Wo Glaube ist, ist Hoffnung. Wo Hoffnung ist, geschehen Wunder

In diesem verblüffenden Beitrag geht es um den Einfluss des Glaubens auf die seelische und körperrliche Heilung: So wirken sich Hypnose, Placebo, Nocebo und selbsterfüllende Prophezeihungen auf Körper und Geist aus.

Wo Glaube ist, ist Hoffnung. Wo Hoffnung ist, geschehen Wunder
© Christian Bühner, unsplash.com

Wenn ich von Glauben spreche, dann meine ich damit nicht den christlichen Glauben. Ich meine damit vielmehr Gedanken, Überzeugungen und Einstellungen, die so stark sind, dass sie einen Einfluss auf unseren Körper haben. Das heißt, ich gebrauche den Begriff Glauben, um damit auszudrücken, dass man von etwas felsenfest überzeugt ist. Im Folgenden möchte ich dir von einer Reihe wahrer Begebenheiten berichten, die deutlich machen, welche Macht Gedanken auf unseren Körper haben.

Psychologische Experimente zum Einfluss der Gedanken auf den Körper

In einer Untersuchung sagte man einer Gruppe Medizinstudenten, dass sie ein Beruhigungsmittel bekommen würden. Einer anderen Gruppe sagte man, sie bekäme ein aufputschendes Mittel. Nun gab man derjenigen Gruppe, der man gesagt hatte, sie bekäme das Beruhigungsmittel, das aufputschende Mittel. Umgekehrt gab man derjenigen Gruppe, der man gesagt hatte, sie bekäme das aufputschende Mittel, das Beruhigungsmittel.

Was meinst du, passierte?

Es zeigte sich, dass mehr als 50 Prozent derjenigen, die glaubten, sie hätten ein Beruhigungsmittel erhalten, aber tatsächlich das aufputschende Mittel erhalten hatten, ruhig und entspannt waren. Diejenigen, die glaubten, sie hätten das aufputschende Mittel erhalten, aber tatsächlich das Beruhigungsmittel erhalten hatten, waren aufgedreht und hellwach.

Dieses Experiment zeigt, dass unser Glaube hinsichtlich der Wirksamkeit eines Medikaments in hohem Maße darüber bestimmt, ob ein Medikament wirkt oder nicht. Ja, wir können sogar durch unsere Erwartung die Wirkungen eines Medikaments zunichte machen und uns genau entgegengesetzt zu der beabsichtigten Wirkung beeinflussen.

Welche Bedeutung hat dieses Experiment für unseren Alltag?

Wenn dir dein Arzt ein Medikament verschreibt, dann entscheidet dein Glaube zu der Wirksamkeit dieses Mittels, ob du nach der Einnahme eine Besserung verspürst.

Wenn du von dem Medikament glaubst, es tauge nichts, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass deine Beschwerden nicht besser werden. Glaubst du jedoch daran, dass das ein sehr gutes Mittel ist, dann wirst du mit großer Sicherheit auch eine positive Wirkung verspüren. Hat dir ein Medikament nicht geholfen und du "wusstest" das schon im Vorhinein, dann ist die ausbleibende Wirkung keine Bestätigung für dein Vorurteil. Es ist vielmehr so, dass du durch dein Vorurteil, das Medikament tauge nichts, genau das herbeigeführt hast.

Man nennt das selbsterfüllende Prophezeiung. Deine negative Einstellung, deine Ungläubigkeit gegenüber der Wirksamkeit des Medikaments ist die Ursache dafür, dass keine Heilung oder Besserung eintritt. Dass es nicht am Medikament liegt, wenn deine Beschwerden nach der Einnahme nicht besser werden, kannst du an folgenden Experimenten sehen.

Das Placebo-Experiment

In einem Experiment gab man 199 Patienten, die unter Kopfschmerzen litten, ein Placebo. Ein Placebo ist eine wirkungslose Substanz, die in der Regel aus Zucker besteht. Man sagte diesen Patienten jedoch, dass sie ein hochwirksamens und völlig neu entwickeltes Schmerzmittel bekämen.

