Selbstablehnung ist eine Form negativer Hypnose

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Was wir mit Selbstablehnung bei uns anrichten

von Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

Wovon wir überzeugt sind, bestimmt, wie wir uns fühlen und verhalten. Menschen unter Hypnose liefern hierfür einen überzeugenden Beweis. Ihr kritischer Verstand ist ausgeschaltet und sie nehmen deshalb das für bare Münze, was man ihnen sagt.

Menschen unter Hypnose verhalten sich nach der Wahrheit, die man ihnen suggeriert. So schwitzen Menschen, wenn man ihnen in Hypnose suggeriert, dass es entsetzlich heiß ist. Sie legen ihre Kleider ab wie jemand, dem es zu heiß ist. Umgekehrt frösteln Menschen, wenn man ihnen suggeriert, dass es erbärmlich kalt sei. Sie ziehen sich wärmer an.

selbstachtung stärkenAuch wir hypnotisieren uns mit dem, was wir von uns denken. Wenn wir uns suggerieren, dass wir es nicht wert sind, dass man uns liebt, dann werden wir uns stets ungeliebt fühlen. Auch wenn uns jemand seine Liebe bekundet, können wir diese nicht annehmen. Wir glauben ihm nicht.

Wir denken, er wolle uns nur nicht weh tun oder er führe etwas im Schilde und schmiere uns deshalb Honig um den Mund. Wir verhalten uns abweisend und wenn der andere sich dann von uns abwendet, sagen wir: „Ich habe es ja gewusst. Jemanden wie mich kann man nicht gernhaben.“

Wenn wir davon überzeugt sind, nicht liebenswert zu sein, dann ist in uns kein Platz für die Liebe eines anderen.

Wir glauben dem anderen nicht, da wir davon überzeugt sind, im Besitz der absoluten Wahrheit über uns zu sein. Alles, was nicht mit unserer Wahrheit übereinstimmt, lehnen wir ab und erklären es für unwahr und falsch oder zweifeln zumindest daran. Es passt einfach nicht in unser Bild des nicht liebenswerten Menschen, dass uns jemand liebt. Wir können uns einfach nicht vorstellen, dass jemand das „Nicht-Liebenswerte“ liebt.

Eine Lehrerin machte einmal das folgende, sehr interessante Experiment. Sie sagte ihren Schülern, dass wissenschaftliche Untersuchungen ergeben hätten, dass Menschen mit blauen Augen begabter seien und mehr leisten könnten als Menschen mit braunen Augen. Jeder Schüler, der braune Augen hatte, bekam ein Schild mit der Aufschrift „Braunauge“ und jeder Schüler mit blauen Augen bekam ein Schild mit der Aufschrift „Blauauge“.

Nach wenigen Wochen hatten die „Blauaugen“ ihre Leistung sehr stark verbessert, während die „Braunaugen“ in ihrer Leistung deutlich nachgelassen hatten. Dann verkündete die Lehrerin, sie habe sich geirrt. Tatsächlich sei es so, dass die „Braunaugen“ die Begabteren seien. Daraufhin sanken die Leistungen der „Blauaugen“, die Leistungen der „Braunaugen“ stiegen.

Man verhält sich so, wie der, der man zu sein glaubt.

Wenn man sich für dumm hält, dann traut man sich vieles nicht zu und wird es deshalb auch nicht ausprobieren. Wenn man sich für einen Versager hält, dann wird man immer einen Weg finden, um das negative Urteil von sich zu bestätigen. Entweder tut man nichts oder man geht an alles nur halbherzig heran. Zwangsläufig ist der Erfolg gering, man sieht sich dann in seiner negativen Meinung von sich bestätigt. Man hält sich dann für sehr klug und weise.

In Wirklichkeit aber ist man sehr dumm. Man hat nichts vorhergesehen, sondern hat es heraufbeschworen. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man das in der Psychologie. Hat man aber Erfolg, dann sagt man zu sich: „Das war nur Zufall“ oder „Das ist nichts Besonderes“.

Wenn man glaubt, in einer Sache keine glückliche Hand zu haben, dann wird man immer vom Pech verfolgt sein. Wenn man sich für hässlich und unattraktiv hält, dann wird man immer einen Weg finden, um darin bestätigt zu werden. Macht ein anderer eine positive Bemerkung über unser Aussehen, dann nimmt man ihm das nicht ab und denkt sich, er wolle einen nur nicht verletzen.

Seite 18/20 Positives Selbstbild

© 2003-2011 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Negatives Selbstwertgefühl, Selbstablehnung ist negative Selbsthypnose
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