Verhalten und machen Sie sich so unabhängiger von deren Meinung.

    TIPP 5:Stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl

    Seelisches Leid wie etwa Verletzungen und Kränkungen, Eifersuchtsgefühle und Verbitterung fügen wir uns in hohem Maße selbst zu, weil wir gering von uns denken und uns selbst ablehnen. In dem Maße, in dem Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken und sich annehmen lernen, in dem Maße sind Sie weniger anfällig, in die Opferrolle zu kommen.

    TIPP 6:Machen Sie sich bewusst, dass Sie keine Schuld trifft

    Schlimme Ereignisse passieren einfach, weil die Umstände so sind, dass sie passieren müssen. Manche Menschen kommen relativ unbeschwert und ungeschoren durchs Leben, andere bekommen ein dickes Paket an Belastungen aufgeladen. Zumindest aus unserer Sicht ist die Welt nicht immer gerecht und verstehbar. Diese Ereignisse und die Ungerechtigkeit treffen aber nicht nur Sie. Indem Sie diese negativen Ereignisse nicht als Bestrafung oder nur Sie als einzigen Menschen betreffend sehen, fühlen Sie sich weniger in der Opferrolle.

    Viktor Frankl

    Vielleicht helfen Ihnen die Worte von Viktor Frankl, der im 2. Weltkrieg im Konzentrationslager Ausschwitz war und dieses überlebt hat. Rückblickend sagte er:

    Wir, die wir im Konzentrationslager lebten, erinnern uns an Menschen, die anderen geholfen haben, die ihr letztes Stück Brot mit anderen teilten. Wenn es auch nicht viele waren, so sind diese wenigen Menschen doch der Beweis dafür, dass man einem Menschen alles nehmen kann, bis auf eines, nämlich die letzte aller menschlichen Freiheiten, die Freiheit, in jeder Situation seine Einstellung zu wählen.

    Schauen Sie sich die mutmachenden Geschichten behinderter Menschen an, die allen Grund hätten, sich als Opfer zu fühlen und verzweifelt zu sein. Stattdessen nutzen sie jedoch ihre verbleibenden Möglichkeiten zu 100% und leisten und erreichen so mehr als die meisten nichtbehinderten Menschen. Wenn wir der einzige Mensch sind, bei dem wir uns beschweren können, wenn wir keine Ausreden mehr gebrauchen und keine Schuldigen suchen, dann leben wir selbstverantwortlich und sind in der Lage, das Beste aus uns und unserem Leben zu machen.

    Dinge ändern sich nur, wenn du den ersten Schritt tust

    Ich konnte meinen Beruf nicht mehr ausüben. Meine Existenz stand auf dem Spiel. Ich war wie gelähmt, fühlte mich total gescheitert. Wenn du ganz unten bist, musst du entscheiden: Mach ich weiter wie bisher? Oder stehe ich auf und versuche die Dinge zum Positiven zu wenden. Für mich kam immer nur Letzeres infrage. Die Dinge ändern sich nur, wenn du den ersten Schritt tust.

    Dies sagte Judith Williams in einem Interview mit dem Focus. Sie verdient heute mit Beauty Artikeln Millionen.

    Jede Ausrede ist eine Chance weniger

    Martina Navratilova, neunfache Wimbledon-Siegerin, erkrankte vor einigen Jahren an Krebs. Sie sagte in einem Interview:

    Mir war immer klar, dass ich die Dinge, die falsch laufen, egal ob auf dem Platz oder im richtigen Leben, selbst anpacken muss. Ich glaube nicht an das Schicksal oder Verschwörung. Wenn es ein Problem gibt, dann löse ich es. Ich mache keinen Unterschied zwischen meiner Karriere und dem Krebs. Ich will siegen.

    Martina Navratilova sah sich nicht als Opfer. Sie wusste, dass man die Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen muss, wenn man persönlich und beruflich erfolgreich sein will.

