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So gehst du vor: Mach dir klar: "Ich bin für die Gefühle der anderen verantwortlich. Wenn es meinem Partner, den Kindern und meinen Freunden schlecht geht, dann trage ich dafür die Verantwortung und muss mir Vorwürfe machen". Dein Partner ist verärgert und verletzt, weil du so egoistisch warst, nicht mit ihm zu schlafen? Wie konntest du nur so egoistisch sein? Überlege dir schleunigst, wie du das wieder gut machen kannst. Die Arbeitskollegin ist sichtlich enttäuscht, dass du keine Überstunden machst, um ihr einen Teil ihrer Arbeit abzunehmen? Dann sollest du ein schlechtes Gewissen haben und sofort Besserung geloben.
Kurzum: Fühle dich für das Wohlergehen der anderen verantwortlich und fühle dich schuldig, wenn du an dich denkst. Diesen Liebesdienst solltest du natürlich nicht ohne Gegenleistung verrichten: erwarte, ja fordere für deine Aufopferung viel Dankbarkeit und Anerkennung.
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Was du mit dieser Strategie bei dir anrichtest: Auf jeden Fall eine Menge Schuldgefühle bis hin zu Depressionen und jede Menge Angst vor Ablehnung. Du wirst häufig maßlos enttäuscht sein und dir ausgenutzt vorkommen, weil dir die anderen deine Aufopferung häufig nicht honorieren und dir vielleicht sogar noch Vorwürfe machen. Dies garantiert dir weitere unglückliche Stunden in deinem Leben.
Das Dümmste, was du tun kannst, wäre dir die Einstellung selbstbewusster Menschen zuzulegen, die da lautet: "Ich bin nicht für die Gefühle und das seelische Wohlbefinden anderer verantwortlich. Meine Worte und mein Handeln können die Gefühle anderer nicht verletzen. Ich kann nur meine eigenen Gefühle beeinflussen und steuern. Wenn mein Partner verärgert oder deprimiert ist, dann deshalb, weil er sich ärgerliche oder deprimierende Gedanken macht".
Merke dir: Dich für die guten wie schlechten Gefühle deiner Mitmenschen verantwortlich zu machen bedeutet, dich zum Sklaven anderer zu machen. Du fühlst dich unfrei in deinen Entscheidungen und kannst nie guten Gewissens jemandem etwas abschlagen, weil du immer Angst vor Ablehnung hast. Wenn du die Verantwortung für die Gefühle der anderen da belässt, wo sie hingehört, nämlich bei den anderen, dann bist du frei in deinen Entscheidungen, ob du für andere etwas tun willst oder nicht.
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