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Autor dieses Beitrags: © Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe
Den Begriff Selbstkritik kennen wir alle und setzen Selbstkritik wohl auch häufig ein. Wie steht es aber mit dem Begriff Selbstlob oder Eigenlob?
Jeder von uns hat wohl schon einmal erlebt, wie gut es ihm tut, von einem anderen gelobt zu werden. Ein dickes Lob lässt den Tag heller erscheinen und wir sind dann gleich auch gegen Kränkungen besser gewappnet. Unser Selbstvertrauen wächst und wir trauen uns an diesem Tag auch mehr zu. Warum loben wir uns dann aber selbst nicht viel häufiger, wo wir doch wissen, wie gut uns Lob tut?
Im Folgenden wollen wir uns mit dem stillen, inneren Loben befassen. Ob und wie wir uns in der Öffentlichkeit, z.B. in einem Bewerbungsschreiben oder im Gespräch mit unserem Chef loben, ist ein anderes Thema. Dort kann unsere Bescheidenheit und Nicht-Sprechen über unsere Erfolge verhindern, dass wir beachtet werden oder beruflich vorankommen.
Eigenlob ist eine Quelle guter Gefühle, die nie versiegt, wenn wir von ihr Gebrauch machen. Ebenso wie das Lob anderer uns (meistens) freut, wenn wir das Kompliment annehmen können, können wir uns auch mit einem eigenen Lob eine Freude machen. Unser Lob kann z.B. so aussehen:
"Das ... hast du gut gemacht."
"Super, dass du dich um ... bemüht hast."
"Gut, dass du das ... durchgehalten hast."
"Prima, du hast dein Versprechen für ... gehalten."
"Das ist mir gut gelungen."
Mit gutem Willen und ein bisschen Training können wir immer etwas finden, das bei einer Aufgabe gut und lobenswert war und wenn es nur die Bereitschaft war, etwas zu wagen.
Wenn wir Angst haben, bei Eigenlob eingebildet zu werden, warum haben wir dann keine Angst davor, uns infolge von Selbstkritik minderwertig zu fühlen? Wollen wir uns fair behandeln, dann müssen wir ein Gleichgewicht herstellen. Das bedeutet: unser Verhalten bzw. unsere Fehler angemessen kritisieren (nie unsere Person) und Erfolge gebührend würdigen und stolz darauf sein.
Unsere inneren Selbstgespräche sind verantwortlich für unsere Gefühle. Bei Selbstkritik fühlen wir uns schlecht, minderwertig, wütend, traurig bestenfalls sind wir nur enttäuscht von uns. Bei Selbstlob sind wir zuversichtlich, motiviert und froh.
Wir haben es also in der Hand, ob wir uns mit uns wohl fühlen, quasi gerne für uns arbeiten, oder uns ablehnen. Beherrschen wir die Fertigkeit, uns selbst zu loben, sind wir unabhängiger vom Lob anderer. Wir brauchen nicht mehr begierig darauf zu warten, bis irgendjemandem auffällt, was wir sind oder leisten.
Im Grunde gelten beim Eigenlob die gleichen Prinzipien, die wir auch berücksichtigen sollten, wenn wir anderen ein Lob aussprechen. Am besten wirkt das Lob, wenn
Wahrscheinlich fällt es Ihnen im Augenblick gar nicht auf, weil Sie so sehr nach dem, was nicht gut gelaufen ist, schauen. Deshalb:
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Eigenlob hilft Ihnen, sich mit sich selbst wohl zu fühlen. Deshalb lohnt es sich auch, neue Rituale zu entwickeln:
TIPP 1: Sie können sich z.B. angewöhnen, vor dem Einschlafen nochmals den Tag Revue passieren lassen, und sich überlegen, was für Sie gut gelaufen ist. Dabei sollten Sie mindestens 3 Situationen finden, in denen Sie Ihr Verhalten loben können.
TIPP 2: Überlegen Sie sich, wenn Ihnen in einer konkreten Situation gar nichts Lobenswertes einfällt, was der positivste Mensch, den Sie kennen, in einer solchen Situation zu Ihnen sagen würde.
TIPP 3: Fragen Sie sich in einer konkreten Situation: Was daran könnte ich positiv sehen?, und loben Sie sich dafür.
TIPP 4: Wandeln Sie das Sprichwort "Eigenlob stinkt" in "Eigenlob hilft" um.
© 2003-2012 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Sich selbst loben
Eifersucht - Depressionen - Optimismus - Hoffnung - Selbstachtung - Selbsterkenntnis - Lebensfreude - Glück - Heilung-Glaube - Stalking - Positives Denken - Glücksmomente - Midlife Crisis - Helfersyndrom - Herbstdepressionen - Lebenskrisen als Chance annehmen