    Durch Ausreden, Ausflüchte und Schuldzuweisungen begibt man sich in die Opferrolle und hat so kaum eine Chance, Krisen und Hindernisse erfolgreich zu meistern.

    Wer nicht handelt, wird behandelt. Wem wir die Schuld geben, dem geben wir Macht.

    Passiv bleiben, sich als Opfer ansehen, bedeutet sich zum Opfer und zum Spielball anderer Menschen zu machen. Wenn Sie das nicht möchten, dann müssen Sie sich aus der Opferrolle befreien und die Verantwortung für sich, Ihre Stimmung, Ihr Leben, Ihre Zufriedenheit und Ihr Glück übernehmen.

    Solange wir uns als Opfer sehen und uns ungerecht behandelt und benachteiligt fühlen, solange sind wir ungerecht zu anderen, um die vermeintlich offene Rechnung auszugleichen.

    Wichtig zu wissen: Die oben aufgeführten Tipps richten sich an Erwachsene. Wenn Sie als Kind schlimme, traumatische Erfahrungen gemacht haben, dann fehlten Ihnen damals höchstwahrscheinlich die Fähigkeiten, darüber zu reflektieren.

    Sie konnten noch nicht gezielt Ihre Einstellung verändern. Jetzt als Erwachsene haben Sie jedoch die Möglichkeit, das Erlebte besser zu verarbeiten und Ihren Blick in die Zukunft zu richten. Sie können entscheiden, das Vergangene zu akzeptieren - auch wenn es sehr schlimm war und Ihnen schweres Unrecht getan wurde. Es ist vorbei und existiert nur noch in Ihrer Erinnerung. Es könnte auch hilfreich für Sie sein, sich psychotherapeutische Unterstützung bei einem psychologischen Psychotherapeuten zu holen.

    Unterm Strich gibt es auf dieser Welt nur 2 Arten von Menschen: Schwätzer und Macher.

    Die meisten sind nur Schwätzer. Sie können nur labern. Aber wenn alles gesagt ist, dann sind es die Macher, die die Welt verändern. Und wenn sie das tun, dann verändern sie auch uns, weshalb wir sie nie vergessen.

    Zu welchen gehörst du?

    Schwafelst du nur rum oder stehst du auf und tust etwas?

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    Ka. schreibt am 06.09.2022

