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von Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut
Die meisten von uns wurden von ihren Eltern dazu erzogen, "bitte" und "danke" zu sagen. Hundert Male haben wir von der Mutter gehört: "Wie sagt man, wenn man etwas bekommt?". Teils mit Widerwillen, teils freiwillig kam dann das Zauberwörtchen "danke" über unsere Lippen. Als Kind konnten wir das Bedanken richtig gut üben, denn wir waren weitgehend darauf angewiesen, dass wir unsere Wünsche von anderen erfüllt bekamen.
Jetzt, da wir erwachsen sind, ist das ein wenig anders. Die meisten Wünsche können wir uns selbst erfüllen. Dennoch sind wir manchmal auf die Mithilfe unseres Partners, von Freunden, Kollegen, Nachbarn, usw. angewiesen. Nicht nur tätige Hilfe sondern auch Zuneigung, einen Ratschlag oder finanzielle Unterstützung wünschen und bekommen wir manchmal von anderen. Durch ein Dankeschön in Form von Worten oder durch ein kleines Geschenk können wir den Einsatz der anderen für uns anerkennen.
Wahrscheinlich haben Sie auch schon einmal die Bekanntschaft mit Menschen gemacht, denen das Wörtchen "Danke" nicht über die Lippen kam, obwohl Sie sehr viel für diese getan haben. Für dieses Verhalten gibt es ganz unterschiedliche Gründe. Beispielsweise:
Im Gegensatz zu den Menschen, die sich nie bedanken, gibt es andere, die dies im Übermaße tun. Auch hier stecken verschiedene Motive dahinter. Beispielsweise:
Das Wörtchen Danke ist sozusagen ein "sozialer Schmierstoff". Es kostet uns nichts und kann sehr viel Positives für das Zusammenleben mit anderen bewirken. Indem wir uns bedanken, erkennen wir die Leistung des anderen an. Wir vermitteln ihm, dass wir seinem Einsatz nicht für selbstverständlich halten. Danke drückt also Respekt dem anderen gegenüber aus. Gerade in einer Partnerschaft und in der Liebe ist das Bedanken besonders wichtig.
Bei dem Empfänger bewirkt das Wörtchen Danke, dass er sich ernst genommen fühlt. Er erfährt, dass wir sein Bemühen honorieren. Das Gleichgewicht von Geben und Nehmen bleibt gewahrt. Es gibt jedoch auch Menschen, die ein Dankschön oder ein Kompliment nicht annehmen können. Für sie ist die Aufmerksamkeit eher unangenehm.
Für uns selbst hat das Bedanken ebenfalls positive Auswirkungen. Wir machen uns z.B. dadurch bewusst, dass es andere Menschen gibt, die uns unterstützen. Wir empfinden Freude und Glück, dass andere uns gut behandeln. Andere Menschen halten sich gerne in unserem Umfeld auf, denn sie fühlen sich von uns geschätzt. Natürlich sollte das Danke keine Höflichkeitsfloskel sein oder ein Mittel, um andere zu manipulieren.
Wenn wir zu den Menschen gehören, die anderen gegenüber bisher eher unachtsam waren und sich nur wenig bedankt haben, dann sollten wir uns einfach einmal vornehmen, uns 1 Woche lang bewusst zu bedanken, wenn andere uns etwas Gutes tun. Wahrscheinlich werden wir dann auch die Erfahrung machen, dass "Danke" zu den Zauberwörtern gehört.
© 2003-2012 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Danke sagen
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