Von den 199 Patienten berichteten daraufhin 120 Patienten, dass ihre Kopfschmerzen verschwunden seien. Einer anderen Gruppe von Patienten, die unter schmerzhaften Magengeschwüren litten, sagte man, sie bekämen ein sehr wirksames Mittel gegen ihre Schmerzen. Tatsächlich gab man ihnen jedoch ein Placebo. Daraufhin berichteten 70 Prozent der Patienten, dass sie eine erhebliche Besserung verspürten.

Nach chirurgischen Eingriffen verspüren Operierte häufig postoperative Schmerzen. Einer Gruppe frisch operierter Patienten gab man Morphin, ein sehr wirksames Schmerzmittel. Daraufhin berichteten etwas mehr als 50 Prozent, dass ihre Schmerzen besser seien. Einer anderen Gruppe gab man jedoch ein Placebo, sagte ihnen aber, sie bekämen ein sehr wirksames Schmerzmittel. 40 Prozent dieser Gruppe verspürte daraufhin eine Besserung.

Wie lassen sich diese körperlichen Änderungen erklären? Die einzige Erklärung dafür ist, dass der Glaube eines Patienten einen enormen Einfluss auf seinen Körper hat. Der einzige Wirkstoff, der nämlich in einem Placebo enthalten ist, ist der Glaube an die Wirkung und Heilung.

Der Glaube an die Heilung ist eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Diese Experimente belegen die Macht der Gedanken. Sie zeigen, dass der Glaube an eine Heilung oder Linderung unserer Beschwerden einen enormen positiven Einfluss auf unseren Körper haben kann. Wenn wir von etwas überzeugt sind, dann setzt dieser Glaube in uns Kräfte frei. Wie unvorstellbar groß diese Gedankenkräfte sind, das können Sie an Experimenten sehen, die man mit Menschen unter Hypnose gemacht hat.

Hypnose – die Macht der Einbildung

Wenn ich dich hypnotisieren und dir suggerieren würde, dass ich dir ein glühendheißes 2-Euro-Stück auf Ihren Handrücken lege, dir aber tatsächlich nur ein ganz normales 2-Euro-Stück aus meiner Geldbörse auf die Hand lege, dann würde sich an dieser Stelle eine Brandblase bilden.

Wenn ich dir in Hypnose suggerieren würde, dass ich dir hochprozentigen Alkohol zu trinken gebe, du aber tatsächlich nur Mineralwasser trinken würdest, dann würdest du dich nach einigen Gläsern so benehmen, als wärst du betrunken. Wenn ich dich nun in ein Teströhrchen blasen lassen würde, wie es die Polizei bei Alkoholkontrollen verwendet, dann würde sich das Röhrchen verfärben. Dass das funktioniert, wurde vor einigen Jahren auf der Funkausstellung in Berlin demonstriert.

Wenn ich dir in Hypnose sagen würde, dass es entsetzlich kalt sei im Raum, dann würdest du frieren. Umgekehrt würdest du deine Kleider ablegen und anfangen zu schwitzen, wenn ich dir sagen würde, dass es entsetzlich heiß im Raum sei. Wenn ich dir in Hypnose sage, dass deine Arme schwer wie Blei sind und es dir nicht möglich ist, diese auch nur einen Zentimeter zu heben, dann ist es für dich unmöglich, deine Arme zu heben.

Wie man einen Gewichtheber zum Schwächling macht

Wenn ich einen Gewichtheber hypnotisieren würde, der normalerweise hundert und mehr Kilogramm mühelos stemmen kann, und würde ihm suggerieren, dass er einen Kugelschreiber nicht vom Boden aufheben kann, dann würde ihm das nicht gelingen. Die Muskeln des Gewichthebers sind auch unter der Hypnose noch genauso trainiert und stark wie im Wachzustand. Lediglich die Überzeugung, den Kugelschreiber nicht aufheben zu können, macht den Gewichtheber zu einem "Schwächling".