    Bei mir ist es eher so, dass ich rückblickend eigentlich die war, die Lebensfreude und Genuss lebt und andere daran teilhaben lassen wollte. Seinen Reichtum teilen. soll man doch. Die aber ständig mit ihren negativen Gerede und ihren Problemen ja auch zu mir kommen, Ich tue alles, ich erzähle aus meinen Erfahrungen usw...am Ende merke ich, dass die zu feige sind, mal was anzupacken und zu ändern, die jammern nur. Ich sehe das Positive auch was wir als Frauen in Dtl. alles haben, die sollen mal nach Indien oder Afrika gehen. Wir haben hier unser eigenes Geld und im Büro einen sicheren Arbeitsplatz, wir dürfen frei über unsere Zeit und Geld verfügen...die meisten haben noch Familie, ich lebe alleine...was mich dann so runterzieht, ist diese Vergeblichkeit, mit der ich mich da einbringe. Über mich wird dann noch gelästert oder man kommt zum Zimmer rein und macht sich lustig über mich: "Achtung, ich bins - mit meiner negativen Energie!" und lacht...weil ich mal gesagt habe, die sollen nicht immer ihre negative Energie verbreiten...zu Hause bin ich dann niedergeschlagen, warum ich es nicht schaffe, diesen Leuten Paroli zu bieten. Ich habe die ganze Woche diese Leute auf Arbeit um mich herum, im privaten meide ich dann Menschen, weil ich keine Lust mehr drauf habe...ich habe keine Energie mehr, weiss nicht mehr was mir eigentlich mal Spaß gemacht hat. Ich helfe auf Arbeit anderen die liegengebliebenen Aufgaben zu erledigen, dann werden mir noch die Fehler vorgehalten...sie hätten es besser gemacht, bis ich gesagt hab, warum liegt das dann 3 Monate...da hättest du es doch tun können in der Zeit...usw...es ist wie ein ständiger Kampf gegen diese "dämlichen" Kommentare und eigentlich fehlt der Respekt mir gegenüber..ich weiss aber auch nicht mehr weiter. Ich hab mich dem jetzt entzogen, bin krank geschrieben mit mittelschwerer Depression...ich habe diesen Leuten zuviel Bedeutung gegeben, ich hatte Gefühle für die, weil die immer so wehleidig waren...das hat mir weh getan, sie so zu sehen...am Ende war das alles nur gespielt. Woher weiss man das??? Man ärgert sich dann nicht über diese Leute sondern über sich selbst, weil man so dumm war, das alles mitgemacht zu haben. Ich schreie dann zu Hause in Selbst"gesprächen" meinen Frust raus aber es bringt mir nichts...den betreffenden Leuten habe ich auch SMS gesendet, was ich von denen halte...mein ganzer Ärger ist aus mir rausgebrochen.
    Mir wird jetzt gesagt, mit mir stimme was nicht, ich sei krank...aha, weil ich mal unschön meine Meinung geäußert habe???
    Auch Männer verhalten sich so, wenn ich sie abgelehnt habe, der eine kam ohne Zähne zum Date...ich muss mich nicht unter Wert verkaufen, sorry...er meinte ich hätte wohl ein Problem mit Männern, ich solle zum Arzt. Sind das dann die einzigsten Schlussfolgerungen solcher Leute??? Mich macht das traurig und ich möchte mit Menschen eigentlich nichts mehr zu tun haben.


    Schönthal Edith schreibt am 21.12.2020

    Ihre Anregungen und Ermutigungen waren für mich sehr hilfreich und ermutigend.
    Es gibt Hoffnung in jeder Situation und erst recht dazu, wenn man den Erlöser und Heiler Jesus Christus kennt🙋😍
    Vielen Dank für die wertvollen Anstösse!


    Florian Schroepf schreibt am 19.10.2020

    Sehr geehrte Frau Wolf,
    ich stehe voll und ganz hinter Ihrem Artikel und weiß auch, dass sehr viele Menschen leiden und grausames erleben mußten bzw. müssen. Aber dennoch scheint es Grenzen zu geben, wo die Opferrolle nicht mehr nur eine Einstellungssache ist.
    Ich wurde missbraucht, hatte nie die "Bilderbuchfamile", wurde von meinem Vater verlassen, mußte als Kind / Jugendlicher oft umziehen, wurde in der Schule gemobbt, hatte oft mit Depressionen zu kämpfen und habe mich die meiste Zeit einsam und verstoßen gefühlt. In meinem Leben habe ich mehrere verschiedene Therapien gemacht und konnte mich erst Mitte meiner 20er lieben und wertschätzen lernen. Daraufhin hatte ich meine erste wirkliche und wertige Beziehung von 5,5 Jahren. Als diese zerbrach habe ich zunächst mit Zuversicht und Selbstvertrauen mein Leben weiter gelebt, war sozial aktiv und beliebt in meinem Umfeld. Dennoch hatte keine Frau Interesse an mir, für die ich mich auch interressiert habe. Das hat dann wieder Tür und Tore für Depressionen und sogar Panikattacken geöffnet. Einige Zeit nach einer weiteren Therapie konnte ich meinen immensen Wunsch nach einer liebenden Partnerin los lassen. Wenige Tage später, Mitte letzten Jahres, habe ich dann ein Mädel kennen gelernt, mit der sich eine Beziehung entwickelt hat. Als sie wenige Wochen darauf ungeplant schwanger wurde, ist sie in noch tiefere Depressionen verfallen. Ich habe alles versucht ihr da raus zu helfen, sie zu unterstützen und habe ihr gesagt, dass wir das schon schaffen werden, wenn wir zusammen halten. Als es ihr dann besser ging hat sie mit mir Schluss gemacht. Das war vor einem Jahr und dieses letzte Jahr war emotional die absolute Hölle. Jetzt habe ich eine wunderschöne Tochter, die ich auch liebe aber keine "eigene" Familie. Für eine Famile bzw. liebende Partnerin habe ich all die traumatischen Erlebnisse aus Kindheit und Jugend überwunden, habe Thrapien und Sport gemacht, habe hart an mir gearbeitet und bin immer wieder aus der Scheiße aufgestanden. Und wofür? Nur damit mir wieder das entrissen wird, wofür ich so hart gekämpft habe? Ich versuche trotzdem weiter zu machen aber ich weiß nicht, wie ich aus einer Oferrolle heraus kommen soll, wenn das Leben / Gott / Schicksal mich immer wieder so hart straft. mir kommt es vor als wäre (u.a.) ich Gottes Experiment, wie viel man einem Menschen zumuten kann, ohne dass sich dieser das Leben nimmt. Immer wieder gibt es Momente, in denen ich am liebsten sterben würde aber Selbstmord ist leider keine Option, da meine Tochter darunter leiden müßte und ich sie noch krasser im Stich lassen würde, als mein Vater es getan hat. Wie soll man da Vertrauen ins Leben und seine eigene Handlungsfähigkeit haben?

