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Depressionen - Ursachen, Anzeichen, Behandlung

von Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

Depressionen machen sich in unseren Gedanken, in unserem Körper, in unseren Gefühlen und unserem Verhalten bemerkbar. Der Depressionen Test kann Ihnen zeigen, ob Sie unter Depressionen leiden und wie schwer diese sind.

Depressionen Symptome - Anzeichen für Depressionen

Depressionen äußern sich in unserem Denken, Fühlen, Handeln und in unserem Körper.

Anzeichen für Depressionen in unseren Gedanken:

  • endloses Grübeln
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Hoffnungslosigkeit: Wir sehen unsere Situation und unsere Zukunft als ausweglos, uns selbst als wertlos. Wir machen uns Selbstvorwürfe.
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Entscheidungsschwierigkeiten

Anzeichen für Depressionen im Körper:

  • Appetitverlust oder Heißhunger
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Nacken, in den Schultern
  • Unruhe, Kribbeln, Ziehen im Körper
  • Herzstechen und Rasen
  • Schwindel, Augenflimmern
  • Zittern, kalte Hände oder Hitzewallungen
  • Druckgefühl in der Brust
  • Kloßgefühl im Hals
  • Magendruck
  • Durchfall oder Verstopfung
  • das sexuelle Verlangen nimmt ab

Anzeichen für Depressionen in den Gefühlen:

  • Antriebslosigkeit
  • Verzweiflung
  • Angst
  • Einsamkeitsgefühle
  • Niedergeschlagenheit
  • Lustlosigkeit
  • Gereiztheit
  • Unfähigkeit, sich zu freuen

Anzeichen für Depressionen im Verhalten:

  • Antriebsmangel
  • Rückzug von anderen
  • Weinen
  • Kleinste alltägliche Verrichtungen, wie etwa das Zähneputzen, fallen schwer
  • Hobbys werden vernachlässigt oder aufgegeben
  • Wir machen Fehler, uns passieren Missgeschicke

Wann sind Depressionen krankhaft?

Es ist normal, für eine gewisse Zeit auf Enttäuschungen, Verletzungen und Verluste (Partner, Arbeitsplatz, Gesundheit) deprimiert zu reagieren.

Alarmierend wird es,

  • wenn wir über die Verletzungen und den Verlust nicht hinwegkommen und unsere depressive Verstimmung immer größer wird,
  • wenn wir chronischen Selbsthass verspüren und anhaltend unfähig sind, unseren Alltag zu meisten,
  • wenn Selbstmordgedanken auftauchen,
  • wenn wir regelmäßig zu Alkohol oder Beruhigungsmitteln greifen.

Machen Sie den Psychotherapie Test, um festzustellen, ob für Sie eine Therapie sinnvoll wäre.

Ursachen von Depressionen

Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Depressionen ist genetisch bedingt, wie etwa die manisch-depressive Störung.

Die meisten Depressionen sind auf mangelnde seelische Bewältigungsstrategien zurückzuführen. Zu den seelischen Bewältigungsstrategien zählt z.B. die Fähigkeit, mit Ablehnung und Kritik umzugehen, mit Verlusten fertig zu werden, Konflikte ertragen und austragen zu können, usw.

Verlieren wir z.B. unsere Stelle, glauben wir vielleicht, nie mehr eine Anstellung zu bekommen. Trennt sich unser Partner von uns, glauben wir, ohne ihn nicht leben zu können oder nie mehr einen Partner zu finden. Unterläuft uns ein Fehler, halten wir dies für unverzeihlich und sehen uns als unfähigen Menschen und Versager.

Alle Menschen haben Probleme. Alle Menschen erleiden Verluste. Alle Menschen sind Kritik ausgesetzt, alle Menschen erleiden Fehlschläge und Niederlagen. Alle Menschen stoßen immer mal wieder auf Ablehnung. Warum sind dann nicht alle Menschen depressiv? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort:

Es sind nicht die Bedingungen, unter denen wir leben, die über unsere Gefühle bestimmen, sondern die Art und Weise, wie wir mit den Bedingungen umgehen. Es ist unsere Art der seelischen Bewältigung, die darüber entscheidet, wie wir emotional reagieren, ob wir depressiv werden oder über das Problem hinwegkommen.

Die Tatsache, dass Menschen in ein und derselben Situation ganz unterschiedlich reagieren (manche reagieren ärgerlich, andere ruhig, wieder andere enttäuscht und manche reagieren verzweifelt), zeigt, dass nicht die Situation depressiv macht, sondern unsere Gedanken über die Situation.

Hilfe und Therapie bei Depressionen -
was tun gegen Depressionen?

6 Tipps gegen Depressionen

Genetisch bedingte Depressionen sollten mit einer Kombination aus Medikamenten und einer Psychotherapie behandelt werden.

Bei leichten und mittelschweren Depressionen, die auf mangelnde Bewältigungsstrategien zurückzuführen sind, können Sie sich selbst helfen, etwa mit Hilfe eines Depressions- Ratgebers.

Wenn Sie jedoch keine Energie haben, Sie sich schlecht konzentrieren können, sich nur schwer etwas merken können, Ihre Depressionen sehr stark sind, Sie chronisch depressiv sind und die Gefühle der Hoffnungslosigkeit überwiegen, dann sollten Sie sich psychotherapeutische Unterstützung holen. Hier einige Hilfen gegen Depressionen, die Sie selbst anwenden können.

