Deine Werte, dein Leben – Podcast #55

In dieser Folge des Podcasts "Wecke deine Lebensfreude" geht es darum herauszufinden, was im Leben zählt.

Deine Werte, dein Leben – Podcast #55
© PAL Verlag unter Verwendung eines Fotomotivs von unsplash.com

In dieser Folge geht es darum, ein Bewusstsein zu schaffen für das, was dir wirklich wichtig ist. Was zählt für dich? Wie kannst du dich mehr danach richten und nach dem leben, was für dich wesentlich ist?

Wir alle leben nach bestimmten Werten. Wir empfinden unser Leben als sinnvoll, wenn wir möglichst viele unserer Werte auch umsetzen können. Dann sind wir motiviert und freuen uns auf den Tag. Im vollen Alltag können wir aber leicht das, was uns wichtig ist, aus den Augen verlieren. Die Folge ist, dass wir gestresst werden, uns über viele Kleinigkeiten ärgern, unzufrieden und unmotiviert werden. Dann ist es gut, sich selbst mal wieder zu fragen, was wirklich wichtig ist.

Wir verlieren uns schnell selbst

Kennst du das, wenn du dir deinen Tag ganz anders vorgestellt hast, als er dann verläuft? Ärgerst du dich auch manchmal über einen Freund oder eine Freundin, der oder die sich dir gegenüber komisch verhält oder deine Bedürfnisse nicht wahrnimmt und nur um sich selbst kreist? Oder du bist enttäuscht, weil ein für dich wichtiger Termin nicht klappt? Du verlierst etwas oder dir geht etwas kaputt, das dir wertvoll ist. Wir alle stehen jeden Tag vor vielen schwierige Situationen und anstrengenden Herausforderungen. Da können wir schnell uns selbst verlieren. Frage dich in all diesen Situationen, worauf es dir wirklich ankommt in deinem Leben. Wenn du dich ernsthaft fragst, was du zum Leben wirklich brauchst, kannst du vermutlich ganz viele Dinge streichen.

Die Frage nach dem, was wesentlich ist, ist immer auch eine Frage der Perspektive. Je mehr wir besitzen, desto wichtiger scheinen uns die Dinge zu sein und desto schwerer fällt es uns, sie loszulassen. Menschen, die als Kinder in einem schönen Haus mit Garten und viel Platz aufgewachsen sind, haben oft größere Schwierigkeiten, später in kleine Zimmer oder Wohnungen zu ziehen, in denen der Standard viel niedriger ist. Wenn wir daran gewöhnt sind, in Fünf-Sterne-Hotels Urlaub zu machen, ist es vielleicht schwieriger, eine passende Ferienunterkunft zu finden, in der wir uns dennoch wohlfühlen. An Luxus gewöhnen wir uns schnell und Luxus fängt schon im Kleinen an.

Übung: Die vier basalen Fragen

Wenn jetzt aber irgendetwas passiert, was dich ärgert, dir Angst macht oder dich enttäuscht, dann besinne dich darauf, was die Basis für dein Leben ist.

Was brauchst du tatsächlich? Die nachfolgenden vier Fragen kannst du wie eine Checkliste der Reihe nach durchgehen und so herausfinden, was für dich wirklich zählt.

Frage 1: „Was brauche ich, um überleben zu können?“

Stelle dir zunächst diese grundsätzlichste aller Fragen. Du brauchst vermutlich ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Ein paar Kleidungsstücke wären wahrscheinlich auch nicht verkehrt. Auch wenn ein Haus abbrennt oder die Flut Gebäude zum Einstürzen bringt, geht das Leben weiter. Das sind Extremsituationen, die glücklicherweise nicht viele Menschen erleben. Aber auch in solchen Fällen gibt es Hilfe auch von außen und auch diese Menschen werden glückliche und traurige Tage haben. Wie alle anderen auch.

Frage 2: „Was brauche ich, um mich wohlzufühlen?“

Wenn du einen Schritt weiter gehst, kannst du dich fragen, was deine ganz eigenen Wohlfühlfaktoren sind: Vielleicht sind es Beziehungen, Freunde und Familie. Oder auch eine Aufgabe, die dir sinnvoll erscheint und dich erfüllt.

