Einsamkeit und innere Leere

Erste-Hilfestellungen für den Umgang mit Einsamkeit. Tipps was du tun kannst um dich sofort weniger einsam und isoliert zu fühlen.

Einsamkeit und innere Leere

Du fühlst dich im Augenblick allein gelassen und ausgeschlossen. Du hast den Eindruck, anderen nichts (an)bieten zu können, nicht gut genug für diese zu sein. Niemand interessiert sich für dich, wie es dir geht und was du gerade machst.

Du siehst, wie andere Menschen sich freuen, und fühlst dich als nicht zugehörig, emotional abgeschnitten und isoliert. Vielleicht hast du keinen Partner, dein Partner hat dich verlassen, keiner der Freunde lädt dich zu seinem Fest ein oder besucht dich. Du hast Sehnsucht nach Nähe und Liebe, aber hast niemandem, bei dem du sie spüren kannst. Vielleicht hast du auch schon viele Enttäuschungen mit Menschen erlebt, sodass du ihnen nicht mehr vertrauen kannst und Angst hast, Nähe zuzulassen.

Begleiterscheinungen deiner Einsamkeit

Dich abgelehnt fühlen; dich minderwertig fühlen; dich ausgegrenzt und ausgeschlossen fühlen; Gefühl, nicht wichtig zu sein; Gefühl, es fehle dir etwas oder es sei etwas verkehrt an dir; Angst vor Ablehnung, enttäuscht und verletzt fühlen; dich traurig fühlen.

Du verspürst vielleicht körperliche Symptome wie Anspannung, Nervosität, Unsicherheit, Herzrasen, Beklemmung, Schwindel und hast Schlafstörungen. Es gehen dir Gedanken durch den Kopf wie: "Ich bin nicht liebenswert ...", "Keiner interessiert sich für mich ..."

Wie du deine Einsamkeit und emotionale Isolation lindern kannst

Mach eine kleine Phantasiereise.
Erinnere dich an Situationen, in denen du dich geborgen, anderen Menschen ganz nahe, und von ihnen geliebt gefühlt hast. Rufe dir möglichst lebendig in Erinnerung, wo und wie du diese Nähe gespürt hast. Was hat dir gutgetan? Die Berührung durch dein Gegenüber, sein Einfühlungsvermögen und Verständnis, seine lieben Worte, sein Blick?

Behandle dich wie einen lieben Freund.

Nimm dich selbst in den Arm, streichle liebevoll deinen Körper und drück dich ganz fest. Sage dir selbst die lieben Worte, die du dir von anderen Menschen ersehnst: "Es ist schön mit dir. Ich bin froh, dass es dich gibt".

Öffne deine Sinne.

Mache einen Spaziergang in der Natur. Erspüre mit deinen Sinnen alles, was dir begegnet. Welche Geräusche nimmst du wahr? Welche Schönheiten kannst du in der Natur erkennen? Was spürst du in deinem Körper? Welche Gerüche kannst du wahrnehmen?

Greife zum Hörer und rufe eine Freundin an.

Wenn du niemanden hast, an den du dich wenden kannst, dann wähle die kostenlose Nummer der Telefonseelsorge (0800 111 0 111 und 0800 111 0 222). Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du auch über das Internet in einem Forum Kontakt zu anderen aufnehmen.

Werde aktiv und nimm Kontakt auf.

Warte nicht darauf, bis andere dich ansprechen. Was kann dir schon passieren? Wenn du auf jemanden zugehst, könnte er nicht auf dich eingehen, und du könntest dich einsam fühlen. Wenn du keinen Kontakt aufnimmst, fühlst du dich auf alle Fälle einsam.

Nimm Blickkontakt zu anderen auf und lächle sie an.

Du wirst erleben, dass sehr viele Menschen deine Botschaft annehmen und zurücklächeln.

Suche dir eine Aufgabe, bei der du anderen Menschen helfen kannst.

Dadurch gibst du deinem Leben einen Sinn und kommst aus deiner Isolation. Indem du anderen Freude bereitest, wirst du auch selbst Freude empfinden. Beispielsweise kannst du dich ehrenamtlich in der Kirche oder einem Verein engagieren.

Erinnere dich daran: Du bist liebenswert, wie du bist.

