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Angst vor einer Blamage

strauß steckt kopf in den sand

Würden Sie manchmal am liebsten vor Scham in den Boden versinken? Finden Sie es furchtbar, sich zu blamieren?

Tipps der Psychologin Dr. Doris Wolf zur Angst vor Blamagen. Bild © jokatoons - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Sich daneben zu benehmen und sich eine Blöße zu geben, sich also zu blamieren, ist für niemanden angenehm. Wir können solche Pleiten, Pech und Pannen nicht vermeiden, aber wir haben Wahlmöglichkeiten, wie wir uns dabei fühlen und wie wir mit den Pannen umgehen.

Und wir können lernen, weniger Angst vor Blamagen zu haben.

Was erleben wir als peinlich?

Was peinlich oder blamabel ist und wie stark uns etwas peinlich ist, bestimmen wir über unsere Bewertung - wie wir das beurteilen, was wir tun oder sagen.

Auch wenn andere über uns lachen und sich über uns lustig machen, muss uns dies nicht peinlich sein, da wir entscheiden, was peinlich oder blamabel ist.

Der Ablauf peinlicher Situationen (Peinlichkeiten) sieht so aus:

A: Situation:
Ich verhalte mich in bestimmter Art und Weise.

B: Bewertung:
Ich bewerte mein Verhalten als peinlich und beschämend. Ich verurteile mich dafür.

C: Gefühle, Verhalten und Körperreaktionen:
Ich werde rot, stottere, schaue nach unten, mir versagt die Stimme, schwitze, zittere, flüchte aus der Situation.

Gewöhnlich folgt dann eine zweite Bewertung:
Wie entsetzlich, dass ich rot werde, zittere, dass andere meine Schwäche sehen. Wie peinlich. Wie konnte ich mich nur so blamieren?

Aus diesem Ablauf lassen sich Lösungsstrategien ableiten, wie wir uns in Situationen verhalten können, die wir als peinlich erleben.

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Wie sich verhalten, wenn man sich blamiert und einem etwas peinlich ist?

11 Tipps, um weniger Angst zu haben, sich zu blamieren

TIPP 1. Rufen Sie sich täglich Ihre Stärken und positiven Seiten in Erinnerung, sodass Sie Peinlichkeiten etwas entgegenzusetzen haben.

TIPP 2. Erinnern Sie sich daran: Ein tollpatschiges und ungeschicktes Verhalten stellt nicht Ihre Vergangenheit, Ihre Erfolge und Ihre Person in Frage.

Zu versagen, bedeutet nicht, ein Versager zu sein.

TIPP 3. Gestehen Sie sich Schwächen zu. Erlauben Sie sich, rot zu werden, zu zittern, schwach zu sein, denn dies zeigt, dass Sie ein Mensch sind.

Es schafft Freunde, denn jeder andere hat sich auch schon mal in einer ähnlichen Situation erlebt. Perfektheit schreckt ab und schafft Distanz.

TIPP 4. Schauen Sie sich Sendungen wie "Pleiten, Pech und Pannen" oder "Verstehen Sie Spaß" an. Diese Sendungen bestehen aus Menschen, die Peinlichkeiten erleben. Prominenz oder besonders festliche Anlässe wie eine Hochzeit schützen vor Peinlichkeiten nicht.

TIPP 5. Nehmen Sie sich selbst auf die Schippe und lachen Sie über sich. Dies lockert die Atmosphäre auf und hilft Ihnen, entspannter zu werden.

TIPP 6. Sollte sich jemand aufgrund Ihres Verhaltens oder Kommentars verletzt fühlen, dann genügt eine Entschuldigung. Sie müssen nicht im Erdboden versinken. Zeigen Sie, dass es Ihnen leidtut.

TIPP 7. Perfekte Menschen gibt es nicht auf der Erde, nur im Himmel. Geben Sie es deshalb auf, nie mehr einen Fehler machen und sich tollpatschig benehmen zu wollen. Fehler machen ist menschlich. Ein Fehler macht Sie nicht zu einem Versager oder wertlosen Menschen.

TIPP 8. Stehen Sie zu Ihren Schwächen. Versuchen Sie nicht, diese zu verstecken oder die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben. Das gelingt meist nicht.

Sagen Sie z.B. „Jetzt habe ich den Faden verloren, Ihren Namen vergessen. Jetzt zeigt mir das Blut zu Kopf, verschlägt es mir die Stimme."

Die meisten Menschen werden Ihnen dies nachsehen oder Sie sogar umso sympathischer finden.

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TIPP 9. Setzen Sie Humor ein. Das entkrampft die Situation. Viele werden Sie bewundern, dass Sie nicht die Nerven verlieren.

TIPP 10. Legen Sie sich einige Redewendungen zu, die Sie quasi schlagfertig einsetzen können, wenn Sie sich blamiert haben.

Gibt es einen (prominenten) Menschen, dem es ähnlich erging, den Sie zitieren können?

Können Sie Ihr Verhalten, das Sie peinlich finden, als von Ihnen geplant verkaufen? Z.B.: „Darauf habe ich schon lange wartet, dass ... Heute ist der Tag. Wir sollten darauf anstoßen ...“

Können Sie Ihre Blamage kleiner machen, indem Sie auf eine größere Katastrophe verweisen?

Etwa so: „Hätte schlimmer kommen können. Wenigstens steht das Haus noch .... Sie haben Glück, beim letzten Mal ist mir noch was viel Schlimmeres passiert. Wollen Sie es wissen?“

TIPP 11. Führen Sie sich Situationen, in denen Sie sich blamiert haben und die Ihnen peinlich waren, nochmals vor Augen und überlegen Sie sich in aller Ruhe, wie Sie in Zukunft in einer ähnlichen Situation reagieren möchten.

Indem Sie sich Ihre Reaktion auf die Blamage immer wieder ausmalen, ist es wahrscheinlicher, dass Sie dann genau so reagieren. Mentales Training nennt man das.


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten.

Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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