Der Coaching-Podcast, Folge 51: Mensch, ärgere dich nicht!

Folge 51 des inspirierenden Coaching-Podcasts von und mit Maja Günther, in der es darum geht, wie du die Energie von schwierigen Gefühlen wie Wut und Ärger positiv verändern und nutzen kannst

Der Coaching-Podcast, Folge 51: Mensch, ärgere dich nicht!
© PAL Verlag

In dieser Podcastfolge geht es um die für uns und andere schwierigen Gefühle von Wut, Ärger und Aggression und darum, wie wir ihnen auf positive Weise begegnen können. Wie gelingt es uns, alle Gefühle, die in uns erwachsen, anzuerkennen, auch wenn sie nicht immer schön oder angenehm sind? Wie können wir einen guten Umgang finden mit den unterschiedlichen Gefühlen? Und was können wir tun, um die Energie der Aggressionen abzubauen und so umzulenken, dass wir diese Energie für uns nutzen können?

Einen positiven Umgang mit schwierigen Gefühlen lernen

Kennst du Situationen, in denen du eine Wut im Bauch mit dir herumträgst? Du bist auf alles und jeden wütend und diese Gefühle brechen immer wieder in Form von Sticheleien, ungehaltenem Tonfall oder extremem Genervtsein aus dir heraus? Oder du stellst fest, dass du den Impuls hast, etwas runterzuschmeißen oder kaputt zu machen. Wenn Wut und Aggression in uns wachsen, werden wir ungehalten und haben uns weniger im Griff, in extremer Form fehlt uns die Impulskontrolle.

Diese schwierigen Gefühle und ihre Ausdrücke/Ausbrüche sind weder für den Betroffenen selbst noch für das Umfeld angenehm. Daher ist es wichtig, sie früh wahrzunehmen und einen guten Umgang mit ihnen zu erlernen. Wir alle haben diese Gefühle von Zeit zu Zeit in uns. Ein Problem entsteht aber erst, wenn wir nicht wissen, wie wir mit ihnen umgehen können. Dann kommt Unsicherheit auf und das befeuert oft die Wut in uns. Am Ende sind wir auch noch auf uns selbst wütend, weil wir uns hilflos fühlen.

Den Umgang mit schwierigen Gefühlen müssen wir alle im Laufe des Lebens lernen, meist schon in der Kindheit. Manche Menschen haben zwar weniger gute Vorbilder in ihrer Kindheit als andere, machen so negative Erfahrungen mit Wut und Ärger und meiden diese Gefühle. Doch wenn wir Wut nie rauslassen, dann können wir ernsthaft krank werden. Es werden ständig Stresshormone ausgeschüttet, die unser Körper und unser Geist nicht wieder abbauen können. Das führt zu einem hohen Stresspegel und verändert infolgedessen unser Verhalten dauerhaft. Im schlimmsten Fall können Depressionen oder andere psychische Erkrankungen ausgelöst werden. Doch es ist nie zu spät, den Umgang mit den schwierigen Gefühlen zu verändern und neu zu lernen.

Wut, Ärger und Aggressionen sind gesunde Gefühle

Grundsätzlich ist Wut ein gesundes Gefühl. Wut, Ärger, Aggressionen oder andere schwierige Gefühle haben ein großes Kraftpotenzial. Sie setzen Energie frei und sind auch aus diesem Grund starke Gefühle. Wenn es dir gelingt, die Kraft, das Positive aus den Gefühlen zu nutzen, dann kannst du viel erreichen. Wenn du Ärger spürst, ist das ein Hinweis darauf, dass etwas falsch läuft.

Er entsteht, wenn wir über unsere Grenzen gehen oder andere unsere Grenzen nicht einhalten, wenn wir uns Ziele vornehmen und diese nicht erreichen, oder wenn wir uns ungerecht behandelt fühlen. In jedem Fall steckt hinter den schlechten Gefühlen ein eigenes Bedürfnis, das zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Es geht also im ersten Schritt darum, all das wahrzunehmen. Nimm Wut, Ärger und Aggression wahr. Sie dienen dir als Warnsignal. Akzeptiere die Gefühle, denn sie gehen nicht weg, wenn du gegen sie ankämpfst, und sie gehören zum Leben dazu. Nimm die Fäden in die Hand und beginne aktiv an deiner Situation etwas zu verändern.