1. Treiben Sie leichten Sport - unbedingt ausprobieren!
Ein ausgezeichnetes Mittel gegen Depressionen ist regelmäßige körperliche Bewegung in Form von Walking oder leichtem Joggen. Bewegung verbessert Ihre Stimmung erheblich! Untersuchungsergebnisse zeigen, dass wir nur durch regelmäßige körperliche Bewegung Depressionen lindern oder gar überwinden können. Körperliche Bewegung verschafft Ihnen das Gefühl, etwas bewirken zu können. Gleichzeitig tanken Sie im Freien Licht, was Ihre Stimmung zusätzlich aufhellt. Besonders geeignet sind Gartenarbeiten, Spaziergänge, Walken und Jogging (mindestens zwei Stunden pro Woche, 30 Minuten pro Einsatz).

2. Nehmen Sie ein Johanniskrautpräparat - unbedingt ausprobieren!
Johanniskraut gegen Depressionen ist bei leichten bis mittelschweren Depressionen ebenso wirksam wie klassische Antidepressiva, haben aber so gut wie keine Nebenwirkungen. Bereits nach zwei bis drei Wochen ist eine Besserung zu verspüren. WICHTIG: Johanniskraut-Präparate sollten vom Hausarzt verordnet werden, da viele der in Supermärkten oder im Internet erhältlichen Johannisktaut-Präparate zu niedrig dosiert sind. Nur hoch dosiert ist Johanniskraut ein wirksames Mittel gegen Depressionen.

3. Neue Lebenseinstellungen und Konfliktlösungsstrategien
Hinter vielen Depressionen verbergen sich negative Bewertungen, die depressiv machen. Beispielsweise sehen wir etwas als schlimmer an, als es in Wirklichkeit ist, sehen uns hilfloser, als wir es tatsächlich sind, sehen etwas als ausweglos an, wo es Hoffnung gibt.

Deshalb sollten Sie alleine oder mit Hilfe eines Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe Ihre pessimistischen Gedanken überprüfen und sich fragen: Ist es wirklich so, wie ich es sehe? Wo sind meine Beweise? Gibt es wirklich keine Hoffnung? Ist es wirklich so schlimm? Wird es wirklich für alle Zeiten so bleiben? Würden alle Menschen so reagieren wie ich? Schauen Sie sich die Arten negativen Denkens an, die bei Depressionen häufig auftreten.

Ihre Depressionen sind das Resultat negativer Gedanken.

Reagieren Sie depressiv, weil Sie Angst haben, eigene Wünsche zu äußern, Ablehnung fürchten, dann sollten Sie lernen, Wünsche und Meinungen zu äußern. Sie fühlen sich dann weniger ausgenutzt und als Opfer und bekommen mehr von dem, was Sie sich wünschen.

Rührt Ihre Depression daher, dass Sie sich selbst abwerten und verurteilen, dann sollten Sie lernen, sich selbst mehr anzunehmen, Ihre Fehler zu akzeptieren und perfektionistische Anforderungen an sich abzulegen.

Depressive Gefühle sind kein Beweis dafür, dass alles ausweglos ist, sondern nur, dass Sie die Situation und sich sehr negativ und pessimistisch bewerten.

Depressive Gefühle weisen darauf hin, dass wir

  • etwas verloren haben, wovon wir überzeugt sind, es zu brauchen.
  • im Augenblick keine Lösung und Hoffnung für unsere Lage sehen.
  • uns ablehnen und verurteilen.
  • von uns oder anderen etwas erwarten, das unrealistisch ist.

4. Lenken Sie Ihren Blick auf Positives oder Neutrales
Wenn Sie depressiv sind, kreisen Ihre Gedanken um Ihre Situation, die Sie als hoffnungslos und unerträglich ansehen. Sie stellen vielleicht immer wieder Fragen wie: Warum musste das mir passieren? Wie soll ich ohne ... weiterleben? Wie soll ich das aushalten?

Gute-Laune Fragen können Ihnen helfen, eine neue Blickrichtung und Lösungen für Ihre Situation zu finden:. Stellen Sie sich Fragen wie diese: Was genau kann ich tun, um meine Situation zu meiner Zufriedenheit zu ändern? Wer kann mir dabei helfen? Wie haben andere diese Situation bewältigt? Wo habe ich früher schon einmal eine solche Situation gut bewältigt? Was hat mir damals geholfen?

5. Setzen Sie sich kleine und überschaubare Ziele für jeden Tag
In einer depressiven Krise brauchen Sie Geduld mit sich. Selbstvorwürfe und allzu große Erwartungen verstärken Ihre depressiven Gedanken und Gefühle. Geben Sie sich "mildernde Umstände" und treffen Sie keine großen Entscheidungen. Hilfreich ist es, sich kleine Tagesziele zu setzen, sich kleine Aktivitäten vorzunehmen und sich dafür zu loben und belohnen.

Medikamente bei Depressionen

6. Antidepressiva
Es gibt verschiedene Antidepressiva, die in der Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. Die bekanntesten sind:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)
  • Trizyklischen Antidepressiva
  • MAO-Hemmer

Wie diese wirken und welche Nebenwirkungen diese haben, darüber mehr in den Informationen über Antidepressiva. Beachten Sie bitte vor der Einnahme von Antidepressiva: für die Behandlung von leichten und mittelschweren Depressionen ist eine Psychotherapie wirksamer. Auf keinen Fall sollten Sie nur Antidepressiva nehmen, sondern begleitend dazu eine psychologische Behandlung machen.

Scheuen Sie sich nicht, sich psychotherapeutische Unterstützung zu holen. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse können Sie mit Ihrer Versicherungskarte direkt einen von den Krankenkassen zugelassenen psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen.

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© 2003-2011 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Hilfe bei Depressionen - Ursachen - Behandlung Depressionen - chronisch depressiv
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