Anspannung und innere Unruhe

Hilfestellungen für den Umgang mit Anspannung und innerer Unruhe. Blitztipps um rasch entspannter zu werden.

Anspannung und innere Unruhe

Im Augenblick fühlst du dich, als ob tausende von Männchen panisch durch deinen Körper hetzen. Dein Körper ist angespannt wie ein Flitzebogen. Du spürst eine innere Unruhe und weist nicht, wie du sie loswerden kannst. Am liebsten würdest du einfach nur wegrennen oder vielleicht auch auf etwas oder jemanden schlagen. Alles ist dir zuviel. Dich stört die Mücke an der Wand.

Vielleicht hast du auch Schmerzen im Kopf, Rücken oder an einer anderen Stelle deines Körpers. Vielleicht kaust du an deinen Nägeln, spielst nervös mit einem Bleistift, schaukelst mit dem Stuhl, trippelst mit den Füßen, läufst unruhig umher, beißt auf deine Lippen oder trommelst mit den Fingern auf den Schreibtisch, um deine Spannung etwas abzubauen. Du kannst anderen nicht entspannt zuhören, fühlst dich schnell angegriffen und dir ist alles zuviel.

Begleiterscheinungen deiner Anspannung

Du fühlst dich unter Druck, kribbelig, gehetzt, gereizt; bist geräuschempfindlich und vielleicht geruchsempfindlich; reagierst schnell aggressiv, fühlst dich leicht angegriffen; handelst hektisch, kannst dir nichts merken.

Du verspürst vielleicht körperliche Symptome wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Beklemmung, Schwindel, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern und du hast vermutlich Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme.

Was du bei Anspannung und innerer Unruhe tun kannst

Akzeptiere deine Unruhe für den Augenblick.
Verlange nicht von dir, "cool" und allzeit belastbar sein zu müssen und verurteile dich bitte nicht für deine Unausgeglichenheit und momentane Unpässlichkeit. Habe Nachsicht mit dir und deinem Körper. Du kannst im Augenblick nicht die Ruhe bewahren. Dein Körper hat Gründe, weshalb er aus dem Gleichgewicht geraten ist. Vielleicht gab es von außen viele Reize, die ihn in seiner Ruhe gestört haben (berufliche, familiäre Anforderungen, ein schmerzliches Erlebnis). Vielleicht hast du ihn auch selbst alarmiert, indem du von anderen zu viel erwartet hast und enttäuscht wurdest. Vielleicht hast du dich auch selbst überfordert oder glaubst, etwas nicht gewachsen zu sein.

Nimm eine Auszeit.

Gehe, sofern es dir möglich ist, aus der Situation, die für dich stressig ist, und sorge erst einmal für dich und dein Wohlbefinden. Warte nicht, bis ein anderer etwas für dich tut, hilf dir selbst. Was könnte dir im Augenblick gut tun? Was könnte deinem Körper helfen, wieder mehr zur Ruhe zu kommen? Wonach sehnst du dich? Was brauchen du und dein Körper?

Konzentriere dich auf deinen Atem.

Leg deine Hand auf deinen Unterbauch und lass den Atem langsam bis hinunter zu deiner Hand fließen. Spüre, wie die Hand sich durch deinen Atem hebt. Dann lass den Atem langsam wieder ausströmen. Atme auf diese Weise so lange, bis du dich ruhiger fühlst.

Setze deine Energie in Bewegung um.

Was könntest du tun, was dich außer Atem bringt und Energie verbraucht? Wie wäre es mit joggen, walken, das Bad schrubben, tanzen, das Treppenhaus hoch- und runterlaufen, inline skaten ...? Bewegung ist eine der wirksamsten Methoden, Anspannung abzubauen. Eine der lustvollsten Formen der Bewegung ist Sex.

Spanne deine Muskulatur gezielt an und lasse sie dann wieder locker.

Schließe die Augen und spanne alle Muskeln in deinem Körper für etwa 5 Sekunden gerade so stark, dass du ein leichtes Ziehen verspürst; es soll nicht zu einer Verkrampfung kommen. Dann lass die Muskeln wieder locker und genieße für etwa 10 Sekunden bewusst das Gefühl der Entspannung. Wiederhole diesen Rhythmus zwischen An- und Entspannung mehrmals. Wenn du mehr Zeit investieren willst, erlerne die Progressive Muskelentspannung nach Jakobson.

Lache

Lachen ist eine wunderbare Möglichkeit, körperliche Anspannung abzubauen und zu entspannen. Witze, lustige Geschichten, Sketsche eignen sich hierfür bestens. Nicht umsonst heißt es, dass Lachen die beste Medizin ist.

Lege dir eine schöne Musik auf

Schließe die Augen und widme deine Aufmerksamkeit ganz der Musik. Störenden Gedanken begegnest du mit den Worten: "Jetzt darf ich mich entspannen. Nachher kümmere ich mich um euch."

Wenn du an den Ursachen deiner Anspannung ansetzen möchtest

Hinter deiner inneren Unruhe und Nervosität können sich viele unterschiedliche Ursachen verbergen. Z. B. könntest du unter einer Angsterkrankung, Zwangserkrankung, Depressionen, Burnout, einer posttraumatischen Belastungsstörung, ADHS oder einer Trauerreaktion leiden.

Dann gilt es, dich diesen Problemen zu stellen und eine Lösung zu finden. Hier kann es für dich hilfreich sein, dir psychotherapeutische Unterstützung zu holen. Auch Mobbing am Arbeitsplatz, Probleme in der Partnerschaft oder ein anderes Problem, das du als Bedrohung oder Überforderung erlebst, können deine innere Unruhe und Anspannung verursachen. Suche aktiv nach Lösungen und Bewältigungsmöglichkeiten für dein Problem. So wie du deine Aufgaben planst und einteilst, so plane auch Zeiten der Erholung ein, in denen du deine Batterie wieder aufladen kannst. Gönne dir regelmäßig etwas, das dir und deinem Körper guttut.

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