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Kinder leben im Hier und Heute

© Autor: Dr. Rolf Merkle Psychotherapeut

Wenn Sie einen Eindruck davon bekommen möchten, was es heißt, im Hier und Heute zu leben, dann beobachten Sie kleine Kinder.

Kinder können sich für alles begeistern. Sie genießen, was immer sie tun, und sie sind voller Begeisterung und Hingabe dabei.

Kinder denken nicht an das Morgen oder das Gestern. Sie lähmen sich nicht durch negative Einstellungen und Erwartungen.

Sie haben keine „wenns“ und „abers“, mit denen sie schon im vorhinein entscheiden, dass ihnen eine Sache keinen Spaß machen wird.

Sie gehen auf andere Menschen offen und ohne Vorurteile zu und schließen schnell Freundschaft.

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie schnell Kinder negative Gefühle wie Ärger oder Traurigkeit überwinden? Sie laufen nicht den ganzen Tag mit einer Wut im Bauch herum und lassen den Kopf hängen.

Nach wenigen Sekunden oder Minuten haben sie den Vorfall vergessen und sind schon wieder mit Hingabe bei etwas anderem.

Ich genieße es, Kindern zuzusehen. Wir können so viel von ihnen lernen. Wenn der kleine Peter auf dem Spielplatz einen Jungen fragt: „Willst du mit mir spielen?“ und der andere sagt „Nein“, dann ist das für Peter keine Katastrophe.

Er wird sich deshalb nicht das Leben nehmen. Er ist vielleicht für einen Moment traurig, im nächsten Moment aber geht er zu einem anderen Jungen und fragt aufs Neue: „Willst du mit mir spielen?“

Und was tun wir Erwachsenen? Wenn wir einen anderen fragen „Willst du mit mir spielen?“ und der sagt „Nein“, dann verfallen wir in eine Depression oder denken gar daran, uns das Leben zu nehmen.

Als Kinder waren wir alle spontan. Wir haben Moment für Moment gelebt, ohne uns über die Zukunft zu sorgen oder über die Vergangenheit zu grämen.

Dann kamen unsere Eltern und Erzieher und mahnten uns, uns nicht so unbekümmert und kindisch zu benehmen.

Wir sollten aufhören, dieses oder jenes zu tun, und uns wie Erwachsene benehmen, was so viel bedeutet wie, ernst einher zu schreiten.

„Wenn du so weitermachst, dann wirst du nie erwachsen.“ oder „Wie kann man sich nur in deinem Alter noch so kindisch benehmen?“

Durch all die Gebote und Ermahnungen unserer Erzieher haben wir immer mehr Spontaneität und Kreativität verloren.

Wir haben verlernt, lebendig zu sein und am Leben teilzunehmen.

Mal ehrlich! Wann haben Sie jemandem das letzte Mal einen harmlosen Streich gespielt?

Oder wie reagieren Sie, wenn andere Ihnen einen Streich spielen? Sind Sie dann sauer, finden Sie es albern oder lachen Sie mit?

Wenn wir erwachsen werden, dann verliert unser Leben viel an Überraschungen und Spontaneität.

Mit dem Erwachsenwerden beginnt für viele von uns der Ernst des Lebens. Und dann wundern wir uns, wo all der Spaß, die Heiterkeit und Unbeschwertheit geblieben sind.

Wie stehen die meisten von uns heute da? Sind wir glückliche Erwachsene? Haben wir gut daran getan, das Kind in uns aufzugeben und erwachsen zu werden?

Nein! Am meisten bewundern wir doch Menschen, die sich eine gewisse Spontaneität und Natürlichkeit bewahrt haben, die offen sind für alles Neue, sich spontan begeistern und andere dadurch mitreißen können, die also das Kind in sich bewahrt haben.

Der Erwachsene in uns hat oft keinen Sinn für Freude und Spaß. Lassen wir deshalb den kleinen jungen oder das kleine Mädchen in uns zu Wort kommen. Dann wird unser Leben lebendiger und schöner.

Gehen wir das Risiko ein, von anderen belächelt und als kindisch abgestempelt zu werden.

Sollen die anderen doch ernst und gelangweilt umherlaufen. Sind wir lieber kindisch und haben Spaß.

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Anregungen, um mehr im Hier und Heute zu leben

1. Seien Sie dankbar. Freuen Sie sich darüber, wenn Sie und Ihre Nächsten gesund sind. Betrachten Sie das nicht als eine Selbstverständlichkeit.

Genießen Sie bewusst das Erreichte und die Annehmlichkeiten, die Sie sich leisten können. Dankbarkeit ist eine unerschöpfliche Quelle der Zufriedenheit.

2. Machen Sie während des Tages des Öfteren eine kurze Pause, in der Sie sich auf sich und Ihr Leben besinnen.

Denken Sie an etwas Schönes und freuen Sie sich, dass Sie im Besitz Ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind.

Machen Sie Gebrauch von dem Powergefühl Dankbarkeit.

3. Leben Sie bewusster. Machen Sie sich offen für das kleine Veilchen, das Tag für Tag an Ihrem Wegrand steht.

Das kann eine Blume sein, ein Vogel, das freundliche Wort eines Mitmenschen, eine nette Geste Ihres Arbeitskollegen oder Partners.

Genießen Sie die kleinen Dinge für einen Moment, ehe sie wieder im Alltag untergehen. Achtsamkeit nennt man das.

4. Im Hier und Heute zu leben heißt alle Gedanken an die Vergangenheit oder die Zukunft aus Ihrem Denken zu verbannen.

Dale Carnegie drückte es einmal so aus:

Schotten Sie die Vergangenheit und die Zukunft vom Heute ab, so wie Sie eine Tür hinter sich schließen.

Die meisten emotionalen und zwischenmenschliche Probleme rühren daher, weil wir über Probleme, Kränkungen und Verletzungen in der Vergangenheit nachdenken oder uns Sorgen um die Zukunft machen.

Deshalb mein Rat:

Hören Sie auf, Ihre Probleme zu füttern. Dann sind sie weniger belastend.

Üben Sie, mit Ihrer Aufmerksamkeit nur bei dem zu sein, was Sie gerade sehen, hören und schmecken.

Atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und entspannen sich.

Schließen Sie - bildlich gesprochen - die Tür hinter sich und konzentrieren sich nur auf das, was gerade da ist.

Je mehr Sie das üben, umso leichter wird es Ihnen fallen.

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Ich arbeite seit 35 Jahren mit Begeisterung als Psychotherapeut. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.


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