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Einstellungen - was sie bewirken

Autor: Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Wenn Sie etwas lange genug üben, dann entwickeln Sie in dieser Tätigkeit eine gewisse Fertigkeit, d.h. diese geht Ihnen leicht von der Hand.

Das trifft nicht nur auf Tätigkeiten wie das Autofahren oder Ihre tägliche Arbeit zu, sondern auch auf Ihr Denken und Fühlen.

Wenn Sie sich in derselben Situation immer wieder die gleichen Gedanken machen, dann entwickeln Sie die Gewohnheit, in dieser Situation automatisch mit bestimmten Gedanken und Gefühlen zu reagieren.

Wir bezeichnen diese Verbindung zwischen einer bestimmten Situation und bestimmten Gedanken als Einstellung.

Einstellungen erkennen wir daran, dass wir, wenn wir etwas wahrnehmen (A), unmittelbar darauf gefühlsmäßig und/oder mit einem bestimmten Verhalten (C) reagieren, ohne dass wir uns bewusst etwas zu sagen scheinen.

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Wenn Sie Autofahrer sind, dann sind Sie, ohne es zu wissen, ein Experte auf dem Gebiet der Einstellungen.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Fahrstunden. Wenn Sie sich so verhalten haben wie die meisten Menschen, dann haben Sie sich während der ersten Stunden ständig Anweisungen gegeben, was Sie als nächstes tun wollten.

Sie sagten sich beispielsweise: "Jetzt muss ich kuppeln, jetzt den Gang einlegen, jetzt blinken", usw.

Wenn Sie jemand während dieser Anweisungen angesprochen hat oder sich mit Ihnen unterhalten wollte, dann haben Sie vermutlich die Hälfte nicht verstanden.

Sie waren zu sehr damit beschäftigt, was Sie sich als nächstes sagen wollten. Mit zunehmender Fahrpraxis aber haben Sie sich weniger und weniger bewusst Anweisungen gegeben.

Ja, nach einiger Zeit haben Sie alles andere gemacht, als bewusst an das zu denken, was Sie tun müssen, um korrekt zu fahren.

Heute können Sie sich unterhalten, Pläne schmieden oder sich in Gedanken mit anderen Dingen beschäftigen.

Die Tatsache, dass Sie sich Ihrer Anweisungen nicht mehr bewusst sind, heißt jedoch nicht, dass sie nicht mehr vorhanden sind. Sie sind noch vorhanden, aber nicht mehr bewusst.

Wären sie nicht mehr vorhanden, müssten Sie sich wieder ganz bewusst, so wie in den ersten Fahrstunden, Anweisungen geben.

Ihre Fahranweisungen wurden zu Einstellungen, da Sie sich immer und immer wieder in ein und derselben Situation, in diesem Fall beim Autofahren, dieselben Gedanken gemacht haben.

Ebenso, wie Sie sich durch ständiges Üben Ihre Fahranweisungen so eingeprägt haben, dass diese Ihnen heute nicht mehr bewusst sind, haben Sie sich im Laufe Ihres Lebens die meisten Einstellungen angeeignet.

Einstellungen bestimmen nicht nur Ihre Handlungen. Sie sind auch die Ursache dafür, dass Sie immer wieder mit den gleichen Gefühlen reagieren.

Beispielsweise reagieren Sie wie die meisten Menschen wahrscheinlich auf das Lächeln eines anderen auch mit einem Lächeln und Sie fühlen sich wohl dabei.

Das kommt daher, dass die meisten von uns als Kinder gelernt haben, das Lächeln eines anderen als etwas Positives zu bewerten.

Wir lernten ein Lächeln gleichzusetzen mit: "Der mag mich, ich gefalle ihm, ich bin ihm sympathisch, es gefällt ihm, was ich tue", usw.

Lächeln ist also gleichbedeutend mit Sympathie und damit etwas Positives. Heute denken wir automatisch und damit unbewusst, dass ein Lächeln etwas Positives bedeutet, reagieren darauf mit einem guten Gefühl und erwidern das Lächeln.

Dass Ihr Lächeln eine Frage der Einstellung und keine Frage der Vererbung ist, können Sie daran sehen, dass Sie bei Menschen, auf die Sie "nicht gut zu sprechen" sind, das Lächeln nicht erwidern.

Sie werden vielleicht auch dann das Lächeln nicht erwidern, wenn Sie der Meinung sind, der andere führe etwas im Schilde und wolle Sie durch sein Lächeln täuschen oder reinlegen.

Viele der Einstellungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens erwerben, sind hilfreich und in Ihrem besten Interesse. Manche der Einstellungen sind aber auch dafür verantwortlich, dass Sie

Ein Beispiel hierfür ist der Ärger vieler Menschen, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen verläuft, wenn sie z.B. einem anderen etwas erklären und dieser es auch nach dem dritten Mal nicht verstanden hat.

Vielen reißt dann der Geduldsfaden, wie sie sagen. Was sie damit eigentlich meinen, ist, dass sie die Einstellung haben, jemand müsste doch spätestens nach der dritten Erklärung den Sachverhalt verstehen. Tut er das nicht, dann muss er wohl blöd sein, und man sollte sich nicht mit ihm abgeben müssen.

Wenn Sie diese Menschen fragen, was sie sich gedacht haben, dass sie so ärgerlich wurden, dann werden Ihnen manche antworten: "Ich weiß auch nicht. Mir ist einfach der Geduldsfaden gerissen. Ich musste mir mal Luft machen".

Obwohl sich diese Menschen ihrer ärgererzeugenden Gedanken nicht mehr bewusst sind, sind diese die Ursachen für ihren Ärger.

Wenn Sie also den Eindruck haben, nichts gedacht zu haben, dann liegt das daran, dass Sie eine Einstellung entwickelt haben und sich Ihrer Gedanken nicht mehr bewusst sind.

Durch Selbstbeobachtung können Sie lernen, sich Ihre Gedanken wieder bewusst zu machen.

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Dr. Rolf Merkle
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Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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