Woran erkennt man negatives Denken?

In der Kognitiven Verhaltenstherapie unterscheidet man verschiedene Formen negativen Denkens. Diese sind für viele emotionale Probleme verantwortlich.

Woran erkennt man negatives Denken?
© Sidney Sims, unsplash.com

In der Psychologie, insbesondere in der Kognitiven Verhaltenstherapie unterscheidet man verschiedene Arten negativen Denkens, sogenannte Denkfallen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Die hier vorgestellten Arten negativen Denkens sind für viele emotionale Probleme wie z.B. Angst, Depressionen und Schuldgefühle verantwortlich. Die hier dargestellten Formen des negativen Denkens gehen auf Albert Ellis, den Begründer der Rational Emotiven Therapie zurück. Albert Ellis bezeichnete diese Formen des negativen Denkens als irrationale Gedanken, um damit deutlich zu machen, dass sie jeder Vernunft widersprechen.

In einer kognitiv orientierten Verhaltenstherapie lernen Klienten, ihre irrationalen Gedanken zu erkennen und zu verändern. Durch die Änderung irrationaler und negativer Denkweisen ändern sich auch unsere Gefühle.

Die 6 häufigsten Arten des negativen Denkens

  1. Alles-oder-Nichts-Denken
  2. Übertriebene Verallgemeinerung
  3. Eingeengte Wahrnehmung
  4. Leugnung des Positiven
  5. Übertreibung von Fehlern
  6. Mit zweierlei Maß messen

Ich bin mir sicher: Sie werden sich bei der Beschreibung der einzelnen Formen des negativen Denkens wiedererkennen. Das ist völlig normal und auch nicht weiter dramatisch. Wir alle neigen, mal mehr, mal weniger dazu, zu übertreiben, Schwarzweißmalerei zu betreiben oder das Positive zu leugnen.

Problematisch wird es erst, wenn Sie von diesen Formen des negativen Denkens regelmäßig Gebrauch machen, d.h. Ihr Denken überwiegend irrational ist. Dann nämlich haben Sie eine Menge emotionaler Probleme, die alleine dadurch entstehen, dass Sie irrational denken.

Der Kritiker in uns

Ich spreche bei den verschiedenen Formen des negativen Denkens immer wieder vom Kritiker in uns. Damit ist jene Stimme in uns gemeint, die uns auf Schritt und Tritt begleitet und die nichts anderes im Sinn hat, als uns durch negative Äußerungen schlechte Gefühle zu machen.

Der Kritiker in uns entstand in unseren ersten Lebensjahren. In dieser Zeit haben uns die Erwachsenen, aber auch Gleichaltrige, bewusst und unbewusst ständig auf unsere Fehler und Schwächen aufmerksam gemacht. Sie haben uns mit Worten und abweisendem Verhalten bestraft, wenn wir nicht so waren, wie sie es von uns verlangten: "Du taugst nichts", "Aus dir wird nie etwas werden", "Mit dir muss man sich nur ärgern", "Du dumme Gans", "Du hast zwei linke Hände", "Mit dir hat man nur Scherereien".

Als Erwachsene sprechen wir zu uns genauso negativ. Den Kritiker in uns - und damit das irrationale und negative Denken - können wir nur ausmerzen, wenn wir ihn bewusst angreifen und ihm widersprechen. Beispiele hierfür finden Sie bei den einzelnen Formen des negativen Denkens.

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 Die 6 häufigsten Arten des negativen Denkens
 Der Kritiker in uns
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