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Tränen und ihre Bedeutung

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Für viele von uns sind Tränen ein Dorn im Auge und dennoch haben sie ihre guten Seiten. Wenn die Tränen nicht gerade beim Zwiebelschneiden in die Augen schießen, dann erleben sie viele als sehr störend.

Sie wehren sich dagegen, dass andere ihre Betroffenheit sehen, und bezeichnen sich selbst als Heulsuse und Pflänzchen.

Bevor wir uns näher mit unserer Einstellung zu Tränen befassen, wollen wir uns einmal anschauen, wie Tränen in unserem Körper entstehen und welch wertvolle Dienste sie leisten können.

Wir besitzen mandelförmige Tränendrüsen am oberen Rand der Augenhöhlen. Sie produzieren ständig eine Flüssigkeit, die die Hornhaut feucht hält. Mit Hilfe der Augenlider wird 3 - 6 Mal in der Minute der Augapfel befeuchtet.

Unsere Tränen beinhalten Fett, Salz, Wasser und bakterienzersetzende Stoffe, die unsere Augen vor Infektionen schützen.

Die Träne fließt vom oberen Rand der Augenhöhlen, zum inneren Augenwinkel über den Tränensack in den Tränennasengang. Von dort gelangt sie in die Nasenhöhle. Während der Nacht trocknet die Flüssigkeit und in Verbindung mit Staub entsteht der "Sand" in den Augen.

Wenn wir von etwas sehr betroffen sind, werden die Tränen durch einen Nervenreiz ausgelöst. Unser Gehirn gibt den Drüsen ein Signal, mehr Tränen zu produzieren.

Die Tränen, die in solchen Augenblicken entstehen, enthalten Stoffe, die ähnlich wie Morphium Schmerzen lindern können. Tränen lösen unsere Gefühlsspannungen.

Weibliche Tränen sind um ein halbes Grad wärmer als männliche, geschmeidiger und fließen schneller.

Es gibt Zahlen, dass täglich in der BRD ca. 40 Badewannen mit Tränen gefüllt werden können. Die Zeit, in der hauptsächlich geweint wird, liegt zwischen 19 und 22 Uhr.  

Warum sind vielen Menschen Tränen ein Dorn im Auge?

Das hat mit unserer Einstellung zum Weinen und den Tränen zu tun. Mädchen dürfen weinen, während Jungen als "Memmen" bezeichnet werden, wenn die Tränen kullern.

Männer haben hart zu sein, nach dem Motto: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz".

Diese gesellschaftliche Regel schließt natürlich nicht aus, dass Jungen und Männern ab und zu nach Weinen zumute ist. Sie lernen jedoch, die Tränen zu unterdrücken.

Fragt man Männer in der Therapie, wann sie das letzte Mal geweint haben, so können sich die meisten nicht mehr daran erinnern oder erzählen von einem aufgeschlagenen Knie beim Fahrradunfall als kleiner Junge.

Sind wir erst einmal erwachsen, wird es auch für Frauen schwieriger, zu weinen. Viele Männer haben die Einstellung: "Typisch Frau, heult mal wieder, um mich unter Druck zu setzen. Hysterisches Weib, Heulsuse".

Auch Frauen verurteilen sich häufig selbst, "sich nicht genügend zusammengenommen zu haben".

Tränen können Verschiedenes bedeuten

Es gibt Tränen der Freude, der Wut, der Betroffenheit, und Rührung, des körperlichen Schmerzes (Zahnarzt), des seelischen Schmerzes, des Schutzes vor einer Schädigung des Auges (Staubpartikel, Zwiebelsaft, Makeup).

Was die Tränen für den einzelnen ausdrücken, kann nur dieser genau beschreiben.

Tränen werden auch deshalb als gefährlich angesehen, weil andere Menschen uns dadurch unsere Betroffenheit ansehen können. Wir verraten anderen, dass in unserem tiefsten Inneren etwas passiert.

Es ist schade, dass es in unserer Gesellschaft solche Vorurteile gegenüber dem Weinen gibt. Tränen sind eine natürliche menschliche Reaktion.

Wir sollten wieder ein Stück zu unseren Wurzeln zurückkehren und Tränen als Ausdruck von Freude, aber auch Schmerz, Trauer, Betroffenheit und Wut zulassen.

Tränen können uns helfen, Nähe zu einem anderen Menschen herzustellen. Sie können dem anderen signalisieren, dass seine Botschaft angekommen ist.

Lassen Sie uns lernen, zu unseren Gefühlen zu stehen. Wir haben das Recht, unsere Gefühle zu äußern - auch in Form von Tränen.


Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu, in täglicher Meditation und der Kuchenbäckerei.


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