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So gehst du vor: Ein echter Ja-Sager hat die Einstellung: "Ich bin nichts. Die anderen sind besser und wichtiger. Deshalb habe ich nicht das Recht, anderen etwas abzuschlagen. Abgesehen davon, wäre es absolut fürchterlich und unerträglich, wenn ich jemanden verlieren würde, nur weil ich ihm etwas abschlage. Das könnte ich nicht ertragen". Habe immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte anderer und tu dein Bestes, es allen immer recht zu machen. Eigne dir diese Einstellung und Lebensweise an und du hast keine Probleme mit dem Ja-Sagen, aber viele Probleme mit dir und deinem Leben.
Was du mit dieser Strategie bei dir anrichtest: Deinen Frieden und jede Menge Verachtung deiner Mitmenschen, die für Ja-Sager nur ein mitleidiges Lächeln übrig haben - auch wenn sie das natürlich nicht offen zugeben, weil du ihnen ja viel Gutes tust. Und du selbst verlierst jegliche Selbstachtung. Wahrscheinlich kotzt dich deine selbstlose und aufopfernde Art selber an und du ekelst dich vor dir selbst, wenn du in den Spiegel schaust. Die Folge: permanente Unzufriedenheit, Angst, andere könnten dich ablehnen, Ärger über dich selbst, dass du so viel Angst hast, nein zu sagen und dich nicht traust, anderer Meinung zu sein, Depressionen, usw. Menschen, die es stets allen recht machen wollen und ihre eigenen Bedürfnisse mit Füßen treten, leiden nicht selten unter Burnout.
Das Dümmste, was du tun kannst, wäre, dir die Haltung selbstsicherer Menschen zuzulegen, die der Überzeugung sind: "Ich habe Bedürfnisse und Wünsche und ich bin es mir wert, dass diese erfüllt werden. Da sich meine Bedürfnisse und Wünsche nicht immer mit denen der anderen decken, muss ich damit rechnen, dass diese enttäuscht sind, wenn ich ihnen etwas abschlage. Das ist bedauerlich und schade, aber nicht zu ändern. Abgesehen davon kann man es nie allen Menschen Recht machen - gleichgültig wie sehr man sich zurücknimmt und seine Bedürfnisse zurücksteckt. Deshalb wäre es töricht, dies überhaupt zu versuchen".
Unterlass es unter allen Umständen, dir eine so egoistische Frage zu stellen wie "Was möchte ich, was täte mir gut und was wäre für mich am Besten?" und denk noch nicht einmal daran, es dir recht zu machen.
Merke dir: Totale Selbstaufopferung und Leugnung der eigenen Bedürfnisse führt unweigerlich zum Verlust jeglicher Selbstachtung und allen Respekts durch andere. Nicht nur das. Wenn man es allen recht machen will, dann überfordert man sich sehr schnell und fühlt sich ausgelaugt und ausgebrannt. Und es allen Recht machen zu wollen ist der sicherste Weg, keinen Erfolg zu haben.
Deine Bedürfnisse wichtig nehmen und darauf achten, dass es dir gut geht, führt zu gelegentlicher Ablehnung durch andere. Dafür gewinnst du aber Zufriedenheit und kannst in den Spiegel schauen, ohne dein Gesicht zu verlieren.
Nur du weißt die Antwort,
was das Beste für dich ist.
Der Schlüssel zum Scheitern
ist der Versuch, es allen recht zu machen.
- Bill Cosby -
© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - es allen recht machen wollen
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