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Nicht jammern und klagen - handeln!

von Dr. Doris Wolf, Psychotherapeutin

Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie treffen einen Bekannten oder Verwandten und fragen ihn, wie es ihm geht. Er beginnt, über irgendetwas zu klagen (seine Gesundheit, seinen Job, seine Kinder, die Nachbarn, die Politik, das Wetter, die Wirtschaftslage, ...) und sofort setzen Sie nach und beginnen, in dieses Klagelied einzustimmen. Ja, vielleicht bemühen Sie sich sogar noch, ihn in seinen Klagen zu übertreffen: „Das ist noch gar nichts. Weißt du, was mir passiert ist ....“

Gewöhnlich tut es uns zuerst einmal gut, zu jammern, zu klagen und uns zu beschweren. Wir fühlen uns quasi vereint im Leid. Und indem wir über unsere Unzufriedenheit, Enttäuschungen und Besorgtheit sprechen, wird es uns vielleicht auch ein bisschen leichter. Durch das Jammern bekommen wir von anderen in der Regel Aufmerksamkeit, Zuwendung und vielleicht auch Trost.

Die Zuwendung, die wir durch das Jammern bekommen, ist jedoch nur ein Trostpreis. Langfristig schadet uns das Klagen und Jammern. Durch das Klagen und Jammern begeben uns in eine Opferrolle und natürlich ändert sich nichts durch unser Klagen. Klagen und Jammern ist wie in einem Schaukelstuhl zu sitzen. Man verbraucht Energie, um den Schaukelstuhl in Bewegung zu halten, kommt aber trotzdem nicht vom Fleck. Jammern und Klagen sind Energieverschwendung.

Und ehrlich gesagt, sind Menschen, die nur jammern und klagen, auch keine Stimmungskanonen. Sie verderben einem eher die Laune und ziehen einen herunter.

Welche Nachteile hat die Angewohnheit,
zu klagen und jammern?

  • Wenn wir klagen, konzentrieren wir uns auf das, was nicht funktioniert. Wir übersehen dabei alles, was gut läuft.
  • Unser Jammern und Klagen führt zu einer Verstärkung unserer negativen Gefühle wie Wut, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Menschen, die stets jammern, kommen nicht mehr aus ihrer Ich-armer-Kerl-Rolle heraus und fühlen sich als Opfer.
  • Je mehr wir uns auf das konzentrieren, was nicht nach unseren Vorstellungen läuft, umso stärker nehmen wir es wahr und umso größer wird es in unserer Wahrnehmung.
  • Wenn wir nur jammern und klagen, suchen wir nicht nach Lösungen für das Problem. Wir verharren in dem Zustand, dass uns Dinge stören, belasten, schmerzen und ärgern.
  • Manche unserer Freunde sehen uns als undankbar und zu anstrengend. Sie wollen zum einen nicht immer nur unsere Klagen hören. Zum anderen ärgern sie sich, wenn wir deren Lösungsvorschläge nicht annehmen und befolgen.
  • Je häufiger wir uns auf das Negative konzentrieren, desto eher kommen wir zu einer generellen negativen Lebenseinstellung, dass das Leben hart, schwierig und hoffnungslos ist.
  • Wir haben den Eindruck, keine Kontrolle über unser Leben zu haben. Wir haben den Eindruck, uns bliebe nichts anderes übrig, als zu jammern.

Jammern und Klagen aufgeben - wie lernt man das?

Der erste Schritt besteht darin, zu erkennen, dass Ihnen diese Gewohnheit schadet. Sich ab und zu mal über Dinge zu beschweren und zu jammern, die Ihnen nicht gefallen, kann entlastend sein. Wenn Sie sich jedoch dabei ertappen, dass Sie jedes Gespräch mit Klagen füllen oder sogar auch, wenn Sie alleine sind, mit dem Schicksal hadern, dann sollten Sie etwas gegen das Jammern unternehmen.

1. Entscheiden Sie sich bewusst dafür, nach den Dingen in Ihrem Leben zu suchen, die gut laufen.

Womit sind Sie zufrieden? Was entspricht Ihren Vorstellungen? Wofür können Sie dankbar sein? Dann werden Sie auch die damit verknüpften positiven Gefühle wie z.B. Freude und Dankbarkeit verspüren.

2. Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie im Leben möchten und wie Sie es erreichen können.

Jammern ist Energieverschwendung und ein Energieräuber. Nutzen Sie Ihre Energie lieber, aktiv nach Lösungswegen zu suchen. Dann verspüren Sie Hoffnung und bekommen wieder Kontrolle über Ihr Leben. Loben Sie sich für jeden kleinen Schritt, den Sie vorankommen.

3. Meiden Sie Menschen, die nur jammern oder lenken Sie im Beisein dieser Menschen das Gespräch bewusst auf andere Themen.

Jammern kann genauso ansteckend sein wie eine Grippe. Unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner und unterhalten sich mit ihm über etwas anderes.

4. Wenn Sie mit etwas in Ihrem Leben unzufrieden sind, dann ändern Sie es. Wenn das nicht geht, dann ändern Sie Ihre Einstellung dazu.

Statt Ihre Aufmerksamkeit auf Probleme zu lenken und sich dadurch zu lähmen, halten Sie Ausschau nach Lösungen. Suchen Sie gezielt nach Lösungsmöglichkeiten für Ihr Problem. Fallen Ihnen keine Lösungen ein, dann ändern Sie Ihre Einstellung zu diesem Problem. Mehr dazu in Probleme - wie damit umgehen?

gefühle

© 2010-2011 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Jammern - Stöhnen - Klagen
Eifersucht - Depressionen - Optimismus - Hoffnung - Selbstachtung - Lebensfreude - Glück - Heilung-Glaube - Positives Denken - Glücksmomente - Sich selbst loben - Helfersyndrom - Herbstdepressionen - Komplimente annehmen