Übung: Woher kommen schwierige Gefühle?

Überlege dir, woher die Gefühle kommen könnten. Wurde bei dir eine Grenze überschritten? Wenn ja, stelle dir folgende Frage: Angenommen, du wärst frei von schlechten Gefühlen, was wäre dann anders? An welcher Stelle wurde deine Grenze überschritten? Welches deiner Bedürfnisse steckt dahinter? Angenommen die Grenze würde eingehalten werden, welches Bedürfnis wäre dann erfüllt?

Zum Üben kannst du dir kleine Situationen anschauen, wie z.B. die schmutzige Kaffeetasse am Arbeitsplatz. Ärgerst du dich vielleicht, weil du dich von den anderen nicht wertgeschätzt fühlst und den Eindruck hast, nur den Dreck für andere beseitigen zu müssen? Dann kann es hilfreich sein, genau darüber zu sprechen. Deine Wut gilt zwar zunächst der Tasse, dein Bedürfnis ist es aber, wertgeschätzt zu werden. Sprich mit den anderen darüber.

Wenn deine schlechten Gefühle ausgelöst werden, weil du deine Ziele nicht erreichen kannst, dann versuche dein großes Ziel in kleine Abschnitte mit Teilzielen zu unterteilen. Nimm dir realistisch machbare Teilziele vor und überlege, was dir bei der Erreichung der Ziele helfen kann. Welches Bedürfnis liegt dahinter?

Erkenne die unerfüllten Bedürfnisse hinter deinen Gefühlen

Auch wenn du wütend bist, weil du dich ungerecht behandelt fühlst, gibt es ein unerfülltes Bedürfnis im Hintergrund. Wenn du das Gefühl hast, du machst immer alles und andere machen nichts, dann hast du vielleicht das Bedürfnis nach Pausen oder Ruhe. Schau nicht auf das, was die anderen nicht tun, sondern überlege, wie du zu einer Pause kommst. Dazu kannst du natürlich auch kommunizieren, dass du eine Pause machen musst, aber dich dein schlechtes Gewissen plagt, wenn du nicht alles erledigst. Wichtig ist dabei, dass du für dich und nicht gegen andere kämpfst.

Nutze die Energie deiner Gefühle und setze sie für dich ein. Das macht einen Teil deiner Stärke aus.

Gefühle wie Wut, Ärger und Aggression bauen sich in dem Moment ab, wenn wir lernen unsere Bedürfnisse dahinter wahrzunehmen und uns diese erfüllen. Das ist nicht immer leicht und auch nicht immer vollständig möglich. Dennoch können wir immer einen kleinen Schritt weiterkommen, wenn wir wissen, was wir brauchen. Probiere in kleinen Situationen aus, mit deiner Wut anders umzugehen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach deinen Bedürfnissen.

Deine

Maja Günther

Wie hilfreich war der Beitrag für Sie?
4.57 Sterne (28 Leserurteile)

Ihr Kommentar

Hinterlassen Sie einen Kommentar und helfen anderen mit Ihrer Erfahrung.

Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen:

Inhalt des Beitrags   
Inhalt des Beitrags 
 Einen positiven Umgang mit schwierigen Gefühlen lernen
 Wut, Ärger und Aggressionen sind gesunde Gefühle
 Übung: Woher kommen schwierige Gefühle?
 Erkenne die unerfüllten Bedürfnisse hinter deinen Gefühlen
Weitere Beiträge
 Der Coaching-Podcast: Wecke deine Lebensfreude – Übersicht
 Der Coaching-Podcast, Folge 1: Wecke deine Lebensfreude!
 Der Coaching-Podcast, Folge 2: Bin ich auf dem richtigen Weg?