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Die Hoffnung aufzugeben bedeutet,
nach der Gegenwart auch die Zukunft preiszugeben.
Pearl Buck
Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die Glauben und Hoffnung haben, schneller gesund werden. Sie genesen schneller wieder nach einem Herzinfarkt, ihre Knochenbrüche und Verbrennungen heilen schneller. Dabei ist unter dem Glauben nicht (nur) der religiöse Glaube zu verstehen.
Hoffnung äußert sich in unserer inneren Einstellung:
- Wir haben die Einstellung, dass sich etwas zum Guten wenden wird. Wir oder ein naher Angehöriger werden wieder gesund werden, unsere finanzielle Situation wird sich verbessern, der Konflikt mit der Schwiegertochter wird sich lösen.
- Wir stellen uns vor, dass wir eine Situation meistern können. Der Umzug in die Seniorenresidenz wird klappen und wir werden uns dort einleben. Den schwierigen ärztlichen Eingriff werden wir durchstehen.
- Wir glauben, dass wir allein, mit der Hilfe anderer oder mit Gottes Hilfe eine Lösung finden werden. Das neue Hüftgelenk wird uns Schmerzfreiheit verschaffen, durch die Einhaltung der Diät werden wir einen Herzinfarkt verhindern, die Chemotherapie wird den Krebs zum Stillstand bringen können.
Hoffnung mobilisiert nachweislich die Selbstheilungskräfte unseres Körpers. D.h. eine positive Erwartungshaltung - und nichts anderes ist die Hoffnung - führt zu realen und messbaren Veränderungen im Körper! Andererseits bewirkt der Verlust der Hoffnung, dass unsere Lebensenergie abnimmt, unsere Selbsthielungskräfte erlahmen.
Da ereignete sich beispielsweise einmal folgende Geschichte:
Ein Mann wurde abends aus Versehen in ein Kühlhaus eingeschlossen. Er wußte, dass bis zum nächsten Morgen niemand mehr kommen würde. Dies, so glaubte er, sei sein Todesurteil. Er hatte keine Hoffnung, eine ganze Nacht lang bei solch extremer Kälte überleben zu können, und schrieb an seine Familie einen Abschiedsbrief. Am nächsten Morgen fand man ihn tot auf. Sein Tod war jedoch allen Beteiligten unverständlich. In der Nacht war die Kühlanlage ausgefallen, und eigentlich hätte er überleben können müssen. Er war an seinem Glauben gestorben, keine Überlebenschance zu haben. Er hatte die Hoffnung aufgegeben und sich damit zum Tod verurteilt.
Menschen ohne Hoffnung sind meist depressiv. Sie haben den Glauben in sich, die momentane Situation und in die Zukunft verloren. Sie sehen keinen Sinn mehr darin zu leben. Sie glauben, keine Einflussmöglichkeiten zu haben.
Menschen, die glauben, Schmerzen ertragen oder beeinflussen zu können, sind weniger ängstlich und benötigen weniger Schmerzmittel.
Die Hoffnung, d.h. positive Einstellungen und positive Gefühle, führen zu einer Stärkung des Immunsystems. Die Wirkung der Hoffnung beruht auf dem Placeboeffekt. Mit dem Begriff Placebo bezeichnet man Präparate, die keinen Wirkstoff enthalten. In Untersuchungen, in denen man statt normaler Medikamente Placebos einsetzte, stellte man fest, dass Placebos bei harmloseren Leiden wie bsp. Herpes, Asthma oder leichten Geschwüren die gleiche Wirkung wie normale Medikamente hatten. Der Glaube an die Wirkung des Placebos hat die heilende Wirkung verursacht. Man nennt das auch selbsterfüllende Prophezeiung.
Spontanheilungen bei Krebserkrankungen lassen sich teilweise darauf zurückführen, dass die Patienten nach der Diagnosestellung begonnen haben, ihr Leben zu verändern. Sie veränderten ihre Ernährung, die Lebensgewohnheiten und die Lebensziele. Sie glaubten fest daran, die "Ausnahme der Regel" zu sein und beteiligten sich voller Hoffnung an der Therapie. Der Glaube, dass sie Einflussmöglichkeiten haben und die Bereitschaft, sich voll einzusetzen, hat ihnen geholfen, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Der Glaube an die Genesung und die Hoffnung, gesund zu werden, sind die besten Medikamente, die wir uns selbst verabreichen können. Und das Schöne an ihnen: sie haben keine unerwünschten Nebenwirkungen.
Wer sich hoffnungsvolle Gedanken macht, dass er selbst in seinem Leben Einflussmöglichkeiten hat oder ihm geholfen werden kann,
- hat Energie, zu handeln,
- wird den überwiegenden Teil der Zeit ruhig oder positiv gestimmt sein,
- wird seine Abwehrkräfte steigern,
- wird kreativer sein,
- wird sich schneller von Krankheiten und Operationen erholen.
1. Sprechen Sie sich selbst Mut zu. Wenn Ihnen keine positiven oder mutmachenden Gedanken einfallen, dann überlegen Sie sich, was Sie zu anderen Menschen in gleicher Situation sagen würden. Psychotipp Optimismus
2. Rufen Sie sich positive Erfahrungen aus der Vergangenheit in Erinnerung. Welche Situationen haben Sie schon gemeistert? Was ist schon alles gut verlaufen? Wann sah die Situation in der Vergangenheit schon mal aussichtslos aus und es hat sich eine Lösung ergeben?
3. Suchen Sie nach Menschen, denen bereits eine Lösung in dieser Situation gelungen ist. Machen Sie sich deren Erfahrungen zunutze. Setzen Sie deren Lösungsstrategien ein.
4. Meiden Sie Menschen, die dazu neigen, schwarz zu sehen und die Situation zu dramatisieren.
5. Nehmen Sie Krankheiten für den Augenblick an. Je mehr Sie dagegen ankämpfen und hadern, diese Krankheit zu haben, desto mehr sinken Ihre Abwehrkräfte. Suchen Sie nach einem Nutzen oder dem persönlichen Sinn für Ihre Erkrankung.
6. Machen Sie sich hoffnungsvolle Gedanken der Art: Was auch immer auf mich zukommt, es wird eine Lösung geben. Ich tue alles, was in meinen Kräften steht.(Autosuggestionen)
Wir wünschen Ihnen, dass es Ihnen gelingt, Ihre inneren Kräfte der Hoffnung wachzurufen und aufrechtzuerhalten.
© 2003-2010 Dr. Doris Wolf & Dr. Rolf Merkle - Hoffnung - hoffnungsvolle Gedanken - Glaube, dass alles gut wird
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