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Was es heißt, ein optimistischer Mensch zu sein

© Autor: Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Wenn man von Optimisten spricht, dann meint man in erster Linie, daß diese Menschen positiv in die Zukunft schauen und immer mit dem Besten rechnen.

Man erkennt sie an Äußerungen wie: "Das wird schon werden”, "Das kriegen wir hin” oder "Das ist kein Problem”.

Diese positive Sicht der Zukunft bewahrt die Optimisten jedoch nicht davor, wie andere Menschen auch, auf Probleme zu stoßen oder Niederlagen und Mißerfolge einstecken zu müssen.

Ihr Leben besteht also nicht nur aus einer nimmer endenwollenden Serie von Erfolgserlebnissen. Sie müssen sich genauso wie die Pessimisten Tag für Tag mit Problemen herumschlagen.

Wieso aber sind sie dann nicht ebenso entmutigt wie Pessimisten? Wieso geben sie nicht auf und fühlen sich im Gegenteil geradezu durch Probleme angestachelt und herausgefordert, während Pessimisten an Problemen eher zerbrechen?

Die Antwort darauf ist: Optimisten geben die Hoffnung nicht auf bzw. rechnen auch dann noch mit einem positiven Ausgang, wenn alles dagegen zu sprechen scheint, weil sie über zwei positive und grundlegende Einstellungen verfügen, die für ihren Optimismus verantwortlich sind.

Die 2 grundlegenden Einstellungen optimistischer Menschen

1. "Ich habe die Kontrolle über mich und mein Leben.”
Optimisten glauben, Herr ihres Lebens zu sein und das "Schicksal" gestalten und beeinflussen zu können.

2. "Ich bin fähig. Was ich anpacke, gelingt mir.”
Optimisten sind Ich-Kann-Denker. Sie vertrauen darauf, daß sie die für eine Aufgabe notwendigen Fähigkeiten besitzen und konzentrieren sich auf ihre Stärken.

Im weiteren Verlauf dieses Optimismus Trainings werden wir uns diese beiden zentralen Denkweisen optimistischer Menschen näher anschauen.

Ich werde Ihnen zeigen, warum diese Einstellungen so wichtig sind, wenn man das Beste aus seinem Leben machen will und Sie erfahren, wie Sie sich diese Einstellungen Schritt-für-Schritt aneignen können.

Schauen wir uns ein Beispiel an, wie Optimisten und Pessimisten mit Problemen umgehen.

Beispiel: Nehmen wir an, Sie wollen Ihre Wohnung tapezieren und machen das zum ersten Mal. Sie haben also keine Erfahrung im Tapezieren. Nachdem Sie zwei Bahnen geklebt haben, lösen sich diese wieder von der Wand.

Wenn Sie ein Optimist sind, dann halten Sie diesen Fehlschlag für ebenso vorübergehend wie ein Gewitter im Sommer. Sie sind überzeugt, daß Sie nur anders an die Sache herangehen müssen und dann wird es schon klappen.

Sie sind überzeugt, daß auf den Regen auch wieder Sonnenschein folgen wird und das schon recht bald. Also kein Grund zu klagen. Alles wird wieder gut.

Dieser Optimismus, es schon zu schaffen, ist darin begründet, daß Sie die Ursache für den Fehlschlag nicht darin sehen, daß Sie generell unfähig oder unbegabt sind.

Sie machen vielleicht den Kleister dafür verantwortlich, daß die Tapeten nicht halten oder sagen sich: Was solls. Das Ganze nochmal von vorne. So schwer kann das ja nicht sein. Wenn andere das hinkriegen, dann schaff ich das auch. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wenn Sie ein Pessimist sind, dann war das nicht anders zu erwarten, da Sie ja ein Pechvogel oder Unglückspilz sind, dem ständig alles danebengeht und dem so etwas immer wieder passieren wird.

Und warum ist das Pech Ihr Schicksal, Ihr Karma? Weil Sie Ihrer Meinung nach zu dumm oder zu unbegabt sind und weil dem so ist, so glauben Sie, werden Sie Ihr ganzes Leben lang vom Pech verfolgt werden.

Als Pessimist stellen Sie also sich und Ihre Fähigkeiten im Ganzen in Frage und weil Sie glauben, die Ursache - an der Sie nichts ändern können - für Ihr Versagen liege in Ihnen, sind Sie ohne jede Hoffnung und deprimiert.

Als Pessimist glauben Sie, keinen Einfluss auf das "Schicksal" zu haben. Sie glauben, dass man schlimme Dinge nicht verhindern und nichts gegen sie tun kann.

Deshalb resignieren und kapitulieren Sie eher, wenn Sie vor einem Problem stehen, statt sich auf die Suche nach Lösungen und Auswegen zu machen.

Dadurch, daß Optimisten an sich und ihre Fähigkeiten glauben und überzeugt sind, ihr Leben und Schicksal positiv beeinflussen zu können, sind sie hoffnungsvoll und zuversichtlich, während Pessimisten, die an sich und ihren Fähigkeiten zweifeln und deshalb überzeugt sind, nicht am Ruder ihres Leben zu sitzen, hoffnungslos und mutlos sind.

Diese Fähigkeit von Optimisten, zuversichtlich und hoffnungsvoll zu sein, hat einen großen Einfluß auf ihr Leben und ihr Handeln.

Das positive und zuversichtliche Denken veranlasst Optimisten, ihr Leben in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten. Es ist letztlich ihr Handeln, das ihre Lebensqualität steigert - und nicht ihr Denken!

Zuversicht ist übrigens eine wichtige Zutat für Resilienz, die seelische Widerständsfähigkeit gegenüber Problemen und Krisen.

Schauen wir uns einmal an, warum es so wichtig ist, hoffnungsvoll und zuversichtlich zu sein und welche Auswirkungen dies auf Ihr Leben haben kann.

Seite 8/18 Optimismus - Hoffnung


Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.


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