Spazierengehen: Finde Schritt für Schritt zu dir selbst

Spazierengehen ist die natürlichste Form der Bewegung. Wir schöpfen Kraft, kommen zur Ruhe und verbinden uns mit der Natur – das stärkt  Körper und Seele. Mit einer Gehmeditation kannst du diese Effekte noch verstärken.

Spazierengehen: Finde Schritt für Schritt zu dir selbst
© Natalie Blauth, unsplash.com

Spazieren zu gehen übt seit Jahrtausenden einen ganz besonderen Reiz auf uns Menschen aus. Schon in der Antike gingen selbst Philosophen spazieren, um nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Was macht den Reiz am Spazierengehen aus? Wahrscheinlich, dass es uns auf einfache Weise und für kurze Zeit loslöst von allem, was uns besetzt. Zwischen Aufbruch und Ankunft erleben wir, was Körper, Geist und Seele Wohlbefinden bereiten: frische Luft atmen, den Rhythmus der Natur spüren, neue Eindrücke sammeln, die Bewegung der Muskeln spüren, Menschen begegnen, zur Ruhe kommen.

Sitzen ist Gift – Bewegung bringt uns in Balance

Sitzen ist das neue Rauchen, heißt es. Und wirklich: Wir sitzen im Alltag zu viel – im Auto, am Schreibtisch oder auf der Couch – und bewegen uns zu wenig. Das belastet unseren Rücken und Nacken, versteift unsere Gelenke und unsere Muskeln bauen sich mit der Zeit ab. Die Bewegungslosigkeit hat zudem negative Auswirkungen auf unser Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel, was zum Fettaufbau beiträgt.

Kurzum: Ständiges Sitzen tut unserem Körper nicht gut, denn er ist genetisch schlichtweg nicht darauf ausgelegt. Aber es ist auch Gift für unseren Geist und unsere Seele. Denn im Alltag sind wir ständigen Herausforderungen und Belastungen ausgesetzt und das macht uns inneren Druck. Unsere Vorfahren haben den Druck in Bewegung, in Angriff oder Flucht ausgelebt. Wir sind gestresst, werden unausgeglichen und ärgerlich, bauen Ängste auf oder entwickeln Ticks und Störungen.

Wir müssen uns mehr bewegen. Doch dazu brauchen wir nicht sofort auf einen Marathon zu trainieren oder tägliches Workout bis an die Belastungsgrenze zu betreiben. Es reicht, regelmäßig spazieren zu gehen, uns wieder ganz in Balance zu bringen.

Die positiven Effekte des Spazierengehens

Das Geheimnis des Spazierengehens ist: Alles kann, nichts muss. Du brauchst weder eine Ausbildung oder besondere Fähigkeiten, noch eine Ausrüstung oder einen Trainingsplan. Spazierengehen kannst du zu jeder Tageszeit und überall, wo du dich befindest. Alles, was du dazu brauchst, sind möglichst bequeme Schuhe, der Jahreszeit angemessene Kleidung und ein wenig Zeit. Denn schon kurze Spaziergänge wirken sich in jedem Alter positiv auf deine seelische Gesundheit aus: 

  • Die Bewegung in der Natur und an der frischen Luft hebt deine Stimmung. Das hilft dir psychischen Erkrankungen wie Depression und Angstzustände vorzubeugen. 
  • Die abwechslungsreichen Eindrücke unterstützen deine Aufnahmefähigkeit und deinen Orientierungssinn und wirken so langfristig Demenzerkrankungen entgegen. Halte daher immer wieder inne, wenn du etwas entdeckst, das deine Aufmerksamkeit weckt. Eine Blume, das Wolkenspiel, das Zwitschern der Vögel
  • Die regelmäßigen Bewegungen beim Gehen und die Konzentration auf die Umgebung unterstützen dich dabei, vom negativen Gedankenkarussel loszulassen und dich zu beruhigen. So kannst du Spazierengehen auch als achtsame Meditationsübung anwenden.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Länge des Spaziergangs

Für den positiven Effekt des Spaziergangs auf Körper, Geist und Seele ist nicht die Länge deines Spaziergangs, sondern, eine gewisse Regelmäßigkeit. Am besten verabredest du dich jeden Tag mit deinem Spaziergang und trägst dir einen festen Termin in deinen Kalender ein. Oder du verabredest dich mit deiner Partnerin und deinem Partner, einer Freundin oder einem Freund. Wichtig ist, dass der Impuls von dir ausgeht. Und dann erlebe die aufbauende Kraft, an der frische Luft zu sein und Schritt für Schritt zu dir selbst zu kommen.

Übung: Die Gehmeditation nach Thich Nhat Hanh

Die Gehmeditation kommt ursprünglich aus der alten buddhistischen Vipassana-Meditation, die bis heute in asiatischen Ländern wie Vietnam oder Myanmar praktiziert wird. Im 20. Jahrhundert wurde sie vom buddhistischen Mönch und Achtsamkeitslehrer Thich Nhat Hanh in Europa und Nordamerika bekannt gemacht. Dabei geht es im Grunde nur um den Einsatz einer bestimmten Körperhaltung und Bewegung bei der Durchführung der Meditation. 

Indem du deine ganze Konzentration auf dein Gehen richtest, fokussierst du deinen Geist und vertreibst alle ablenkenden Gedanken. Du achtest bewusst auf das, was beim Gehen in deinem Körper abläuft: das Heben, nach vorne Bewegen und Senken deiner Füße; die Berührung des Bodens mit den Sohlen; das Zusammenspiel deines Bewegungsapparats, deiner Hüften und der Arme; dein Ein- und Ausatmen; die Koordination deiner Augen.

So praktizierst du die Gehmeditation nach Thich Nhat Hanh:

  • Gehe langsam und in Ruhe – so, dass dir jeder Schritt angenehm ist.
  • Sei dir jeder Bewegung und jedes Schrittes bewusst. Sage dir innerlich: Ich bewege meinen Fuß, ich berühre den Boden …
  • Lenke deine Aufmerksamkeit immer wieder auf den gegenwärtigen Moment und lass abschweifende Gedanken los.
  • Wiederhole im Geist immer wieder diese Sätze:
  • Beim Einatmen: „Ich bin angekommen“, beim Ausatmen: „Ich bin zu Hause.”
  • Beim Einatmen: „Im Hier“, beim Ausatmen „Im Jetzt”
  • Beim Einatmen: „Ich bin fest“, beim Ausatmen „Ich bin frei.”

Genieße jeden Schritt, den du machst.
 

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