Wenn der andere nicht auf dein Gesprächsangebot eingeht, dann hat dies etwas mit seiner Lebensgeschichte, seinen Erwartungen, seinen Erfahrungen und seiner momentanen Stimmung zu tun. Es gibt tausend Gründe, warum er nicht gesprächsbereit sein könnte. Er könnte müde, lustlos, gestresst, ärgerlich, unsicher, ängstlich, seelisch gestört, krank sein, zu viel um die Ohren haben. Du könntest ihn an eine Person erinnern, von der er enttäuscht wurde. Er könnte Vorurteile dir gegenüber haben, dich falsch einschätzen. Für dich ist wichtig, dass du ihm ein Gesprächsangebot gemacht hast, nur das zählt.

Hole dir (körperliche) Zuwendung.

Du hast das Bedürfnis nach körperlicher Zuwendung? Du hast das Bedürfnis nach Berührung? Wie wäre es mit einer Massage bei einem Masseur? Oder gehe in ein Tierheim und biete an, regelmäßig einen Hund auszuführen. Du hast so eine Aufgabe, kannst Zuwendung geben und bekommst viel positive Zuwendung und Zuneigung zurück. Gerade wenn du Single bist und dich oft einsam fühlst, dann ist dieser Tipp sehr hilfreich. Einen Hund auszuführen ist eine sehr gute Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu kommen.

Wenn du an den Ursachen deiner Einsamkeitsgefühle ansetzen möchtest

Hinter deinen Einsamkeitsgefühlen könnte sich Selbstablehnung verbergen. Vielleicht bewertest du aus deinem geringen Selbstwertgefühl heraus das Verhalten anderer dir gegenüber schnell als Abwertung und fühlst dich deshalb einsam.

Vielleicht siehst du dich selbst als nicht liebenswert und hast Angst vor Ablehnung. Dann musst du dich erst selbst annehmen lernen, bevor du auf andere zugehen kannst. Vielleicht deuten deine Einsamkeitsgefühle aber auch einfach darauf hin, dass du etwas unternehmen solltest, um Gesellschaft zu bekommen.

Wo könntest du Menschen treffen, die ähnliche Interessen wie du haben? Auf einem Konzert, in einer Ausstellung? Wie wäre es mit der Partnersuche Freundessuche durch Online Dating? Warum besuchst du nicht Volkshochschulkurse, in denen du etwas lernen und gleichzeitig andere Menschen treffen kannst? Wie könntest du dir das Gefühl geben, dazu zu gehören?

Du hast keine Idee, wie du mit anderen ins Gespräch kommen könntest? Du tust dich schwer, auf andere zuzugehen? Dann könnten meine Smalltalk Techniken eine Hilfe sein.

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Martin schreibt am 24.01.2021

Alles nette Hinweise, nur irgendwie bleibt Corona außen vor.
Ich würde sehr gern in Theater oder Ausstellungen gehen. Nicht mal ehrenamtlich ist etwas möglich.
Insofern gehen die Tipps an der momentanen Situation mehr als vorbei.
Körperliche Zuwendung durch Massage. Wo geht das bitte?

Lea schreibt am 24.01.2021

Dieser Artikel in Zeiten des Lockdowns ist nicht sonderlich hilfreich. Volkshochschulkurse, Museen etc. zu besuchen fällt momentan flach. Ich vermute, dass der Artikel schon etwas älter ist. Von daher wäre eine Aktualisierung auf die momentane Situation sinnvoll!


Gabriela Vogt schreibt am 24.01.2021

Der Artikel ist schon gut ,doch nicht gerade passend und hilfreich in dieser Corona Zeit...in der wir gerade leben ........wohl dann !!!! wenn wir wieder etwas Normalität haben ....


Karin schreibt am 24.01.2021

Ja, mir geht es nun schon recht lange so, dass ich mich einsam fühle (bin seit 9 Jahren Single) und kenne diese sicherlich hilfreichen Anregungen schon länger (konnte aber noch nicht sehr aktiv werden, da ich ganztags arbeite und daher wenig Zeit für solche zusätzlichen Aktivitäten habe - ich fühle mich daher auch ganz besonders an den Wochenenden einsam).
Ich hatte mir in diesem Beitrag eben auch gerade für die jetzige Zeit der Einschränkungen durch die Pandemie neue, hilfreiche Tipps gewünscht.
Schade, ich muss halt weiterhin selbst sehen, wie ich mit dieser Situation umgehen kann.

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 Begleiterscheinungen deiner Einsamkeit
 Wie du deine Einsamkeit und emotionale Isolation lindern kannst
 Wenn du an den Ursachen deiner Einsamkeitsgefühle ansetzen möchtest
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