Frage 3: „Angenommen, ich müsste weggehen und darf nur einen Koffer packen, den ich mitnehme, was würde ich einpacken?“

Als nächstes kannst du dir die altbekannte „Katastrophen“-Frage stellen, die es in vielen thematischen Varianten gibt: einsame Insel, brennendes Haus etc. Auch hier würde vermutlich so etwas stehen wie Zahnbürste, ein paar Kleidungsstücke, vielleicht ein Foto, ein Buch oder Tagebuch. Dabei geht es um persönliche Dinge, mit denen du Erinnerungen und positive Gefühle verbindest. Du brauchst sie zwar nicht zum Überleben, sie sind dir aber wichtig. Von dieser Idee ausgehend, kannst du jetzt schrittweise deine Auswahl erweitern.

Frage 4: „Welche besonderen Dinge sind mir wichtig?“

Nun bist du im Bereich der Besonderheiten. Jetzt geht es vielleicht um Schmuckstücke, die dir wertvoll sind, dein Fahrrad oder dein Auto.

Erstelle eine Liste von den wesentlichen Dingen, die du zum Leben brauchst. Jetzt vergleiche deine Liste mit deiner aktuellen Lebenssituation. Schaue dich in deiner Wohnung um und nimm wahr, was du alles tatsächlich hast. Was ist alles da. Was hat sich angesammelt? Vielleicht bekommst du gleich den Impuls auszumisten, dann befreie dich und sortiere dich neu. Aussortieren bringt häufig ein Gefühl der Entlastung mit sich.

Zuletzt kannst du die Gelegenheit nutzen und an deiner Liste überprüfen, was dir wirklich wichtig ist. Schreibe dir für den Bereich Arbeit und für den Bereich Privatleben getrennt auf, welche zehn wichtigsten Werte du jeweils leben willst. Wenn dir keine Werte einfallen, gibt es im Internet viele Listen mit Vorschlägen. Wenn du deine Werte notiert hast, dann gehe sie einzeln durch und frage dich: „Was bedeutet der jeweilige Wert für mich?“ Überlege konkret, wie du den Wert in deinen Alltag integrieren kannst. Am Ende wirst du vielleicht feststellen, dass dein Leben ganz schön reich und voll ist.

Das Wesentliche im Leben ist unabhängig von den Dingen

Ich möchte aber nochmal auf eben geschilderte Situationen eingehen. Wenn dir etwas kaputt oder verloren geht und du dir die Fragen nach dem Wesentlichen im Leben stellst, dann mache dich unabhängig von den Dingen. Du brauchst sie nicht zum Überleben und vielleicht brauchst du sie nicht einmal zum Wohlfühlen. Das kann entspannend und entlastend sein.

Auch wenn eine Freundschaft anstrengend ist oder der Tag unverhofft anders verläuft, frage dich, was wirklich wichtig ist. Was ist schon da? Was ist gut? Weder dein Glück noch dein Leben hängen davon ab. Trotzdem hast du ganz viel und vor allem hast du Wesentliches in deinem Leben. Du hast dich, vielleicht auch deine Gesundheit, ein Dach über dem Kopf und genug Essen, um satt zu werden.

Was bleibt sind Beziehungen

Für mich ist es eine spannende Erfahrung, von schwer kranken oder sterbenden Menschen zu erfahren, was ihnen wirklich wichtig ist im Leben. In meinen Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, dass am Ende vor allem die Beziehungen einen hohen Stellenwert haben. Vielleicht ist es das Gefühl, ins Leben eingebunden zu sein.

Ich wünsche dir eine spannende Erfahrung mit der Übung und das Gefühl, dass du vielleicht gar nicht so viel brauchst, was für dein Leben wirklich wichtig ist. Ich wünsche dir, dass du deinen Platz fühlst und dich verbunden und eingebunden fühlst.

Deine

Maja Günther

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