Umgekehrt kann man einem Gewichtheber, dem es noch nie gelungen ist, mehr als 100 Kilogramm zu stemmen, in der Hypnose suggerieren, dass er sehr viel stärker ist und seine Kräfte zugenommen haben. Daraufhin wird er zwanzig, dreißig und mehr Kilogramm heben können, als zuvor. Die Hypnose hat ihm keine zusätzlichen Kräfte verliehen. Er ist nicht stärker geworden.

Stärker ist lediglich sein Glaube geworden, dass er mehr als hundert Kilogramm heben kann und dieser Glaube befähigt ihn, mehr Leistung aus sich herauszuholen. Die Kraft, diese Leistung zu vollbringen, hat schon in ihm gesteckt. Was ihn bisher daran gehindert hat, diese Leistung zu zeigen, war sein Glaube, dass er nur hundert Kilogramm heben kann. Durch die Hypnose wurde er von seinem (Irr)Glauben befreit und es wurde ihm ein neuer Glaube gegeben.

Glaube an dich und deine Fähigkeiten!

In jedem von uns stecken Kräfte und Talente, die wir nur deshalb nicht entfalten, weil wir nicht daran glauben, dass wir sie haben. Wir sagen stattdessen: "Ich kann das nicht", "Ich schaffe das nicht", "Ich bin zu dumm dazu" usw. Lies auch die spannende Geschichte von Roger Bannister, der das "Unmögliche" möglich machte.

Um den Einflusss des Glaubens, der Gewissheit, dass etwas Positives oder Negatives passieren wird, geht es im folgenden Video zum Thema Placebo und Nocebo.

Welche Bedeutung hat der Nocebo- bzw. Placebo-Effekt für uns?

Tag für Tag hypnotisieren wir uns selbst mit den verschiedensten Gedanken. Jeder dieser Gedanken bewirkt etwas in unserem Körper. Sind diese Gedanken negativer Art, dann verursachen wir in unserem Körper über kurz oder lang Veränderungen, die wir dann als Krankheiten ansehen. Wenn du überzeugt bist, Funkmasten und Elektrosmog von Handys verursachen Kopfschmerzen und Übelkeit, dann werden Sie diese Beschwerden verspüren, wenn Sie sich in der Nähe eines Funkmastes aufhalten – auch wenn dieser abgeschaltet ist! Wenn du daran glaubst, dass du die Nebenwirkungen eines Medikamentes bekommst, die im Beipackzettel aufgeführt sind, dann verspürst du einige davon mit großer Wahrscheinlichkeit.

Diese Kraft unserer Gedanken oder unseres Glaubens können wir uns aber auch zunutze machen. So wie wir uns durch negative Autosuggestionen krank machen können, so können wir uns durch zuversichtliche und optimistische Gedanken gesund machen oder unsere Gesundheit erhalten und stärken.

Coué, ein Apotheker aus dem 19. Jahrhundert, wusste um die Gedankenkraft oder Autosuggestion auf die Wirksamkeit eines Medikamentes. Wenn er einem Patienten ein Medikament gab, dann überreichte er es mit den Worten: "Ihr Arzt hat Ihnen ein sehr wirksames Mittel verschrieben. Sie werden sehen, bald sind Sie gesund." Coué entwickelte aufgrund der Erfahrungen, die er mit seinen Patienten sammelte, die Lehre der bewussten Autosuggestion. Er untersuchte die Macht der Gedanken auf unseren Körper und fand heraus, dass wir mit unserem Denken unseren Körper positiv, aber auch negativ beeinflussen können.

Ob du glaubst, etwas zu können, oder glaubst, etwas nicht zu können, du behältst immer Recht.

Denke daran, wenn du dich das nächste Mal einredest, für etwas zu schwach oder unbegabt zu sein. Dein Glaube wird deine Prophezeiung erfüllen und dir Recht geben – im Positiven wie im Negativen.

Die Gewissheit, gesund zu werden, hat die Macht, uns gesund zu machen. Die Gewissheit, krank zu werden, kann krank machen.

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