    Eduard Schnitzler schreibt am 18.05.2021

    Schön und einfühlsam geschrieben, Frau Wolf:
    Ich frage mich immer bei so verheißungsvollen WohlfühlTipps, wo die andere Seite der Medaille bleibt, Frau Wolf. Ist es nicht gerade die Reflexion und die Selbstkritik , die uns besser werden lässt und reifen lässt.
    Nehmen wir eine Musterperson, die sich so verhält, wie sie ihr es empfehlen.
    Sie hört auf, sich zu ärgern , sie denkt nicht mehr an Niederlagen, sie gibt Gelegenheiten keine Macht mehr über Sie.
    Diese Person kommt uns auch leicht als kritikresistent , unnahbar und kalt vor.
    Das typische Dilemma zwischen Übertriebener Abschottung und Ich zentrierung (auch Egoismus genannt) und der gesunden Konzentration auf sich selbst , das Abstand gewinnen von negativen Energien.
    Ich persönlich versuche schon lange den gesunden Mittelpunkt dazwischen zu finden, scheiter aber immer wieder.
    Ich finde, Es gibt keine eindeutige und einseitige Glücksversprechende Handlungsweise, solange wir uns in Interaktion mit Anderen in der Gesellschaft befinden.

    Brigitta schreibt am 31.08.2021

    "aber ich weiß nicht, wie ich aus einer Oferrolle heraus kommen soll, wenn das Leben / Gott / Schicksal mich immer wieder so hart straft."

    Wer davon ausgeht, dass alles was passiert, eine Strafe ist, ist meilenweit entfernt von der Abkehr aus der Opferrolle. Man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen, um zu glauben, dass alles, was einem widerfährt, eine Strafe anderer Menschen oder Gottes ist. Glaubst du wirklich, dass die Welt sich nur um dich dreht?


    Inhalt des Beitrags   
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     Verhaltensweisen, die Sie in die Opferrolle bringen
     Ohne Ihre Erlaubnis geht gar nichts
     Hat es Vorteile, sich als Opfer zu fühlen?
     6 Tipps, wie Sie sich aus der Opferrolle befreien
     Viktor Frankl
     Dinge ändern sich nur, wenn du den ersten Schritt tust
     Jede Ausrede ist eine Chance weniger
     Wer nicht handelt, wird behandelt. Wem wir die Schuld geben, dem geben wir Macht.
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